Mittwoch, 5. September 2007

Digital Workflow_1

Vor Monaten großmundig angekündigt - jetzt wird es endlich wahr: eine kleine Artikelserie über (m)einen “Digitalen Workflow”.
Stichwortartig- es muss ja nicht die allerfeinste Prosa sein.
Und ich hoffe, ich bekomme auch alles auf die Reihe.
Dazu passende Artikel aus dem Blog sind per link eingebunden.



Am Abend (wenn sich's machen lässt) vor dem Termin:

Fototasche(n) packen, mit allem was wir brauchen.

Ein zweites Kameragehäuse als Rückversicherung ist Pflicht.
Alle elektrischen Geräte anschalten, auch Blitzanlage. Kleingeräte wie Transmitter, Belichtungsmesser etc. nicht vergessen. Akkus checken.

CF-Karten zählen, Inhalt prüfen! wenn OK formatieren!
Frische und gebrauchte Akkus, leere und volle CF-Karten haben eindeutig unterscheidbare Plätze in der Tasche.

Adressen und Telefonnummern nicht vergessen.


Während und nach dem Termin:

in der Kamera wird grundsätzlich! nicht ediert bzw. es werden niemals Fotos gelöscht!

Das Edieren scheint auf dem Mäusekino zwar möglich, das täuscht aber.
Die Fotos werden mit den angetaggten Voreinstellungen der Kamera dargestellt.
Da die Fotos aber im Rechner konvertiert werden, ist die Darstellung auf dem Kameramonitor keine Reverenz, weder für Belichtung noch für Schärfe.

Potential und Plausibilität der gemachten Bilder erkennt man erst auf dem Bildschirm.
(Wer es sich - wie Garry Winogrand - erlauben kann, wartet mindestens ein Jahr ;-) mit dem edieren.)

Der Kameramonitor ist wichtig für die Darstellung des Histogramms.
Wenn möglich kein Luminanz-, sonder ein RGB-Histogramm anzeigen lassen.
Luminanz-Histogramme basieren in der Regel auf dem Grün-Kanal und können deshalb das häufig vorkommende clippen eines einzelne Farbkanals nicht darstellen!
Durch übersättigte Farbkanäle wird die Bildbearbeitung unnötig erschwert.

Das ist auch der Grund, warum eine festeingestellte Farbtemperatur (z.B. Kunstlicht 3400K, Tag 5200K) Sinn macht.
Nur so lassen sich aus dem RGB-Histogramm zuverlässig Schlüsse ziehen.

Gleichbleibende Situationen mit konstanter Einstellung von Belichtung und Farbtemperatur durchzufotografieren, macht Batch-Verarbeitung (DXO) wirklich sinnvoll und beschleunigt die Arbeit ganz enorm.


Nach dem Termin:

Fotos (z.B. via Expression Media/ex-iView) auf eine (Sicherheitsfanatiker, gebrannte Kinder etc sichern dreifach) externe Archiv-Festplatte kopieren.
CF-Karten neben den Rechner legen und erst wieder neu (in der Kamera!) formatieren, wenn der Auftrag in trockenen Tüchern, d. h. abgeliefert ist.

Die neu importierten Daten auswählen und umbenennen (Batch umbenennen…).
Bewährt hat sich z.B.: “Namenskürzel_JJMMTT_BildnummerAusDerKamera.CRW”
Die Kamera ist natürlich so eingestellt, dass Bilder auch mit frischer Karte fortlaufend weiter nummeriert werden.

Doppelte Dateinamen dürften so (fast) unmöglich sein.


So, der Termin ist erfolgreich erledigt, die Dateien sind doppelt - auf Rechner und CF-Karte - gesichert.
Jetzt kann es an's edieren gehen!

Kommentare:

  1. Hallo!
    Als gebranntes Kind hätte ich noch einen Tipp: Eine Sicherungskopie der RAW-Daten auf der Festplatte in Form eines Zip-archivs.
    Also: Daten von der Karte nehmen, umbenennen - Zippen - und dann erst weiterarbeiten. Dieses Archiv kann man dann bequem extern sichern (Webspace, DVD und dazu noch auf der externen Platte).

    Hatte es schonmal, das nur Verknüpfungen zu den Dateien erstellt wurden, und ich hatte dann die Originale bearbeitet. Auf diese Weise sind die Dateien in einem "Safe" - und auch wenn man Jahre später bearbeiten will, ist das problemlos möglich.

    Zusätzlicher Vorteil: Wen man die CF-karte braucht (nächstes Shooting....) ist man auf der ganz sicheren Seite.

    Gruß,
    Bela

    AntwortenLöschen
  2. Bella,
    sehr guter Tipp.
    Ich habe mir die Finger einmal verbrannt - bei meinem ersten "digitalen" Job anno 2000.
    Daten auf den Rechner kopiert, CF-Karte formatiert und dann festgestellt, dass ca. 1/3 der Bilder nicht angekommen ist.
    Seitdem formatiere ich nur noch, wenn alles fertig ist.

    AntwortenLöschen
  3. kleine ergänzung/einspruch: ich habe neulich mit einem sandisk-entwickler ein gespräch. der gab mir den tipp, speicherkarten nicht zu formatieren, sondern die bilder nur zu löschen. soll sich ganz erheblich auf die lebendsdauer der karten auswirken (er sprach von einer bis zu vier mal so langen haltbarkeit)

    AntwortenLöschen
  4. Marco,
    danke für den Beitrag direkt von der "Quelle".
    "Format or delete" das ist die Frage.
    Mein Link auf eine Seite, auf der ein Beitrag mit weiterer Verlinkung zu finden war, ist leider gebrochen.

    Gefunden habe ich auf die Schnelle:

    http://blogs.lexar.com/michaelfox/2005/09/memory_card_mai.html

    http://www.outdoorphoto.co.za/forum/archive/index.php/t-4970.html

    http://photo.net/bboard/q-and-a-fetch-msg?msg_id=00MJDg

    http://www.digi-darkroom.com/archive/index.php/t-13724.html

    Should I use "Format" or "Delete all" or "Nikonview" to delete all my pictures on the camera?

    You should use the in-camera "Format". Here is why....

    * The in-camera Format is safer and much faster. If you were to have any of following situations developing on your card, format would take care of them for you. This could avoid a horrible loss of pictures later. In any case, you should NEVER delete your pictures with a card reader.

    - Directory corruption problem

    - Lost space due to "lost clusters"

    - Non picture files placed on card by Windows

    - Format difference.

    Even if you have "never had a problem" yet, why not be safe and format every time? You will not know that you have a problem until you get the dreaded "system error" message and loose some pictures.

    * But using Format will wear out my card early, right? First of all, even if format wrote to the entire card, you would have to do it more than 300000 times to wear out the card. Second, the in camera format in the Nikon 950, 990 is a "quick" format that does not write to the entire card, just the directory. Because flash cards have "wear leveling" that distributes the actual writes over the card, you will not be able to wear the card out by formatting it continuously in your lifetime. There is actually less wear on the card using Format that re-writes the directory once vs. delete that writes to the directory with every delete.

    * Never let Windows write to the card with a card reader. This is for several reasons. The first is, Windows will put a recycle bin on the card that uses a tiny amount of your valuable space. Second, if your card isn't set up right as removable media, Windows might actually put files that you delete in the recycle bin, and you would loose some of the capacity of the card, usually 10% or whatever the recycle bin is set for..

    Gibt es noch fachkundige Beiträge?

    AntwortenLöschen
  5. Danke vielmals für die Einsichten in die Welt des fleißigen Profis! Words worth a thousand pictures.

    AntwortenLöschen
  6. sorry, lange nicht mehr hier gewesen... hab ihm den beitrag mal gemailt, ich denke mal, er wird sich hier sonst noch mal in den kommentaren melden. was du rausgesucht hast, klingt aber plausibel....

    AntwortenLöschen