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Samstag, 5. März 2011

Gute Reise – oder – Ein Augenblick für ThinkTank Airport Antidote V2.0



Die Auswahl an Fotorucksäcken namhafter Marken ist groß.
Also braucht man Kriterien um sich zu entscheiden:
Was muss rein?
Muss er expeditions- oder nur reisetauglich sein?
Soll er im Flugzeug als Handgepäck durchgehen?
Und natürlich nicht zuletzt: wie groß ist mein Budget?

Wer einen reise- und flugtauglichen Fotorucksack aus dem mittleren Preissegment sucht, für den lohnt ein Blick auf den ThinkTank Airport Antidote V2.0

Hier auf's reisefertigste verpackt:

  1. Kamera mit Batteriegriff und 2.8/28-80 mit umgekehrt aufgesetzter Sonnenblende
  2. Kameragehäuse
  3. Objektiv 2.8/16-35 (Sonnenblende steckt bei 6)
  4. Objektiv 2.8/70-200 mit umgekehrt aufgesetzter Sonnenblende
  5. Schutzhülle für den Fotorucksack (Lieferumfang), liegt auf 4 und klemmt die Optik fest
  6. Belichtungsmesser (und Sonnenblende von 3)
  7. PocketWizard MiniTT1 und FlexTT5, ein Blitzfuß, Ersatzbatterien
  8. zwei Blitzgeräte + zusätzlicher Platz z. B. hier mit 1,4-Konverter
  9. PocketWizard FlexTT5, ein Blitzfuß


der Fotorucksack hat ein Fach mit separater Einschubtasche für ein 15"-Laptop incl. Zahlenschloss an Metallkabel und einige Taschen für Notizblock, Akkus, Speicherkarten etc.

Bei Bedarf kann ein kleines Stativ direkt an der Seite angebracht werden. Für ein großes Stativ liegt eine separate Halterung bei (Stative dürfen allerdings nicht ins Handgepäck).

Neben den beiden gepolsterten Schultergurten gibt es eine Bauchgurt und zwei gepolsterte Handgriffe oben und an der Seite. Am Boden gibt es einen flache Halte-/Montagegurt.
Die Reißverschlüsse sind groß dimensioniert und mit Ösen für ein Schloss versehen.

Der ThinkTank ist reise- und flugtauglich, aber als klassischer Rucksack nicht "actiontauglich".
Wer einen Rucksack will mit dem er sich ins brausende Leben stürzen kann, braucht z. B. die beweglichen Slingshot-Modelle o. ä.


So weit so gut.
Wie es nächste Woche im Blog weitergeht weiß ich noch nicht.
Schaun mer mal…

Dienstag, 12. April 2011

Ein Augenblick für das iPad

GH2 mit Lumix 2.5-14mm




Keine Sorge, das wird nicht das x-te iPad Review!
Aber manche Kollegin, mancher Kollege wird sich fragen, lohnt sich die Ausgabe, ist das iPad ein sinnvolles Werkzeug für FotografInnen?

Kurz gesagt: es ist in erster Linie ein Gerät, das zum bequemen Lesen, Film und Fernsehschauen, zum Surfen und Emailschreiben einlädt, aber nicht unbedingt zum produktiven arbeiten.
Irgendwo zwischen Smartphone und Laptop angesiedelt, von allem was, von allem aber nicht das Beste, nicht Fisch, nicht Fleisch.

Aber es ist ein "must have" und wer lange genug drum herum schleicht, wird sich eines kaufen und wenns – wie in meinem Fall - das letzte "alte", nur Wifi, nur 16GB ist – aber dafür günstig.

A propos günstig: statt UMTS macht man unterwegs seinen WLAN-Hotspot am besten mit dem Smartphone und Speicher gibt es in der "Cloud" (Dropbox, Amazon Cloud Drive, MobileMe etc.) genug und für "umme".

Dafür sollte man nicht vergessen, dass zum Gerät noch einiges dazu kommt: Taschen, Aufsteller, Bluetooth-Tastatur, Anschluß für Foto/SD-Karte, ein "Capacitive Stylus", damit man nicht immer mit fettigen Fingern auf dem Bildschirm rumschmieren muss, ein DVB-T-Tuner fürs Fernsehen und nicht zuletzt einige Apps (99% Kruscht!).
Das kostet ordentlich, da kommt noch so einiges zusammen!

Also, Freitag gekauft, Samstag ernüchtert, Sonntag gemerkt: da geht doch was.

Mit "Air Display" lässt sich das iPad als Zweitmonitor z. B. für die Photoshop-Paletten am Laptop einsetzen (siehe oben).
Mit "DSLRemote" kann man Kameras fernsteuern, sogar das Live-View-Bild kommt auf den iPad- Monitor.
"Filterstorm" ist eine ganz passable Bildbearbeitungssoftware, sofern man sich das auf dem iPad antun möchte (man kann nur JPG's importieren/bearbeiten).

Und dann - für mich das Highlight – "Desktop Connect", eine Software, mit der ich, wo ich steh und geh (WLAN vorausgesetzt), auf meinen Rechner im Büro zugreifen kann (der Desktop erscheint wie im Original auf dem iPad!) und z. B. Bilder aus der Datenbank holen kann um sie per Email oder ftp zu verschicken etc. pp.
Vorausgesetzt beide Rechner sind im Internet (und man hat einen Google-Account) läuft jedes Programm auf dem iPad, sogar Flash kann es verstehen!

Und das funktioniert!
Das Foto oben habe ich aufs iPad importiert, bearbeitet, konnte es aber nicht (das ist halt der abgespeckte Browser) via Safari in meinen Blog laden.
Also habe ich es per Email an mich verschickt, habe mich im Bürorechner eingeloggt und das Bild von dort aus hochgeladen - voilà.

Theoretisch hätte ich es vorher sogar in CS5 öffnen und das Bild vor dem upload auf meinem Rechner bearbeiten können - und das von zuhause aus.

So bin ich wieder etwas versöhnlicher gestimmt, schau mal was so wird und werde gegebenenfalls noch mal berichten.

Sicher ist aber eines: zum Fotografieren braucht keiner ein iPad!

Sonntag, 10. Oktober 2010

Ein Augenblick für Passport Sling und Sun-Sniper



"There's gotta be a "camera-bag tax." Who has just one camera bag, and who lets the fact that he already has ten stop him from buying one more? It's like we can't help ourselves. Like every untried camera bag we run across is the green grass on the far side of the fence. If I just had that camera bag...."
"Es müsste eine Kamerataschen-Steuer geben. Wer hat denn nur eine Kameratasche und wen hält die Tatsache, dass er schon zehn hat, davon ab, noch eine zu kaufen? Es ist, als wären wir hilflos ausgeliefert. Jede nicht ausprobiert Kameratasche lockt uns wie das grüne Gras jenseits des Zauns. Wenn ich diese Tasche hätte, dann…"
Mike Johnston trifft den Nagel auf den Kopf.

Also wieder mal eine Kameratasche, eine kleine allerdings, für diejenigen, die wie ich, pausenlos mit sich selbst "Ausrüstungs-Abrüstungsverhandlungen" führen und auch zur Tat schreiten wollen.

Dienstag, 9. November 2010

Ein Augenblick für das Lumix G 2.5/14mm ASPH.

Bl. 2.5, 1/80 sec., 100 ISO, intelligente Automatik iA, Ausschnitt

Nun ist die Reihe der klassischen Brennweiten für die Panasonic GF1 und alle anderen MFT-Kameras komplett: 2.4/14 (equiv. 28mm), 1.7/20 (equiv. 40mm) und 2.8/45 (equiv. 90mm).
Wir erinnern uns an die Leica CL (leider nur mit 40 und 90mm) und ihre intelligentere Minolta-CLE-Schwester, die mit dem gesamten Dreiklang an Festbrennweiten angeboten wurde.

Abgesehen von der besseren optischen Leistung

Mittwoch, 8. Dezember 2010

Ein Augenblick für die Panasonic GH2

GH2 mit Lumix 45-200mm

"Es ist schon alles gesagt - nur noch nicht von mir."

Ich hoffen, Karl Valtentin (FFFaltentin!) entschuldigt, dass ich mich seines berühmten Satzes bemächtigt habe, nur um darauf hinzuweisen, dass ein zusätzlicher Erfahrungsbericht über die neue GH2 eigentlich so unnötig ist wie ein Kropf.

Tatsächlich könnte ich vieles von hier und hier kopieren und in diesen Artikel einsetzen.
Deshalb verzichte ich jetzt einfach mal auf die Beschreibung von Selbstverständlichkeiten und frage: warum habe ich mir diese Kamera gekauft?

Donnerstag, 1. Oktober 2009

Von Allem das Beste - Ein Augenblick für die Canon 7D




Canon 7D, EF 1.8/28mm, Bl. 2.0, 1/40 sec., 800 ISO, JPG, Ausschnitt aus der weiter unten eingeklinkten Datei*
n

"Eine gute Paella sollte auf den Gast warten und nicht der Gast auf die Paella" sagen die Wirte in Spanien und möchten gerne, dass man diese Landesspezialtiät rechtzeitig vorbestellt.
Schließlich soll nicht nur von Allem etwas, sondern von Allem das Beste auf den Tisch kommen …

Donnerstag, 12. November 2009

Katzenblog? -Ein Augenblick für das Leica DG MACRO-ELMARIT 2.8/45mm

GF1 mit Leica DG Macro-Elmarit 2.8/45mm, Bl. 2.8, 1/500 sec., 160 ISO …




… RAW entwickelt in LightZone, 400 x 400 px (100%)




Ein paar Worte zu diesem Objektiv muss ich doch verlieren.
  • das Leica DG Macro-Elmarit hat mit 45mm Brennweite den Bildwinkel eines 90mm KB-Objektivs. Naheinstellung bis auf 15 cm, Fokussierung lässt sich mit Schalter auf 50 cm begrenzen
  • das Objektiv ist stabilisiert, Sucherbild wird dadurch sehr ruhig, Stabilisierung ist praktisch geräuschlos
  • das Objektiv und die GF1 bilden nach Größe und Gewicht eine geradezu ideale Einheit
  • trotz überraschend geringem Gewicht sehr solide und wertige Konstruktion
  • das Objektiv fokussiert auch bei Dämmerlicht schnell und zielsicher - gefühlt schneller als das 20er Pancake
  • das Objektiv ist für manuelles Fokusieren optimiert: sehr prominenter und griffiger Fokusring, im Gegensatz zum Pancake mit direkter Übertragung auf die Optik

Das Foto vom nachdenklichen Kater Ramon habe ich in LightZone entwickelt, es hat (Achtung Web-Bilder!) ein schöne Tonalität, weiche Verläufe, trotzdem Brillanz und hohe Schärfe.

Eine Referenz-Entwicklung in Photoshop CS4 ist erstaunlicherweise qualitativ abgefallen: natürlich ist es schwer, mit zwei völlig unterschiedlichen Programmen das gleiche Ergebnis zu erzielen.
Mir ist aber aufgefallen, das ich, obwohl Photoshop mein Brot und Butter Programm ist, Probleme mit Tonwertaufrissen nicht in den Griff bekam und dass ein (bei Bayer-Sensoren notwendiges) Nachschärfen schnell zu häßlicher Artefaktbildung an Tonwertübergängen führte.

Das in LightZone entwickelte Bild entspricht viel mehr meinen Vorstellungen, auch wenn in Bereichen ohne aufgelöste Strukturen eine feine "Kornstruktur" zu erkennen ist.

Ich meine, das Objektiv trägt den Namen Leica zu recht.


Freitag, 2. Oktober 2009

Ein Augenblick - für die Panasonic GF1

Panasonic GF1 mit Pancake 1.7/20mm, Bl. 1.7 (!), 1/100 sec., 100 ISO


Es ist jetzt doch viel auf einmal - auch für mich.
Zudem bewege ich mit mit der Panasonic auf unbekanntem Gelände.
Ich werde also nichts übers Knie brechen, ein kleiner Bericht kommt nächste Woche.

Soviel kann ich aber jetzt schon sagen: wenn die Linse schon bei offener Blende so gut ist …!

Michael Reichmann konstatiert:
"… I found that it [Lumix 20mm/f 1.7] held up quite nicely against casual shots taken at the same time with a $3,600 Leica 50mm f/1.4 Summilux. No, not as good as – but very nice, and for $400 it offers excellent value for anyone shooting with a M4/3 camera, either one from Panasonic or Olympus."
Aufnahmesituation ähnlich wie mit der Canon 7D, die auch noch mit einem bei Bl. 2 (und 800 ISO!) weniger brilliant zeichnenden 1.8/28er (equv. 40mm KB, entspricht dem Bildwinkel der Panasonic) bestückt war
Der Bildausschnitt ist auch nicht ganz so groß.

Deshalb auf die beiden Fotos nicht zu viel geben, sie können keine Grundlage für eine Qualitätsvergleich abgeben.

Also, schaun mer mal …


update:
mein Erfahrungsbericht ist hier
Fotos mit der GF1 und Pancake 1.7/20mm bzw. Macro-Elmarit 2.8/45mm sind hier

Donnerstag, 5. Februar 2015

Ein Augenblick für die Panasonic LX 100

Panasonic LX 100, Bl. 2.3, 1/50 sec., 1600 ISO, Gesichtserkennung, RAW-Entwicklung in DxO

Ich muss mich erst in die Kamera reinfinden, noch zeigt sich die LX 100 widerborstig.
Erster Eindruck: JPG's werden in den Standardeinstellungen sehr aggressiv entrauscht, es empfiehlt sich eine eigene Einstellung zu finden oder in RAW zu fotografieren.
Der Autofocus ist sehr schnell und sitzt.
Belichtung und Weißabgleich sind prima.
Sucher ist gut, lässt sich zur bessern Scharfeinstellung auf monochrom umschalten.
Zebra zur Überbelichtungskontrolle lässt schnelle Korrekturen zu, es lassen sich verschiedene Empfindlichkeiten einstellen.
Akkukapazität ist gering, Zweitakku ist obligatorisch.
Steuerung via Smartphone funktioniert problemlos.

Ein kleiner Erfahrungsbericht folgt.

siehe auch hier, hier und hier

Freitag, 8. Mai 2015

Ein Augenblick für die Olympus OM-D E-M5 Mark II

© 2015, Martin Storz
Tübingen, Neckarfront: Always Look on the Bright Side of Life

mit M.Zuiko Pro, f/2.8, 14-40mm, Bl. 3.2, 1/1600 sec., 200 ISO
siehe auch hier

Freitag, 11. September 2009

Dr. Photo's Wort zum Sonntag

Schade - wegen Serverüberlastung war es eine etwas verunglückte Vorstellung der Leica M9 und der Leica X1.
Eigentlich haben wir ja schon alles gewusst, aber allein des "geschliffenen" Englisch wegen hat sich das Reinschauen doch gelohnt, oder?


Leica hat vor gut 3 Jahren mit der M8 den glücklosen Versuch gemacht, sich mit der klassischen Messsucherkamera den Platz im "digitalen Zeitalter" zurück zu erobern, den sie in der "analogen Zeit" so erfolgreich inne gehabt hatten.

Was dann allerdings folgte, war eine Geschichte aus Kompromissen und Pannen.
Darüber konnten weder die nachgeschobene aufgemotzte M8.2 noch die etwas peinlichen Sondereditionen hinwegtäuschen.
(Wer Lust hat darüber nachzulesen: hier sind gesammelte Artikel dazu aus diesem Blog)

Keine Frage, die Leica M9 ist endlich die kompromisslose und würdige Nachfolgerin der analogen M-Leica.

Kompromisslos vor allem, weil das Messsucherprinzip seine Stärken im Bereich Weitwinkel bis zur Normalbrennweite hat. Da ist die manuelle Scharfeinstellung schnell und sehr präzise und da besticht auch die Möglichkeit mehr als den von der Optik erfassten Bereich zu übersehen und so den "decisive moment", den entscheidenden Augenblick kommen zu sehen.
Eine Messsucherkamera mit "eingebauter" Brennweitenverlängerung wie die M8 es war, ist schlicht und einfach widersinnig.

Und wir sind alle darauf gespannt, ob die M9 mit ihrem 18MP-Kodak-CCD-Sensor und dem Verzicht auf ein Anti-Aliasing-Filter (dient hauptsächlich zur Minderung von Moiree-Effekten, verursacht aber Unschärfen, die später korrigiert werden müssen) die Bildqualität aktueller DSLR's erreichen bzw. toppen kann.

Ob sie ihren Preis wert ist, kann allerdings jeder nur für sich selbst entscheiden.
Wer noch einige Leica-Objektive in der Vitrine hat, wird für das nackte Gehäuse mit ca. 5500 Euro zur Kasse gebeten, das entspricht dem Preis einer aktuellen High-End-DSLR und erscheint mir nicht unangemessen.

Teurer wird es allerdings für den, der eine oder gar mehrere Optiken dazu kaufen möchte.
Ein "günstiges" Summarit 2.5/50mm als Einstieg schlägt z. B. mit gut € 1000 zu Buche.
Wer in lichtstärkere Sphären vorstoßen will - immerhin eine Domäne der M-Leica - braucht allerdings schon eine enorm dicke Brieftasche.


Etwas schwerer fällt es mir, die Spezies der ebenfalls vorgestellt Leica X1 im schier undurchdringbaren Dschungel digitaler Kameras einzuordnen.

Irgendwie ist sie nicht Fisch noch Fleisch.

Auf der einen Seite weist der APS-C-Sensor in das Segment kleiner aber feiner Kameras, zielt vor allem auf die MFT-Modelle von Olympus und Panasonic.

Auf der anderen Seite nimmt das fest verbaute Objektiv der Kamera doch einiges an Charme und Potential, wäre doch mit zwei, drei Wechseloptiken mit Leichtigkeit eine digitale Leica CL daraus geworden.

Ich verstehe natürlich: Leica will den Markt für die M9 nicht selbst kaputtmachen, nicht mit eigenen Produkten "kannibalisieren".

So wird die X1 ihre Käufer dort finden, wo man sich den "roten Punkt" etwas Kosten lassen will (immerhin knapp 1600 Euro, opt. Sucher ca. 270 Euro, Handgriff ca. 90 Euro) und mit einer Festbrennweite (die 24mm haben den Bildwinkel vergleichbar einem 35er KB-Format) gut auskommt.

Vielleicht hat es Leica ja geschafft, aus der Kombination von großem Sensor und festeingebauter Linse mehr an Bildqualität herauszukitzeln, als die (erstaunlich gute!) MFT-Konkurrenz?

Schaun mer mal …








Donnerstag, 11. Januar 2007

Fotografieren Sie grün? / Do you photograph green?

Da haben wir nun unseren viel versprechend mattschwarz schimmernden Body, lesen Gebrauchsanleitungen, scrollen durch Menüs und ziehen dann los, Bilder zu machen, die die Welt noch nicht gesehen hat.

Aber über eine Klitzekleinigkeit haben wir verschämt hinweggesehen!
Über das zarte, grüne Symbol, das kleine bescheidene Rechteck, das verschämt auf dem Einstellrad unserer Profikamera sein Leben fristet, neben P und Av, Tv und M. Und uns nur eines sagen will: wähle mich und werde glücklich.



Tagtäglich tun wir so, als würden wir es nicht bemerken, ja wir ignorieren es geradezu arrogant und hartherzig! Kein Wunder, dass die grüne Farbe mehr und mehr verblasst. Tun wir dem kleinen unscheinbaren Symbol nicht unrecht? Irgendwann wird keiner mehr wissen, was für ein Schatz an dieser Stelle vergraben ist.



Immerhin, dahinter verbirgt sich ein Modus für den fast narrensicheren Schnappschuss, den 90%igen Treffer, das ultimative Werkzeug für den "decisive moment"!
Wir müssen auf nichts vorbereitet sein, an nichts denken, einfach nur die Kamera vors Auge, visieren und abdrücken und glücklich sein.

Und es gibt Situationen wo wir nichts mehr gebrauchen könnten als die uneigennützige Hilfe eines guten Freundes, unseres grünen Schutzengels:

Wir sehen den entscheidenden Augenblick kommen! Stimmt die ISO? Kamera noch auf manuell! Schnell auf P umschalten! Hatte ich jetzt RAW oder JPG? schnell noch AF-Feld wählen! Himmel, der falsche picture style! Arrgh vorbei!!!



There now we have our much promising matt black resplendent body, read instructions, scrolling through menus and then went out to make pictures, which the world did not see yet.

But ashamed we overlook the tender, green symbol, the small modest rectangle, which ekes out his life on the adjusting wheel of our professional camera, beside P and Av, Tv and M. And wants to say us only one thing: select me and become happy.

Every day we do as if we would not notice it, we ignore it almost arrogantly and with a heart of ice! No miracle that the green color fades out more and more.

Don't we do wrong to the tiny inconspicuous symbol? No one will know sometime, what for a treasure here is buried.

Nevertheless, behind itself hides a mode for the nearly reliable snapshot, the 90% hit, the ultimate tool for the “decisive moment”! We must be prepared for nothing, think of nothing, force simply the camera before the eye, visors and be lucky.

And there are situations where we could use nothing more than the unselfish assistance of a good friend, our green protection angel:
We see the decisive moment come! Are the ISO correct? Camera still on manual! Switch to P! Did I got RAW or JPG? Quick select the AF-field! My god, the wrong picture style! Arrgh missed!!!

Freitag, 12. November 2010

Und noch ein Augenblick…

Hier noch als Nachschlag zu meinem letzten Artikel ein schöne Ergänzung von Craig Mod:


Interessant ist es schon, dass Craig bei seiner Besprechung der Linse ebenfalls auf eine rein technische Bewertung verzichtet und stattdessen auf die neuem Sichtweisen abhebt, die das Arbeiten mit Festbrennweiten eröffnen kann.

Vielleicht ist die GF1 mit ihren Festbrennweiten doch keine Leica für Arme sondern "the Barnack camera of the digital aera"?

Mehr lesen: http://thepubliceyeblog.blogspot.com/2009/10/klein-und-fein-erfahrungen-mit-der.html#ixzz153We5Vlp

Dienstag, 3. März 2009

Aus meinem Fenster … / From My Window …

© Peter Meier


Bild vom Schattenbild
Wieder so ein Bild, was nicht für sich spricht, was keine augen(ge)fällige Ästhetik kommuniziert. Wieder wird es wohl durch die Beschreibung des Kontexts anders wahrgenommen als ohne.
Ich öffnete ein Fenster in meinem Hotelzimmer letzte Woche in Seoul und sah meinen Schatten auf der Wand des gegenüberliegenden Gebäudes. Ich machte ein Bild von diesem Bild.
Technisch nach den Kriterien von Pixelzahl, Sensorgröße, Empfindlichkeit usw. ohne Belang. Künstlich ein natürlicher Augenblick festgehalten. Goethe läßt Faust sagen: "Verweile doch! Du bist so schön!" Ich sage: "So isch no au wieder!"…


… schreibt Peter Meier zu seinem Projektbeitrag.

Mittwoch, 7. November 2007

Jazz Calendiary 2008 - eine Rezension

"When you hear music, after it's over, it's gone in the air. You can never capture it again."
Eric Dolphy - 02.06.1964 - Hilversum / Holland

Eine Aussage auf der Lizenz-Vinyl-Amiga-Jazz-Edition von 1976 aus DDR-Zeiten, die mir, seit dem ich mich mit Jazz und Fotografie beschäftige, nicht mehr aus dem Kopf geht.

Das Jazz Calendiary 2008, ein Kalenderbuch mit 58 Duoton schwarz-weiss Fotografien von Patrick Hinely, aufgeschlagen auf der linken Seite das Foto, rechts das Wochen-Kalendarium, welches ich Glücklicher nun vor mir liegen habe, beweist das Gegenteil... wenn auch nicht auf akustische, so zumindest auf visuelle Art!

Ich merke erneut beim Durchblättern dieses wunderbaren Kunst-Werkes der Jazzfotografie die Liebe meines Freundes und Kollegen Patrick zur Musik, vor allem aber zu den Menschen.
Durch seine jahrzehntelangen Erfahrungen und Beobachtungen bei der Zusammenarbeit mit den Musikern, vor allem auch hinter der Bühne, hat er einen phänomenalen Spürsinn für den richtigen Augenblick entwickelt.

Mit seinem Markenzeichen WORK/PLAY hat er den Nagel auf den Kopf getroffen.
Nicht nur arbeiten, sondern auch spielen - spielend arbeiten ... wobei spielen nicht immer musizieren bedeuten muss... all that's Jazz!
Ich habe immer bewundert, wie er diese Paradoxien in seinen Fotos unter einen Hut bekommt, sie dem Betrachter offenbart, und dies nicht nur durch den situationsbedingten richtigen Augenblick des Auslösens der flüsterleisen Leica, sondern auch durch die gleichzeitige Gestaltung des schwarz-weiss Bildes, welches immer vollformatig, also unbeschnitten mit schwarzem Negativrand vergrössert wird, wie im Sucher der Kamera gesehen.

Und so passt auch die Feststellung von Henri Cartier-Bresson zu Patrick und seinen Bildern:
"To take photographs means to recognize - simultaneously and within a fraction of a second - both the fact itself and the rigorous organization of visually perceived forms that give it meaning. It's putting one's head, one's eye and one's heart on the same axis."
"Fotografieren heisst - gleichzeitig und innerhalb eines Bruchteils einer Sekunde - die Tatsache selbst und die strenge Organisation der wahrnehmbaren Formen, die ihr Bedeutung geben, zu erkennen. Das heisst Kopf, Auge und Herz auf die gleiche Linie zu bringen."

Henri Cartier-Bresson

Ich könnte jetzt noch viel erzählen, von den wunderbaren Zeiten während der Zusammenarbeit mit Patrick beim JazzFest Berlin, Schulter an Schulter beim Soundcheck, immer mit kollegialer Rücksichtnahme und Respekt, auch vor der Arbeit der Musiker ... oder von der unvergessenen gemeinsamen Fahrt kurz nach der Wende mit meinem Automobil TRABANT durch das Brandenburger Tor, auf dem Weg von der Philharmonie zum Konzert im damals noch verrauchten Franz-Club... aber sehen Sie selbst... er hat vieles davon in seinen Bildern in diesem, seinem Calendiary festgehalten.

When you see a picture, after it's over, it's gone in your head. But you can never capture it again.

Patrick ist immer ein wenig schneller...

Merci, Merci, Merci...
Your Friend
Detlev Schilke


Fotos: © Patrick Hinely

Samstag, 25. August 2007

Im Vorübergehen / En passant / Passing by

Zwei Tendenzen beherrschen die heutige Fotografie: die eine ist voll künstlicher Ausflüchte, voll glänzender Phantasiegebilde und von dem hysterischen Verlangen nach Schock-Effekten erfüllt, die andere ist um Realismus, Aufrichtigkeit, Wahrheit bemüht. […]

Die Kamera arbeitet schnell, und so arbeitet der Fotograf. Innerhalb einer Sekunde muss er sehen und fühlen, verstehen und auswählen, reagieren und agieren. Bewegungen und Ausdrucksweisen, die keiner gesehen hat, bevor sie festgehalten wurden. Ein Augenblick ist eingefangen, der niemals war und nicht wieder sein wird. Schnelligkeit, die Grundbedingung heutigen Lebenss, ist die Stärke der Fotografie, die so zur modernen Kunst des Heute wird, zur Kunst des Sekundenbruchteils.
LISETTE MODEL

Schon interessant, wie zutreffend die Analyse, die sie vor ca. 50 Jahren getroffen hat, auch für unsere Zeit ist.

Auch hier, wie bei anderen, die Fotografie betreffenden Dauer(brenner)themen gilt: manches ändert sich nie!

Schön finde ich auch MODEL's Variante des berühmten Satzes von HENRI CARTIER-BRESSON.

Auf ganz unterschiedliche Weise formuliert, wurde das von vielen Fotografen als der Vorgang des Fotografierens erkannt.

Samstag, 4. Oktober 2008

Im Vorübergehen / En passant / Passing by - Paolo Pellegrin

© Paolo Pellegin/Magnum

„Wenn ich meine Arbeit mache und das Leiden anderer erlebe – ihren Verlust und manchmal ihren Tod – dann fungiere ich nach meiner Empfindung als Zeuge.

Es ist meine Rolle und meine Verantwortung, Aufzeichnungen für unser kollektives Gedächtnis zu schaffen.
Das hat etwas zu tun mit Vorstellungen von Rechenschaft.

Diese Menschen werden vielleicht nur im Moment ihres Leidens wahrgenommen, und die Wahrnehmung wiederum macht uns die Ausrede unmöglich, wir hätten
nichts gewusst.

Gleichzeitig spüre ich, dass es in diesem sehr heiklen und fragilen Raum, der den Tod umgibt – ein Raum, in den ich manchmal sowohl das Privileg wie auch die Bürde habe einzutreten – dass dort die Möglichkeit einer Begegnung existiert, die über alle Worte und jede Kultur und alle Unterschiede hinausgeht.

Man ist einander und dem Mysterium des Sterbens ausgesetzt. Ich spüre, dass ich in diesem Augenblick etwas betrachte, dass ich nicht vollständig sehen kann, das mich aber ansieht. In diesem Austausch lässt sich etwas Universales und zutiefst Intimes finden.

Der Tod des anderen bedeutet einen Verlust, der jeden Menschen angeht.“
PAOLO PELLEGRIN


Der Magnum-Fotograf Paolo Pellegrin zeigt seine auch als Buch erschienene Fotoserie "As I Was Dying" auch als Ausstellung.

Seine beeindruckenden SW-Fotos aus Kriegs- und Krisengebieten sind ungemein ergreifend.

Oft aus der Distanz, oft nur schemenhaft angedeutet, graben sich Elend und Not von Mit-Menschen in das Herz der Betrachter.

Noch bis zum 11. Januar 2009 im Zephyr in Mannheim.

Eim Muss!


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