Dienstag, 8. Januar 2008

Wider die Fotografitis

"Im Bildersturm verewigt" nennt Arno Frank seine heutige Kolumne in der TAZ.

Er hat eine "neue Krankheit" entdeckt - die Fotografitis - die im Endstadium zu "sinnlicher Abstumpfung führt".

Und dann beschreibt er sehr anschaulich den nervtötenden und exzessiven Gebrauch von Aufnahmeinstrumenten zu jeder unpassenden Gelegenheit.

Und es schwant ihm auch warum wir fotografieren müssen:
ist es die Angst vor der Vergänglichkeit, vor dem Tod, die uns zu solch verzweifelndem Tun treibt?

Kommentare:

  1. Danke für den Link! Interessanter und warer Artikel aus der TAZ!

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  2. Das ist in der Tat treffend. Es ist im Übrigen nicht die Verfügbarkeit entsprechender Apparate, sprich: erschwinglicher Digitalkameras an sich, die jene Zwanghaftigkeit befördert, aber die ungeheure Verbreitung dieser Apparate hat die Psychose erst zur Massenpsychose befördert - spätestens seit dem Siegeszug des Fotohandys.

    Noch interessanter ist allerdings, was mit den Bildern geschieht, die zur Todesbezwingung gemacht werden. Denn das Verhalten vieler Existenzdokumentierer ist ein eigentlich kontraproduktives. Ginge es um Unsterblichkeit, so müssten die Bilder, gleichsam als Denkmal, der Nachwelt zugänglich gemacht werden - zumindest in der Absicht der Dokumentatoren.
    Doch dies ist mitnichten der Fall. Gerade bei jungen Leuten erlebe ich es immer wieder...

    weiter bei realfragment

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  3. Existenzvergewisserung, Existenzberechtigung, Rollenwechsel von der Teilnahme zur Beobachtung - das wären so Stichworte.

    Vielleicht verschwinden diese Phänomene, hochgehaltene Kamerahandys oder Digiknipsen und Camcorder, auch so schnell wieder, wie sie gekommen sind?

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