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Dienstag, 14. Mai 2019
Mittwoch, 28. Mai 2008
Blockhouse



fotografiert mit der Ricoh GRD II, Programmautomatik
im Vorbeifahren nicht nur die dramatische Lichtsituation, sondern auch noch eine ziemlich große Möve auf dem Bunkerdach gesehen.
Die Möve war leider mißtrauisch und hat sich standepete verzogen. Damit war ein - womöglich ganz witziges - Bildelement futsch.
Übrig blieben aber der Bunker, das flach einfallende Licht und eine bedrohliche Wolkenwand.
Das Bild "out of the camera" entspricht - und das ist beabsichtigt - in keiner Weise der Intention, die ich beim Fotografieren hatte.
Ich versuche nämlich, wie ehedem bei der konservativen Belichtung eines Filmes, möglichst viel Reserven für eine nachträgliche Bearbeitung zu erhalten: durchgezeichnete Lichter (beim Negativfilm waren es die Schatten), geringer, möglichst linearer Kontrast, reduzierte Sättigung.
So bietet das Bild die Möglichkeit, den hohen natürlichen Kontrastumfang (Objektumfang), die gesehene Dramatik der Szenerie, in den viel geringeren eines Displays oder gar eines Papierausdrucks halbwegs verlustfrei umzusetzen.
Welche der drei Varianten letztendlich "fuktioniert", bleibt dem persönlichen "Geschmack" des Betrachters überlassen.
Die S/W Umsetzung entspricht in den Tonwerten in etwa dem ersten Bild.
Bild 2 weißt einem höheren Kontrast, aber eine geringere Farbsättigung auf.
Weil ich mich selbst nicht für eine Variante entscheiden kann, hier alle drei zur Ansicht.
A propos Camargue:
die wird im Norden von der wunderschönen, sonnendurchglühten Stadt Arles begrenzt, in der jedes Jahr die "Recontres de la Photographie" stattfinden.
Die Website für die Rencontres 2008 ist jetzt online.
Arles, das heißt unzählige Ausstellungen, Projektionen (beeindruckend nachts im Theatre Antique), Lectures, Portfolio reviews, Diskussionen und nicht zuletzt ein ganz und gar erfreuliches Städtchen, Tag und Nacht bevölkert mit LiebhaberInnen der Fotografie.
Den diesjährigen "Prix des Rencontres" erhält übrigens Josef Koudelka (assoziert bei Magnum), dessen Bilder über den Einmarsch der russischen Armee in Prag 1968 am Samstag den 12. Juli im Theatre Antique projeziert werden.
"Kauf Dir ein paar gute Schuhe"riet Koudelka einem jungen Fotografen, auf die Frage nach einem Tipp für seine Karriere.
Ein weißer Rat, dem ich mich nur anschließen kann.
(Ein Erfahrungsbericht nach 1000 km mit meinen Lieblingsschuhen steht aus.)
So die Winde günstig wehen, werde ich in der Eröffnungswoche (8.-12. Juli) in Arles sein und - wie 2007 - täglich hier im Blog berichten.
Samstag, 3. Mai 2008
Im Vorübergehen / En passant / Passing by

"Photography is an ambiguous challenge to chance."
"Fotografie ist eine zweideutige Herausforderung des Zufalls."
Guy Le Querrec
Le Querrec ist seit 1977 Magnum-Mitglied und diskutierte am 7. Juli 07 bei den Rencontres de la Photographie in Arles mit zu dem Thema "Magnum: Mythos und Wirklichkeit".
Sonntag, 13. April 2008
Im Vorübergehen / En passant / Passing by
"Die Momente, die ich einfange, erheben keinen Anspruch auf eine universelle Wahrheit.
Sie geben meine wahrscheinlich ein wenig naive Sicht auf meine persönliche Welt wieder.
Es ist ein Gang in kleinen Schritten zu einer poetischen Darstellung des bescheidenen Glücks."
"The moments that I capture are not intended as some Universal Truth.
They express my - probably rather naïve - vision of my own personal universe.
They are small steps on the road toward a poetic representation of modest happiness."
Willy Ronis
Immer wenn ich die Fotografien von Willy Ronis anschaue, fühle ich mich in seiner Art zu sehen und zu fotografieren auf eine besondere Art zu Hause.
Er fühlte sich wie Henri Cartier-Bresson und Robert Doisneau einer menschlichen Welt verpflichtet, interessierte sich für soziale Themen, war viel auf der "Straße" unterwegs, dokumentierte sensibel und poetisch das alltägliche Leben seiner französischen Landsleute.
Ronis war nie der "tough guy", der Starfotograf, der immer in der ersten Reihe steht - vielleicht ein Grund mehr, ihn sympathisch zu finden.
Nach Jahren voller Enttäuschungen und Krisen, wurde er 1970 auf den ersten "Rencontres" in Arles vom fotobegeisterten Publikum "wiederentdeckt". Es folgten Ausstellungen, Publikationen, Ehrungen - und endlich die Anerkennung, die er und sein fotografisches Werk verdienen.
Willy Ronis gehört - auch wenn hierzulande nicht so bekannt - zu den ganz großen Fotografen unserer Zeit.
Sonntag, 13. Januar 2008
Im Vorübergehen / En passant / Passing by
"Alle technischen Errungenschaften der Welt sind kein Ersatz für die Unfähigkeit zur Wahrnehmung, zur Beobachtung."
ELLIOT ERWITT
Auch wenn ich hier nur zwei Fotos aus seinem Hunde-"Projekt" zeige, sollte man nicht den Fehler machen, ihn auf dieses Genre reduzieren.
ELLIOT ERWITT
Dass das Magnum-Urgestein Erwitt nicht nur ein feinsinniger und humorvoller Fotograf ist, sondern auch als Mensch diese Charakterzüge verkörpert, konnte ich bei den "Rencontres" in Arles feststellen.
Auch wenn ich hier nur zwei Fotos aus seinem Hunde-"Projekt" zeige, sollte man nicht den Fehler machen, ihn auf dieses Genre reduzieren.
Samstag, 27. Oktober 2007
Schwarz! Rot! Gold! - Die Herausforderung!
Does every photographer need a project? fragte ich Magnum-Fotografen Martin Parr auf den "Rencontres" in Arles.
Sein Antwort, wie kann es anders sein: Yes!
Eine immer wieder fortgesetzte Serie von "Stars & Stripes"-Fotos in Carl Weese's Working Pictures hat mich auf die Idee gebracht: warum nicht ein Schwarz-Rot-Gold-Projekt?
Aber kein Projekt für mich, sondern ein Projekt für alle, die den Blog besuchen und Lust haben, mal was gemeinsames auszuprobieren.
Den Anfang mache ich heute mit zwei Fotos, beim samstäglichen Flanieren enstanden.
Eure Fotos bitte an thepubliceyeblogATgmail.com - und zwar subito!
Die Fotos werden natürlich mit Copyright-Angabe und - wenn gewünscht - Verlinkung veröffentlicht.
Ich bin gespannt wie ein Flitzbogen und freue mich auf eine Bilderflut!
P.S.: selbstverständlich ist jede! Flagge willkommen.

beide Fotos: Canon EOS 20D, EF 1.8/28mm, fotografiert mit GRÜN, JPEG "straight" aus der Kamera
a fleck
on the flag
let’s putzen
a riss
in the flag
let's nähen
where's the nadel
now
that's getan
let's throw it
werfen
into a dreck
that’s
a zweck
Sein Antwort, wie kann es anders sein: Yes!
Eine immer wieder fortgesetzte Serie von "Stars & Stripes"-Fotos in Carl Weese's Working Pictures hat mich auf die Idee gebracht: warum nicht ein Schwarz-Rot-Gold-Projekt?
Aber kein Projekt für mich, sondern ein Projekt für alle, die den Blog besuchen und Lust haben, mal was gemeinsames auszuprobieren.
Den Anfang mache ich heute mit zwei Fotos, beim samstäglichen Flanieren enstanden.
Eure Fotos bitte an thepubliceyeblogATgmail.com - und zwar subito!
Die Fotos werden natürlich mit Copyright-Angabe und - wenn gewünscht - Verlinkung veröffentlicht.
Ich bin gespannt wie ein Flitzbogen und freue mich auf eine Bilderflut!
P.S.: selbstverständlich ist jede! Flagge willkommen.

beide Fotos: Canon EOS 20D, EF 1.8/28mm, fotografiert mit GRÜN, JPEG "straight" aus der Kamera
the flag
a fleck
on the flag
let’s putzen
a riss
in the flag
let's nähen
where's the nadel
now
that's getan
let's throw it
werfen
into a dreck
that’s
a zweck
Montag, 9. Juli 2007
Magnum: Mythos und Wirklichkeit
Rencontres d'Arles 2007
Mythos
Da sitzen sie dann vor uns auf dem Podium: Abbas, David Hurn, Guy Le Querrec, Susam Meiselas, Lise Sarfati, Chris Steele-Perkins… und David Seymour (Chim) und Elliot Erwitt und René Burri!
Da sitzt er versammelt, der Mythos von Magnum.
Und hinter ihnen die Schatten all der anderen, Capa, Bischof…
Alle sind sie offensichtlich Individualisten. Und doch hat jeder das Kollektiv gesucht. Warum?
Man sucht den Austausch mit anderen, man sucht den Ansporn, die Herausforderung durch andere, man sucht die Unabhängigkeit (von Verwertungszwängen), man will fotografieren was man für wichtig hält, Verwertung und Verwaltung den Angestellten überlassen.
Das waren wohl ursprünglich auch die Motive der vom Krieg "entlassenen" Gründer in den 40er Jahren.
Die Unabhängigkeit von redaktionellen Zwängen ermöglicht die Entstehung der Bild-Ikonen - uns allen vor Augen - in denen die Geschichte der letzten 60 Jahre eingefangen ist.
Und warum fotografieren?
"Fotografieren ist ein Grund, sich mit der verrückten Welt auseinanderzusetzen."
"Die Kamera ist eine Entschuldigung, Grenzen und Mauern zu überwinden"
Realität
"Vielleicht wird man einmal über Magnum denken, das waren die mit den körnigen Schwarz-Weiß-Fotos."
Wir sind in der Wirklichkeit angekommen!
Magnum will gegen den Markt produzieren. Aber Magnum muss auch verkaufen.
Die Zeit der großen Reportagen ist vorbei?
Zeitschriften und Magazine sollen jetzt das Vehikel sein für Fotobücher.
Kann man damit wirklich Geld verdienen?
Und print-sale!
Tatsächlich? Print-sale als wirtschaftlicher Faktor?
Suche nach neuen Ausdrucksformen.
Magnum in Motion um mit der Flickr-Community in Kontakt zu kommen.
Aber: der letzte Eintrag im Blog stammt vom 31. Mai (!) und zeigt ein Foto von Martin Parr, aufgenommen 1991 für ein Tourismus-Projekt! Ein Verlegenheits-Post?
Damals war die Flickr-Generation im besten Fall noch ein Lächeln auf den Lippen ihrer Mütter!
Warum sind so wenig Frauen bei Magnum?
Dem Podium fällt es sichtlich schwer, sich auf die Frage einzulassen. Allenfalls der Beitrag von Lise Sarfati lässt ahnen, dass das Magnum-Kollektiv auch nur ein Spiegel der gesellschaftlichen Wirklichkeit ist.
Lebt der Mythos nur noch durch den Verkauf aus den Archiven der Vergangenheit?
Der Vorhang zu und alle Fragen offen!
Samstag, 7. Juli 2007
Arles_4
HP/Magnum Konferenz
Nachdem ich bereits am Vormittag wegen Überfüllung nicht mehr in den Vortrag von Magnum-Fotograf Martin Parr kam, hat es dann am Nachmittag geklappt.
Wegen großem Interesse vom Hotel d'Arlatan in das große Théatre d'Arles verlegt, war die Veranstaltung trotzdem voll.
Martin Parr, unermüdlicher Produzent von Fotobüchern, beschrieb symphatisch und mit Witz seinen Werdegang zum Fotografen.
Vom Gr0ßvater gefördert, von seiner englischen Mittelklasse-Umgebung inspiriert, kam schnell das Interesse am Inszenieren, am Sammeln von kuriosen Themen.
So entstanden, mit hintergründigem Humor fotografiert, Bücher über freie Parkplätze, über das Strandleben, über das Essen, das Wohnen. Die Bildern gesammelt rund um den Erdball.
Kurios auch seine Leidenschaft für Saddam-Hussein-Armbanduhren, von denen er - meint er - die größte Sammlung besitzt.
Bei der anschließenden Diskussion musste ich dem Mann der tausend Projekte natürlich die Frage stellen: “Does every photographer need a project?”
Für Martin Parr keine Frage.
Projekte haben einen Anfang, müssen aber auch ein Ende haben. Sie durchzuhalten erfordert Disziplin. Disziplin ist wichtig, deshalb sind Projekte für uns Fotografen wichtig.
Martin Parr fotografiert digital, ist davon sehr angetan (kein Filmwechsel mehr!), fotografiert aber Projekte, die er mit Film angefangen hat, auch mit Film zu Ende.
La nuit de l'année - Die Nacht des Jahres
Ganz Arles war auf den Beinen, zu heiß zum Schlafen.

Mehr als 30 Agenturen, Magazine, aber auch Fotografenkollektive wie Ostkreuz stellten sich in Hinterhöfen und auf Plätzen mit ihren Arbeiten vor.
(Übrigens, auch eine Anregung, sich mal mit Digitalen Slideshows zu beschäftigen.)
Ein Bildermeer, ein Menschenmeer in der pittoresken Kulisse einer heißen Sommernacht in Arles
Agence Magnum Photos, Mythes et Realites
Die vielversprechende Veranstaltung (mit Abbas, David Hum, Guy Le Querrec, Susan Meiselas, Lise Sarfati, Chris Stelle-Perkins u. a.), findet heute am späten Nachmittag statt. Ich werde sie heute wohl nicht mehr im Blog unterkriegen.
Wenn es interessantes zu berichten gibt, werde ich das von zuhause aus nachschieben.
Arles, das waren 11 Ausstellungen (von 17), tausende Fotos gesehen, ein paar wenige selbst gemacht, Veranstaltungen, Ideen und Anregungen, Licht und Wärme und keine Sekunde Langeweile.
Habe heute morgen auf dem riesigen Grand Marché Provencal meinen Proviant für die Rückreise eingekauft.

Au revoir, Arles!
Freitag, 6. Juli 2007
Arles_3
Donnerstag, ab 22:30 bis nach Mitternacht: großes Projektions-Spektakel im Theatre Antique.
Es werden Preise verliehen, verbunden mit Projektionen der preisgekrönten Fotos.
Herausragend die Projektion von Magnum-Fotograf PAOLO PELLEGRIN
Seine beeindruckenden SW-Fotos aus Kriegs- und Krisengebieten sind ungemein ergreifend.
Oft aus der Distanz, oft nur schemenhaft angedeutet, graben sich Elend und Not von Mit-Menschen in das Herz der Betrachter.
Danach die Projektion des Werkes (ebenfalls SW) von Alberto Garcia-Alix (siehe Arles_1), begleitet durch den argentinischen Musiker und Tango-Sänger Daniel Melingo (!).
Zu viele Fixer, zu viele (Selbst-)Portraits, zu viele Rocker. Erst als gegen Ende seine expliziten Nackt- und Sexfotos zu sehen waren, kam etwas Leben ins Publikum.
Die antiken Steine sind hart, die Nacht wird lang und länger - Gott sei Dank, wir sind immerhin in Südfrankreich.
Ausstellungen
Witzig die Collection Vernaculaire d'Erik Kessels, eine Sammlung von Bildern aus den Archiven der anonymen, aber wahren Helden der Fotografie: der Fotoamateure.
Kessels bringt die Bilder in Zusammenhänge wie:
⁃ Strangers in my photoalbum - Unbekannte Menschen auf Familienfotos.
⁃ In almost every picture - Hund, Kind, Frau, Mann, eben das Liebste über Jahre weg an den unterschiedlichsten Orten fotografiert.
⁃ 119 German uniforms and how they should worn - ja das gibt es wirklich, in lebensgröße, man schaut und staunt.

Und, auch Scheiße hält still, wenn sie fotografiert wird. So schaut man halt angewidert auf eine Fotoserie mit Kloschüsseln - vor dem runterspülen.
Übrigens, man trägt wieder Leica! Dazu ein richtig schön abgeschrabbtes Täschchen aus Canvas oder Leder.
Oder man point and shoot mit den Kleinen auf alles was sich bewegt. Jeder fotografiert jeden.

Als ich Fotos im Hotel du Forum anschaue, fragt mich jemand, ob ich zur Italienischen Party wolle?
Mais oui! Und am Hotel-Pool prima Pasta gegessen!
Nette Leute, die Italiener!
Et demain:
HP/Magnum-Konferenz mit Martin Parr/Magnum
La nuit de l'année: Agenturen, Magazine, Fotografenkollektive stellen sich vor.
Donnerstag, 5. Juli 2007
Arles_2
Vielleicht der spannendste, auf jeden Fall der größte Ausstellungsort in Arles sind die alten Werkstätten der staatlichen Eisenbahnen.
Ein riesiges Areal mit mehr oder weniger zerfallenen Werkhallen. Ein pittoresker Ort mit monumentalen Ausstellungsräumen.
Und empfangen wird man dort mit ebenso monumentalen Bildern des französischen Fotografen JR.
Er portraitiert Menschen aus den Vorstädten mit einer in der Metro “gefundenen” Kamera mit 28mm Objektiv und verklebt die Fotos im Überformat in den Straßen.
Was dann kommt, ist ein visueller Overkill.
Indien!
Anay Mann inszeniert modernes bürgerliches Familienleben in Indien. Kaum unterscheidbar von dem uns bekannten. Gerademal eine Schale mit Blütenblättern auf dem Boden, oder eine kleine Handbrause direkt am WC fallen auf, bevor der Fotograf selbst mit dem Powerbook in seinem Bett sitzt und uns jede Illusion über ein Indien nimmt, wie wir es uns vorstellen.
Fast unheimlich wird mir bei den SW-Fotos von Paolo Bartholomew, der Bilder aus den 7oer und 80er Jahren ausgegraben hat, den Jahren bevor er Berufsfotograf wurde. Er umkreist noch orientierungslos mit einer Bildsprache, die ich nur zu gut zu kennen glaube, seine eigene Welt.
Schaue ich mir seine Fotos an, sehe ich eine überraschende Überschneidung mit meinen Bildern aus dieser Zeit.
Erstaunlich: so fern und doch so nah.
Natürlich unbeschreiblich vieles mehr!
Magnum!
Spannt einen Bogen “gesehener” Fotos über 60 Jahre auf.
Von Cappa's “Alliierte Landung in der Normandie” bis… auf eine - noch - leere Stelle für das Jahr 2007.
80 Fotografen waren oder sind noch bei Magnum, eine enorme Bildgewalt! Und alles so vertraut! Es gibt keinen Zweifel: der Mythos “Magnum” und hat die Welt der Fotografie entscheidend geprägt.

Kein Wunder, viele drängen sich um den Magnum-Chef Julien Frydmen (Bildmitte) der zum Ausstellungsbesuch kommt.
Ich sage nur: China, China, China?
Und bin doch enttäuscht.
Enttäuscht über perfekte Inszenierungen (wenige mit Witz), über Riesenformate, die keine Nähe zulassen, über fehlende Intimität.
Ich weiß jetzt etwas über eine Foto-Szene in China, aber wenig über das Land selbst. Ist das alles gewesen?
Unwillkürlich fängt man an, die alten Werkhallen, die eigentlich nur Kulisse sein sollen, wahrzunehmen.
Schmucke Eisensäulen, dicke Spinnweben, Schilder, Maschinenteile, vorsintflutliche Elektroinstallationen.
Und findet dort mehr vom vergangenen Leben der französischen Eisenbahnarbeiter, als vom heutigen China auf den monumentalen Bildtafeln aus dem Dashanzi Art District zu sehen ist.
Mittwoch, 4. Juli 2007
Arles_1
Arles ist nicht Paris, Gott sei Dank!
Alles ist fußläufig zu erreichen.
Arles ist schön und etwas anarchisch. Da ändern auch die Touristen nicht viel.
Die Leute sprechen okzitanisch, eine harte, eher spanisch klingende Sprache.
Die Stadt gibt nicht nur den Rahmen für die Rencontres, sie ist ein Teil des Programms, steht selbst im Wettbewerb um die Gunst des Publikums.
Mein Ticket, € 28 für 17 Ausstellungen, hat sich schon nach dem Besuch von zwei Ausstellungen gelohnt.
Der spanische Fotograf Alberto Garcia-Alix zeigt überwiegend großformatige SW-Arbeiten, edel auf Baryt abgezogen.
Gleich gegenüber der indische Magnum-Fotograf Raghu Rai, mit einem Faible für Panoramen, hoch und quer, Inkjekt-Prints.
Garcia-Alix bewegt sich in seinem persönlichen Umfeld, Freunde, Bekannte, sich immer wieder selbst spiegelnd.
Portraits, Situationen, sehr explizite Nacktdarstellungen, Obsessionen. (Mapplethorpe!?)
Einige wenige Riesenbilder, auch auf Baryt, dunkel, menschenlos, mit viel “künstlerischer Unschärfe”.
Er sagt: “Fotografie hat etwas infernalisches. Es gibt kein zurück.”
Ganz anders Rai. Er hat das Auge des Fotoreporters, schwelgt in ungeheuren Farben, dramatischen SW-Fotos, in Szenen von einer archaischen Anmutung, wie man sie vielleicht nur in Indien sehen kann.
Auch in seinen journalistischen Arbeiten - Bhopal-Tragödie, Mutter Theresa, Indira Ghandi - kann er seine Bildsprache durchhalten.
Er liebt extreme Bildwinkel und extreme Formate.
Er sagt, ganz Fotojournalist: “Die Arbeit des Fotografen ist es, einen Ausschnitt aus der Welt zu schneiden, so glaubhaft und ehrlich, dass, wenn er diesen Ausschnitt wieder einsetzen würde, alles ohne zu stocken weitergehen würde”.
Alberto Garcia-Alix und Raghu Rai - ein Spannungsbogen in der Fotografie, wie er größer nicht sein könnte.
P.S.: habe leider keine Zeit, die Namen zu verlinken!
Werbung:
für das Cafe LA CALENDAL gleich beim Theatre Antique.
Dort gibt's WI-FI für umsonst! Und noch Laptops dazu!
Dienstag, 3. Juli 2007
Bin dann mal weg … in Arles

Ich bin schon neugierig auf die Rencontres Internationales de la Photographie in Arles.
Klappt alles, wie ich es mir vorstelle, werde ich in den nächsten Tagen ein paar hoffentlich informative Eindrücke posten.
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