Dienstag, 9. November 2010

Ein Augenblick für das Lumix G 2.5/14mm ASPH.

Bl. 2.5, 1/80 sec., 100 ISO, intelligente Automatik iA, Ausschnitt

Nun ist die Reihe der klassischen Brennweiten für die Panasonic GF1 und alle anderen MFT-Kameras komplett: 2.4/14 (equiv. 28mm), 1.7/20 (equiv. 40mm) und 2.8/45 (equiv. 90mm).
Wir erinnern uns an die Leica CL (leider nur mit 40 und 90mm) und ihre intelligentere Minolta-CLE-Schwester, die mit dem gesamten Dreiklang an Festbrennweiten angeboten wurde.

Abgesehen von der besseren optischen Leistung
(Auflösung, Kontrast, höhere Lichttransmission durch weniger Glas-Luft-Flächen), ist das Fotografieren mit Festbrennweiten eine Schule des Sehens.

Bl. 2.5, 1/60 sec., 100 ISO, intelligente Automatik iA

Und eine Schule des Sehens ist auch eine Schule der Fotografie.
Wir erfassen mit unseren Augen einen sehr großen Bildwinkel, ca. 120 Grad, erkennen aber in den weiten Randbereichen nur Bewegung und die für uns als Sammler und Jäger überlebenswichtigen Symbole: ist etwas gefährlich für uns, oder ist es harmlos.
Ein Bereich, der ungefähr der sog. Normalbrennweite (40 bis 50mm) entspricht, ist der Blickwinkel, unter der wir unsere Umgebung wahrnehmen.
Fokussiertes, konzentriertes Sehen verringert noch einmal unseren Blickwinkel (bzw. den Bereich des scharfen Sehens) und könnte ungefähr dem Bildwinkel einer Portraitbrennweite entsprechen.



Bl. 2.5, 1/250 sec., 160 ISO, intelligente Automatik iA


Wer nie mit Festbrennweiten gearbeitet hat, wird sehr schnell von der unheilbaren "Zommeritis" befallen, 
wird zum Nabel der Welt, die er sich nach belieben her- oder wegzoomen kann, ohne sich selbst aus dem Zentrum bewegen zu müssen.
Man weiß schon gar nicht mehr, welche Brennweite man einsetzt, es genügt eine Drehung und "es passt".


Bl. 3.5, 1/250 sec., 100 ISO, intelligente Automatik iA

Sich ein Jahr auf eine Leica und eine Festbrennweite zu beschränken, ist bestimmt nicht schlecht.
Aber ein Gehäuse mit den drei klassischen Brennweiten macht es uns leichter, unsere Angst vor dem "Zoomverlust" zu überwinden.

Das Weitwinkel verschafft Raum, Übersicht und Zusammenhänge, bringt uns aber auch hautnah mitten ins Geschehen.
Die Normalbrennweite ist dokumentarisch, lässt uns den Raum in uns nachvollziehbaren Zusammenhängen und ohne perspektivische Verzeichnung erscheinen, während die längere Brennweite verdichtet, Wichtiges heraushebt, von Unwichtigem trennt, auf ein Detail fokussiert.


Bl. 3.2, 1/1250 sec., 100 ISO, intelligente Automatik iA


Dr. Photo's Therapie gegen die "Zommeritis" lautet wie folgt:
Courage, Festbrennweiten eingepackt, fotografieren.

So wird sich nach und nach das Gefühl für Bildwinkel und Perspektive einstellen.

P. S.:
natürlich sind alle Bilder mit dem 2.5/14er fotografiert.
Sie sind bearbeitet und nicht als Testbilder gedacht.
Die optische Leistung des Weitwinkels werden die "üblichen Verdächtigen" in Bälde unter die Lupe nehmen.



Kommentare:

  1. Martin, what viewfinder is that in the hot shoe?

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  2. Carl,
    that's the viewfinder of my trusty old Ricoh GRD II.
    Not bulky like the EVF and because centered with the lens, it works very well.

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