Donnerstag, 4. Oktober 2007

3 Farben + Luminanz = Histogramm?

Die LCD-Monitore der Kameras werden immer größer (und immer bruchgefährdeter)!

Worin liegt der Nutzen? Ist größer auch informativer?

Nicht unbedingt.
Für eine vernünftige Prüfung der Bilder ist das Mäusekino nicht geeignet.

Ist das Bild, das wir darauf sehen auch tatsächlich das, was wir später auf unserem (kalibrierten) Monitor vor uns haben?

Ich meine nein!

Aber eine wichtige Information finden wir doch, egal wie klein unser Mäusekino auch ist - das Histogramm.

"Expose to the Right": wo soviel Spielraum im Dynamikumfang der Kamera vorhanden ist …


Eine Rückschauzeit von 4 Sekunden sollte genügen, um gelegentlich einen kurzen Blick auf das Histogramm zu werfen.

… kann man ruhig "nach rechts" belichten. Den Schatten tut's gut, die Lichter sind nicht in Gefahr.
Aber Achtung: wie sieht das RGB-Histogramm aus?


Wenn auch die Regel "Expose (to the) Right" ihre Berechtigung hat - sie kann helfen, das digitale Rauschen in den Schatten zu reduzieren - so muss man doch bei ihrer Anwendung größte Vorsicht walten lassen.

Bei vielen Kameras bekommen wir nämlich leider nur ein Luminanz-Histogramm zu sehen, und das basiert ausschließlich auf dem Grün-Kanal.


Bild wurde durch Bearbeitung "verschlimmbessert".


Motive am Morgen, am Abend, im offenen Schatten, also Motive mit hoher Farbdominanz, können ein ganz vernünftiges Luminanz-Histogramm darstellen.

Und wie man sieht, Luminanz- und Grünkanal sind praktisch identisch.


Aber sobald man in die einzelnen Farbkanäle blickt, sieht man den Salat.


Die Übersättigung im Rot (Abendsonne!) ist noch nicht so tragisch.


Die Übersättigung im Blau (Himmel wirkt wie ein offener Schatten!) ist aber schon heftiger


Hier das gleiche Bild mit noch akzeptablem Histogramm.

So kam das Bild aus der Kamera, Blichtung nahe am Ideal.


Wer in RAW fotografiert, hat damit keine Probleme.
Belichtung und Farbtemperatur können bei der Konvertierung perfekt eingestellt werden.

Wer mit JPEG' s arbeitet muss besondere Vorsicht walten lassen.
RGB-Histogramm, soweit vorhanden, genau anschauen.

Beim Luminanz-Histogramm bei auffallenden Farbdominanzen "rechts" lieber etwas Sicherheitsreserve lassen.

Und möglichst mit dem Weißabgleich arbeiten (Tag 5400K, Kunstlicht 3400K), den man nachher im Bild auch sehen will.
Er wird in das JPEG eingewirkt, und ist nicht mehr vernünftig zu korrigieren.

Und immer bedenken: Werte von 255 (rechte Begrenzung des Histogramms) enthalten keine! reproduzierbaren Daten mehr!

© Foto: Volker Türck - Danke für den Informationsaustausch!


Für Anregungen oder Wünsche zum Thema "Grundlagen der digitalen Fotografie" bin ich immer offen.
Wer (Problem-)Bilder schicken möchte, bitte möglichst direkt aus der Kamera.

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