Donnerstag, 9. April 2009

Langer Rüssel: Erfahrungsbericht Canon EF 4-5.6/70-300 IS USM

Der hübsche Elefant ist einer der vielen Wasserspeier am Ulmer Münster



Der Rüssel erhöht er die Reichweite des Elefanten gewaltig - eine lange Brennweite die Reichweite des Fotografen.

Vor einem halben Jahr ist mir mein lieb gewordenes Reise-Telezoom EF 3.5-4.5/70-210mm USM so unglücklich aus dem ungesicherten Lowe SlingShot gefallen, dass es (auch in Anbetracht seines fortgeschrittenen Alters) nicht mehr zu retten war …

Ich habe lange gebraucht um mich für einen Ersatz zu entscheiden.
Letztendlich ist mir aber auf Dauer das EF 2.8/70-200mm L mit seinen gut 1,6 kg zum längeren herumtragen einfach zu schwer.

Nach langem Überlegen und dem Studium unzähliger Reviews, habe ich mich für das EF 4-5.6/70-300 IS USM vor allem wegen seines günstigen Preises von knapp 500 Euro entschieden.

Das Objektiv wiegt mit 630 gr. weniger als die Hälfte seiner großen Brüder, hat eine sehr gute IS-Funktion (2 Einstellungen) und ist optisch ohne Fehl und Tadel.

Wegen der geringen Lichtstärke ist die Linse vor allem für den "outdoor"-Einsatz prädestiniert, da können gelegentlich auch 300 mm ganz nützlich sein.
An einer APS-C-Kamera werden daraus stolze 480 mm und für so einen "langen Rüssel" ist Blende 5.6, vor allem weil wirklich nutzbar, doch gar nicht so schlecht?
Die Abbildung wird im Bereich von 200-300mm zwar etwas weicher, das lässt sich aber durch Abblenden auf Bl. 8 oder später bei der Bildbearbeitung leicht korrigieren.

Schön auch, dass sich das Objektiv bei 70mm verriegeln lässt, das verhindert, dass es beim Herumtragen lang und länger wird.
Der Zoomring läuft weich und spielfrei und - obwohl plastikfantastik - macht das Objektiv einen soliden Eindruck.

Unschön, dass sich beim Fokussieren das Entfernungseinstellring und die Frontlinse mitdrehen. Unverständlich und unprofessionell ist, dass es keine Entfernungsskala gibt.

Der Autofokus ist zwar schnell, aber bei dunkleren und kontrastarmen Motiven gelegentlich irritiert. Trotz USM ist der Fokusmotor hörbar, ebenso wie die Bildstabilisierung, die etwas gewöhnungsbedürftige Geräusche macht, etwa wie mein alter Braun Sixtant Rasierer, nur leiser.
Übrigens, gerade bei langen Brennweiten ist IS in der Linse gegenüber AS im Kameragehäuse von Vorteil: die Stabilisierung ist brennweitenoptimiert und - nicht zu unterschätzen - man kommt in den Vorzug eines ruhigen Sucherbildes.

Ich habe das Objektiv bereits zu einigen Gelegenheiten wahrhaft erleichtert getragen und bin mit den Ergebnissen mehr als zufrieden.
Wenn es auch unter Laborbedingungen nicht die optischen Leistungen eines L-Objektivs erreichen wird, so sind die Ergebnisse im journalistischen Alltag sicherlich ebenbürtig.

Es gilt auch hier der weise Spruch: das beste Objektiv ist immer das, das man dabei hat!

Damit gehört das Telezoom wegen seines exzellenten Preis/Leistungsverhältnisses mit Sicherheit zu den wenigen "Süper-Schnäppchen", die man bei Canon machen kann (dazu zähle ich z. B. auch das EF 3.5-4.5/28-105 USM).


Schön, wenn man das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden kann …

Die Magnolienblüte beginnt, wenn auch um gut 14 Tage später als im vergangenen Jahr.
Und einmal im Jahr ein Magolienblütenfoto, das ist mir Plicht und Kür zugleich.
Wer Blumenfotos nicht mag - keine Angst! - es wird höchstwahrscheinlich bei einem Bild bleiben.

Beide Fotos sind natürlich mit dem besprochenen Objektiv fotografiert, beide bei 300 mm und mit offener (Bl. 5.6) Blende.

Magnolia




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