Posts mit dem Label Anekdote/anecdote werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Anekdote/anecdote werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 11. Oktober 2017

Wackersdorfer Bilderbogen

Wackersdorf 1985-1989
Heute vor 30 Jahren kam es zu einer der letzten schweren Auseinandersetzungen am Bauzaun der geplanten Wiederaufbereitungsanlage WAA in Wackersdorf.
In schlechter Erinnerung bleiben u. a. Berliner Polizeieinheiten, die am 11.10. 1987 mit großer Brutalität gegen Demonstranten vorgingen.
Der Kampf gegen die WAA, die nie gebaut wurde, gehört zu den großen Auseinandersetzungen mit der Atompolitik von Regierung (Franz-Josef Strauß!) und der Atomwirtschaft.

siehe auch hier

Samstag, 14. März 2015

Ein glücklicher Augenblick

© 2015, Martin Storz

Beim Durchschauen alter Diaarchive habe ich dieses strahlende Mädchen gefunden:
In El Salvador war Bürgerkrieg und ich war in Honduras unterwegs, um das Schicksal von Bürgerkriegsflüchtlingen an der Grenze zu El Salvador zu dokumentieren.
Das kleine Mädchen hat wohl gerade einen irdenen Topf gewaschen. Das Elend im Camp und die Angst vor den nächtlichen Gefechten der salvadorianischen Armee mit der Guerilla im Grenzgebiet ist ihr in diesem kurzen Augenblick, in dem der "Gringo" sie fotografiert, nicht anzusehen.

Das Foto ist 35 Jahre alt, das Mädchen eine erwachsene Frau. Wie es ihr wohl gehen mag?

Freitag, 29. März 2013

A Good Friday Walk (with HTC One)

Stuttgart, Marienstraße

Suttgart, Geisstraße


Stuttgart, Josef-Hirn-Platz

Vor einem Termin prüfe ich alle Geräte auf ihre Funktion, schaue nach Akkus und Speicherkarten.
Heute habe ich es nicht getan…

Ich hatte eine EOS RT in der Tasche, ein 28er, ein 40er und zur Sicherheit ein kleines Telezoom, wollte mir ein paar Ecken in der Stadt anschauen, ein bißchen flanieren.

Pfeifendeckel!

Aber ich hatte ein neues Telefon in der Tasche – Voilà!

alle Fotos mit HTC One, bearbeitet. Klicken zum Vergrößern

Sonntag, 24. Juni 2012

Koinzidenz – Coincidence – Coïncidence


Diese kleine Geschichte habe ich heute zufällig in Popular Photography gefunden.

Und weil sich die Erfahrungen von David Burnett mit einer analogen Leica so verblüffend mit meinen (und denen von Gary Winogrand) decken, erlaube ich mir, die angehängte Anekdote vom 30.08.2007 noch einmal nach vorne zu heben:


Kleine Anekdote…
… aus einer Zeit vor der Digitalen Götterdämmerung

Hier geht's nicht um Fußball…
Ich beschäftige mich gerade mit GARRY WINOGRAND.
(ein schöner Bildband ist "Figments From the Real World", Szarkowski, MOMA, New York, 1988, gefunden bei Lindemanns)

Winogrand, ein großer Fotograf, der sich nicht gerne in eine Schublade stecken lassen wollte, auch nicht in die Schublade der “street photography”.

Trotzdem, er hat von den 50er bis in die 80er Jahre hinein auch das gemacht, was man nicht zu Unrecht als “Straßenfotografie” bezeichnet.

Das nebenbei.

In einem Interview, das Barbara Diamonstein mit ihm führte, antwortet er auf die Frage, ob er jemals Probleme mit Aufträgen oder dem Fotografieren hatte:
"No, the only thing that's difficult is reloading when things are happening. Can you get it done fast enough?"
"Wino" hat mit der LEICA fotografiert!

Diese Antwort löste in mir blitzartig eine Erinnerung aus.

Ich erinnerte mich an ein Schlüsselerlebnis, das ich am 3. 10 1997 - dem Tag der Deutschen Einheit - hatte.

Der ehemalige US-Präsident George Bush senior war zu diesem Anlass mit Bundeskanzler Helmut Kohl in Stuttgart, um den Tag würdig zu begehen.

Die beiden Staatsmänner gingen, vom freundlichen Beifall der Stuttgarter begleitet, zu Fuß von der Stiftskirche hinüber zum Stuttgarter Staatstheater in den Schlossgarten.


…hier geht's um Deutschland!

Vor ihnen filmend und fotografierend, dabei rückwärts gehend und von Sicherheitsleuten bedrängt, wir Fotografen und Kameraleute.

Ich habe damals mit einer Leica M6 fotografiert.

Und während dieses Rückwärtsgangs war mein Film plötzlich zu Ende, mußte gewechselt werden!

Versuch mal bedrängt und rückwärtsgehend, mit einer M-Leica den Film zu wechseln!
"… the only thing that's difficult is reloading [a LEICA] when things are happening. Can you get it done fast enough?"
Nein!
Ich konnte es nicht schnell genug.

Und damals habe ich mich entschieden.
Das sollte mir nie wieder passieren!

Ich habe die Leica-Ausrüstung gegen eine Contax G2 eingetauscht.

Wie gesagt, in einer Zeit, lange vor der Digitalen Götterdämmerung!

Freitag, 23. Dezember 2011

Heute vor 10 Jahren

23.12.2001, Blick vom Blauen Weg auf Stuttgart-Heslach • Canon D30 mit EF 2.8/20-35 L

Ich schäme mich richtig …

Der letzte Blogeintrag stammt vom 11. Dezember und kam nicht von mir, sondern freundlicherweise von Carl Weese.
Das gehört sich nicht für einen braven Blogger!

Und aus lauter Verlegenheit habe ich mal im Archiv nach Bildern vom 23. Dezember geschaut.
Gefunden habe ich überraschend viele Winterbilder wie das oben stehende, aber auch eine Menge Fotos, denen man die winterliche Jahreszeit nicht unbedingt ansieht.

Warum ich dieses nicht gerade spannende Foto ausgesucht habe?
Nun, es ist mit der ersten digitalen "Volkskamera" – einer Canon D30 (…the D30 WILL go down in history books as a very important camera, breaking a price barrier and opening up the digital SLR market to a new wave of users.) – fotografiert.
Keiner würde sich heute mehr getrauen, Bilddaten in der Größe von 13x18 cm bei 300dpi an eine Redaktion zu schicken.
Aber "damals" war das kein Problem und die Qualität der Bilddateien (nicht die Größe) übertrifft auch heute noch so ziemlich alles, was aus den Consumer-Kameras mit den winzigen Sensoren und der gigantischen Auflösung kommt.

Die Kamera hatte natürlich auch ihre Mucken: ich erinnere mich z. B., dass bei längeren Bildfolgen der Akku so heiß wurde, dass die Kamera den Betrieb einstellte. Man musste die Kamera bei geöffnetem CF-Kartenslot einige Zeit abkühlen lassen, erst dann ging es weiter.

Aber: "A camera is a camera is a camera!"


Und für alle, die meinen man müsste bei jedem (Winter-)Wetter fotografieren, gibt es ein paar Anregungen hier und hier.


Frohe Weihnachten und entspannte Feiertage!

Donnerstag, 24. November 2011

So sehen Sieger aus

11.12.1985. Wackersdorf, Taxölder Forst

Die Besetzung der Rohdungsstelle für die Wiederaufbereitungsanlage WAA ist gelungen.
Anspannung und Erschöpfung nach der Jagd durch den Wald zeichnen die Gesichter der Demonstranten.



Nun nahm die TAZ dem Atomausstieg zum Anlass, dieses Foto mit dem Titel "So sehen Sieger aus" am 30. Juni 2011 auf ihre Titelseite zu heben.

Und der tazblog nahm das wiederum zum Anlass, nach den abgebildeten Personen auf dem Foto zu suchen – immerhin mit einem Erfolg.

Ich habe die tazblog-Fahndung leider jetzt erst mitbekommen, deshalb die späte Erwähnung hier im Blog.













Und weil das hier ein Fotoblog ist:
fotografiert habe ich damals mit dem Olympus-OM-System auf Kodak Tri-X-Film.
Bei diesen winterlichen Ereignissen in Wackersdorf war es oft so kalt, dass ich mit Kohlestäbchen beheizte Taschenwärmer an den Rückwänden der Kameras befestigte, um ein reißen der Filme zu vermeiden.

Montag, 28. März 2011

Landtagswahl in Baden-Württemberg - Der Wahlsieger



Winfried Kretschmann – zukünftiger Ministerpräsident in Baden-Württemberg – hier 1988 auf der Bundesdelegiertenkonferenz der Partei Die Grünen in Karlsruhe.

Es hat sich so einiges verändert,  bei ihm ganz offensichtlich, aber auch in der Fotografie.

Fotografiert habe ich damals auf Fuji Neopan 1600 vermutlich mit einer Olympus OM.
Die erste Canon EOS1 kam 1989 auf den Markt und hat mich so fasziniert, das ich in Folge mein Kamersystem gewechselt habe.

Und komm mir noch einer mit Rauschen bei digitalen Kameras!

Montag, 28. Februar 2011

Das brausende Leben - Warten!

Canon 5D mit EF 4/24-105 L

Was ich gerade mache?
Ich arbeite, sieht man doch!

Wir Fotografen, Kameramänner, Journalisten, die wir gemeinsam auf das Verschwinden einer zur Unzeit aufgetauchten Nebelwand und auf freie Sicht auf das KKW Neckarwestheim warten, sind uns einig: unsere Arbeitszeit besteht in erster Linie aus Autofahren und Warten.

Wenn's dann mal 6, 7 Stunden bei Frost und Nässe werden…
Egal, wir lieben unseren Beruf!

Und, wer hätte es noch geglaubt, eine höhere Macht zeigt Einsicht, der Nebel hebt sich – voilà!

Canon 7D mit EF 2.8/70-200 L

Und alle sind glücklich!

Montag, 6. Dezember 2010

Happy Birthday Dave Brubeck! - Geschichten aus dem digitalen Mesozoikum

Dave Brubeck 2002 in der Stuttgarter Liederhalle • Canon D30, EF 2.8/70-200mm, Bl. 2.8, 1/100sec., 800 ISO

Wem geht es nicht so: kaum hört man die ersten Takte von Take Five, schon fängt es an in einem zu swingen. Ein Rhythmus, bei dem man mit muss…
Das Stück stammt von 1959, ein "Oldie but Goodie".

Aber weil TPE kein Jazz-Blog ist, sondern ein Fotoblog, hier noch ein "Oldie but Goodie":
das Foto stammt von 2002, nicht lange her, fotografiert mit der ersten digitalen "Volks-DSLR", der Canon D30, die ich mir kurz nach ihrem Erscheinen im August 2000 gekauft habe.
Aus heutiger Sicht erscheint uns diese Kamera bereits wie ein fossiles Reptil aus dem digitalen Mesozoikum.

Aber würde ein Konzertfoto von Dave Brubeck heute, nach acht Jahren und fast ebenso vielen Generation von digitalen Spiegelreflexkameras so viel anders aussehen?

Natürlich, die Dateien wären erheblich größer; die D30 produzierte noch eine Bildgröße von 13x18 cm bei 300 dpi.
Das erscheint uns heute klein, offensichtlich gab es aber eine Zeit, in der man sich mit solchen Dateigrößen zu behelfen wusste.

Ich jedenfalls erinnere mich an die Anfrage einer Agentur, die einen Messestand mit einem Foto von einem Zeppelin NT dekorieren wollte, das ich mit der Canon D30 gemacht hatte.

Kein Problem: ich habe das Bild mit einem Kodak-Thermosublimationsdrucker auf A4 gedruckt, diese Vorlage wurde dann wieder hochauflösend eingescannt und auf mehreren Quadratmeter ausgedruckt - voilà!


100% Ausschnitt, 640 x 640 Px

siehe auch bei meinem Lieblings-Jazz-Fotografen

Donnerstag, 8. Juli 2010

Fritz Teufel ist tot

Fritz Teufel 1993 auf dem Kongress im Stuttgarter Staatstheater zum 25. Jahrestag von 1968:
'68. Das Jahr.


Meine Erinnerungen an Fritz Teufel reichen kaum für eine kleine Anekdote hier im Blog: es muss im Winter 1969 gewesen sein, im Club Voltaire im Stuttgarter Rotlichtviertel, als Fritz Teufel mit wallendem Haupthaar und ebensolchem Bart, bekleidet mit einem Pelzmantel den Revoluzzerclub betrat.

ICH WAR BEEINDRUCKT…!!!

Wie sollte es auch anders sein, wenn man einem Mann begegnet, der mit seinem anarchischen Witz die gesamte westdeutsche Bourgeoisie am Nasenring durch die Manege führen kann.

Dann sah ich ihn erst wieder 1993 beim Kongress, zusammen mit der ganzen Rest-Kommune, u.a. Dieter Kunzelmann, Peter Schneider, Christof Wackernagel, Gretchen Dutschke, Rainer Langhans und seinem Harem.

Jetzt ist Fritz Teufel tot - so ist das Leben nun mal eben!

Donnerstag, 20. Mai 2010

Eine Stadt sucht ihre Identität


beide Foto mit der Ricoh GRD II

Für die beiden Fotos kann ich nichts - genau genommen bin ich nicht einmal ihr Urheber.

Ermöglicht wurden sie von von Leuten, die ihre Augen irgendwo haben, nur nicht in der Wirklichkeit, die sie umfängt.
Von Leuten, die mit aller Macht versuchen, ihre Vorstellungen von einer lebenswerten Umwelt, ihre (wirtschaftlichen) Interessen durchzusetzen, koste es was es wolle.

Sie geben vor demokratisch legitimiert zu sein, entziehen sich aber demokratischen Entscheidungen, wohl wissend, dass sie nicht zu ihren Gunsten ausgehen werden.
Sie spielen das Spiel "Wem gehört die Stadt", sie spielen es nach ihren Regeln, nach ihren Gesetzen, nach Gutsherrenart.

Wer heute in Stuttgart unterwegs ist, sich womöglich mit einem Button am Revers als Gegner von Stuttgart 21 zu erkennen gibt, macht erstaunliche Erfahrungen: man erkennt sich, man spricht sich an, man tauscht verschwörerische Blicke, man diskutiert zu jeder Zeit an jedem Ort.

Wenn es im Altersheim aus einer vor dem Speisesaal wartenden Gruppe tönt:
“… und nach der Montagsdemo sind wir auf die Straße vor dem Hauptbahnhof gelaufen und dort gegen die Anweisungen der Polizei einfach im Berufsverkehr stehen geblieben…”
und alle in ein infernalisches Gelächter ausbrechen, dann, ja dann weiß man, Stuttgart ist noch nicht verloren.

Freitag, 2. April 2010

Helmut Kohl wird 80 - Kleine Anekdote …

 … aus einer Zeit vor der "digitalen Götterdämmerung".

Helmut Kohl trauert um Schlesien …

Helmut Kohl wird morgen 80 Jahre alt.
Wir gratulieren!

Und wir erinnern uns:

"40 Jahre nach Kriegsende und Vertreibung und ein Jahrzehnt nach Abschluss der Ostverträge beehrt ein CDU-Kanzler wieder ein Vertriebenentreffen. Der Schaden ist größer als ein vermeintlicher Nutzen: Entweder muss Helmut Kohl die Ostpolitik der letzten Jahre mitsamt der bestehenden Grenzen bestätigen und damit seine Gastgeber verärgern - oder die Grenzen und damit seine Außenpolitik in Frage stellen."

Donnerstag, 25. März 2010

Vorsicht beim Ausflecken! Es könnte ein Gyrokopter sein!

Canon 7D mit EF 4/300 mm L

Aufnahmeentfernung Luftlinie ca. 4 bis 5 km


Es ist ja kein Geheimnis, dass ich mich gerade etwas mit der HoodLoupe 3.0 beschäftige.
Beim vergleichenden inspizieren von Aufnahmen mit Autofokus und manuellem fokussierten Aufnahmen via Live-View und HoodLoupe fiel mir ein seltsamer Fussel auf …

Ach übrigens: dieses Foto ist manuell fokussiert.

Samstag, 13. März 2010

PocketWizard - es hat gefunkt!

Günther H. Oettinger in seinem Arbeitszimmer in der Villa Reitzenstein

Es sind ganz bestimmte Ereignisse oder Situationen, die zu einem "Schlüsselerlebnis" werden und in der Folge die Wahrnehmung für eine bestimmte Problematik schärfen, oder aber auch zum Handeln motivieren.
Für die Einen sind das Ansprachen, die statt im gewohnten deutsch plötzlich auf englisch vom Blatt gelesen werden müssen, für die Anderen kann aber auch ein ganz alltäglicher Fototermin zu einem solchen Ereignis werden.
Auch wenn ich mich über die Jahre recht und schlecht mit dem Canon ST-E2 Speedlite Transmitter beholfen hatte, so etwas wird mir nicht mehr passieren:

Sonntag, 1. November 2009

Ten Years After

© Siegrist


Der Zufall hat mir diese Seite aus der Fellbacher Zeitung vom 23. Februar 1999 in die Hände gespielt.

Ein Kölle-Gartencenter hatte am Tag zuvor am Stadtrand von Fellbach eröffnet, durchaus ein bedeutendes lokales Ereignis.

Zuerst einmal fällt mir die für ein Nachrichtenfoto ungewöhnliche Perspektive auf: Klaus Kölle - der hier mit dem Rücken zu uns steht und redet - war offensichtlich gar nicht so interessant wie die herbeigeeilten Besuchermassen.

Und es ist auch diese besondere Perspektive, die mich mit ins Spiel bringt: ich war nämlich auch dort, um den Herrn über alle Kölle-Gartencenter zu portraitieren.
In wessen Auftrag? Das weiß ich leider nicht mehr.

Ist auch alles überhaupt nicht so spannend - erwähnenswert im Zusammenhang mit dem Modewort "Nachhaltigkeit" aber doch folgendes:
  • über meiner rechten Schulter trage ich eine Domke-Fototasche, mit der ich auch heute noch unterwegs bin
  • ich habe eine Winterjacke an, die noch heute im Kleiderschrank ungeduldig auf die ersten kalten Tage wartet
  • an der Kamera ist ein Zoom montiert, das mich auch heute noch mit seiner exzellenter Abbildungsqualtiät beeindruckt (die Kamera war natürlich analog)
  • an der Kamera ist auch ein Blitz montiert, der heute noch klaglos und zu meiner Zufriedenheit seinen Dienst verrichtet

Und das sind nicht die einzigen Gebrauchsgegenstände, die mir seit 10 Jahren oder noch länger gute Dienste leisten.

Allerdings, im "Digitalen Zeitalter" wird uns so einiges nicht einmal mehr 5 Jahre lang begleiten können.
Wer heute einen Rechner, bei den pausenlos steigenden Anforderungen immer größere Datenmengen zu verarbeiten, 4 Jahre lang halten kann hat Glück gehabt.
Und ob ich die Kamera, die ich mir heute gekauft habe in vier Jahren noch nutzen werde?
Schaun mer mal …

So, das war's eigentlich schon, was ich zu dem Foto und zum Thema "Nachhaltigkeit" sagen wollte … ja, das Gartencenter gibt es natürlich auch noch.



Freitag, 29. Mai 2009

AUMISMUS OPSCURIBUS - OM!

La Baume, Castellane • Ricoh GRD II

Die Haute Provence war schon immer ein Anziehungspunkt für Mystiker, Ufoerwarter, Hexen und Schamanen. Sogar gewisse Strömungen der Nazis glaubten an die Existenz von magischen Orten und vollzogen dort - solange sie in Frankreich das Sagen hatten - geheime Rituale in dieser ganz und gar außergewöhnlichen Gegend.

Was hier aussieht wie der Eingang zu einem Vergnügungs- oder einem Künstlerpark, ist in Wirklichkeit das spirituelle Zentrum Mandarom Shambhasalem des Ordens der Ritter des Triumphierenden Varja.

Durch Zufall entdeckt, ist es leider eine Hochsicherheitszone, in einer wunderbaren Gegend auf einem Hügel gelegen, verborgen hinter mehreren Zaunanlagen und von Wachtürmen und Kameras vor ungebetenen Besuchern geschützt.

Perplex betrachtet man ein Unzahl von kitschigen Plastikfiguren, Tempeln, Symbolen und Engelsgestalten ausgestattet mit Star-Trek-Strahlenwaffen. Überhaupt, alles strotzt nur so vor martialer Symbolik.

Wir wurden sofort auf ein Fotografierverbot hingewiesen, trotzdem freundlich mit einem kleinen Flyer zur Lehre des Goldenen Zeitalters des Patriarchen Hamsah Manarah Hamsananda verabschiedet, obwohl auch wir "sicher weit davon entfernt sind, ihre Auswirkungen auf den Frieden zwischen den Völkern, auf den Rückgang der Hydra der Kriege, auf die Mäßigung der Kräfte des Bösen und der mentalen düsteren Egregoren zu erahnen …"

Wer interessiert ist kann hier weiterlesen und Bilder anschauen.

Samstag, 9. Mai 2009

Dr. Photo: vom Raunen und Klagen - ein Gespräch unter Kollegen

Keine Hybridkamera hat es beobachtet, kein Mikrofon hat gelauscht, als sich die drei "großen alten Männer" des deutschen Fotojournalismus zufällig auf der PCP-Tour in der Alten Kelter in Fellbach getroffen haben.

Thomas Klink, Wolfram Scheible und meine Wenigkeit unterhielten sich
  • über Glanz und Elend der Digitalen Fotografie,
  • über den derzeitigen Stand und die absehbare Zukunft der Digitalen Technik,
  • über die Generationenunterschiede bei der Bewertung von journalistischer Fotografie wie z. B., was halten wir "Älteren" für grenzwertig, was ist "normal" für die junge FotografInnen (Fotoillustration!),
  • über Bildverwertung und micro-stocks und über die zukünftige Verschmelzung von Fotografie und Video
  • und die drohende Degradierung von uns Fotografen/Fotojournalisten zu footage-Lieferanten für Video-Stocks.
Wie gesagt, niemand kann Zeugnis ablegen über diesen historischen Diskurs, während um uns herum Shootings mit spargeldünnen Models stattfanden, die neuen Leica S2-Boliden angegrapscht wurden und die Canon 5D MK II auf gefährlich aussehenden Stütz- und Haltegestellen - Hybrid Support Rigs - ihr Debut als Videokamera gab.

Was für eine Kamera sie sich kaufen würden, wenn sie etwas Klimpergeld in ihren Hosentaschen hätten, frug ich die beiden Kollegen.

Kamera? Kamera?
Keiner wollte eine Kamera!

Wolfram entschied sich für einen Großformatdrucker, weg von der virtuellen Flüchtigkeit und zurück zum realen, "begreifbaren" Bild.

Thomas würde sich eher für einen 1A -Monitor entscheiden: wer täglich Stunden seines Lebens vor so einem digitalen Bilderrahmen verbringen muss, möchte wenigsten dort keine Kompromisse machen.


abziehendes Gewitter über Stuttgart • Canon 1D MK II, EF 2.8/28-70 L

Jetzt geht über Stuttgart das erste Gewitter nach einem schönen, warmen Tag nieder und der Widerhall unseres Raunens und Klagens wird von der Natur übertönt mit Donner und Regengeprassel.

Nichts ist wie es war und nichts wird so bleiben wie es ist.

Schluß und Amen!
Ein schönes Wochenende wünscht

euer Doktor Photo.

Freitag, 17. April 2009

The Times They Are A-Changin' - 30 Jahre TAZ

Mein erstes(?) Foto in der TAZ, Franz Steinkühler, legendärer IG Metall Bezirksleiter in Baden-Württemberg


Die TAZ feiert ihren 30. Geburtstag und Freund wie Feind der siebtgrößten überregionalen deutschen Tageszeitung gratulieren aufs Heftigste.

Für mich war die Gründung einer selbstverwalteten Tageszeitung auch mit ein erster Schritt zum Fotojournalismus.
Es mussten allerdings noch 4 Jahre gefüllt mit Reisen und Orientierungssuche vergehen, bevor ich den Schritt in den hauptberuflichen Fotojournalismus wagte.

Heute bin ich erstaunt darüber, wie viele - heute vergilbte - Belegeexemplare der TAZ, von gewerkschaftlichen und alternativen Publikationen aus den Jahren 79-83 ich noch in meinem Archiv finde.

Schwerpunkte der TAZ - auch meines Interesses - waren Anfang der 80er Jahre soziale und politische Bewegungen:
wir erinneren uns an sehr aktive Friedens- (Nachrüstung) und Anti-Atom-Bewegungnen (Wackersdorf), an das Interesse an Befreiungsbewegungen der "Dritten Welt" (Nicaragua), den Kampf um die 35-Stunden-Woche, Arbeitskämpfe in der französischen Stahlindustrie (Longwy) aber auch Belegschaftskämpfe in Deutschland (Videocolor) und die Bewegungen gegen das wiedererstarken des Rechtsradikalismus (Aktion Nationaler Sozialisten ANS etc.).

The Times They Are A-Changin' - wir haben uns verändert, die TAZ hat sich gewandelt, ist heute eine Institution, eine "unabhängige Qualitätszeitung" geworden.

Wir gratulieren mit einem Song von Bob Dylan, der 1964 weitsichtig das Lebensgefühl der sogenannten 68er wiedergibt und uns auch heute zu denken geben sollte:

Come gather round people
Wherever you roam
And admit that the waters
Around you have grown
And accept it that soon
Youll be drenched to the bone.
If your time to you
Is worth savin
Then you better start swimmin
Or youll sink like a stone
For the times they are a-changin.

Come writers and critics
Who prophesize with your pen
And keep your eyes wide
The chance wont come again
And dont speak too soon
For the wheels still in spin
And theres no tellin who
That its namin.
For the loser now
Will be later to win
For the times they are a-changin.

Come senators, congressmen
Please heed the call
Dont stand in the doorway
Dont block up the hall
For he that gets hurt
Will be he who has stalled
Theres a battle outside
And it is ragin.
Itll soon shake your windows
And rattle your walls
For the times they are a-changin.

Come mothers and fathers
Throughout the land
And dont criticize
What you cant understand
Your sons and your daughters
Are beyond your command
Your old road is
Rapidly agin.
Please get out of the new one
If you cant lend your hand
For the times they are a-changin.

The line it is drawn
The curse it is cast
The slow one now
Will later be fast
As the present now
Will later be past
The order is
Rapidly fadin.
And the first one now
Will later be last
For the times they are a-changin.

Mittwoch, 7. Mai 2008

Was geht?




Eigentlich ging es mir nur um die Graffiti an der Ziegelwand.
Ich bin dort schon zigmal vorbeigekommen, nie fand ich das richtige Licht.

Diesmal stand die Sonne günstig, fast senkrecht über der Wand. Ich wollte die kurze Zeit abwarten, bis die ersten Lichtstrahlen die Oberfläche zum Leuchten bringen würden.

Dann diese Situation - und natürlich war alles gegen mich.

Natürlich Gegenlicht, natürlich der Vordergrund gerade im Schatten, natürlich stand ich zu weit weg, natürlich mit der falschen Brennweite (Ricoh GRD II).

Schon erstaunlich, was mit so einer kleinen "Knipse" noch geht.

Trotzdem frage ich mich, ob das, was ich in mühevoller Arbeit aus dem Foto im wahrsten Sinn des Worte herausgemeiseln konnte, als Bild überhaupt noch akzeptabel ist?


Das "Streiflichtfoto" habe ich schon auch noch gemacht.