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Freitag, 17. April 2009

Im Vorübergehen / En passant / Passing by - Robert Adams

© Robert Adams


"No place is boring, if you've had a good night's sleep and have a pocket full of unexposed film."
"Es ist nirgendwo langweilig wenn du ausgeschlafen bist und eine Tasche voll mit unbelichteten Filmen bei dir hast."
ROBERT ADAMS



© Robert Adams


Robert Adams, geboren 1937 in Orange, New Jersey, wurde bekannt als Teil des Projekts "New Topographics: Photographs of a Man-Altered Landscape".
Diese Bewegung (Stichwort auch Urban Landscapes), der Stefan Shore, Bernd und Hella Becher u. a. angehörten, hat seit 1975 einen großen Einfluß auf die zeitgenössische Fotografie.

Robert Adams hat dieses Jahr den Hasselblad-Preis für Fotografie erhalten - wir gratulieren!

Montag, 28. April 2008

Ansel Adams's Yosemite

Moon and Halfdome by Ansel Adams



Kaum einer kann sich der Faszination der großartigen Natur- und Landschaftsaufnahmen von Ansel Adams entziehen.

Seine frühere Assistentin Andrea G. Stillmann erzählt in einer kleinen Multimediashow anhand von neun Bildbeispielen etwas über den Menschen Adams und seiner großen Liebe zum Yosemite National Park.

Ansel Adams hat den Nationalpark von seinem 14 Lebensjahr bis zu seinem Tode 1984 Jahr für Jahr besucht.

Viele seiner berühmten Aufnahmen sind dort entstanden.

Dienstag, 11. März 2008

Vorfrühling

Canon S3 IS, Brennweite ca. 180mm eqiv., Bl. 4, 1/640 sec., Auto ISO


Landschaftsbild der Schwäbischen Alb bei Käppishäusern.

Die "wirkliche Schönheit" der kargen und rauhen Alb-Landschaften erschließt sich vielleicht nur in der Abstraktion.

Fotoenthusiasten, die auf den Spuren Ansel Adams die Orte aufsuchen, an denen seine berühmten Landschaftsfotografien entstanden sind, sind oft enttäuscht, nicht das vorzufinden, was sie von Adam's Fotos her zu kennen glauben.

Seine handwerkliche Perfektion, die Beeinflussung durch Paul Strand und die "pure photography" lassen glauben, es wäre Adams nur um die naturalistische Reproduktion seiner Motive gegangen.

Für Adams war die Technik, die Perfektion, aber nur Mittel zum Zweck.

Motivauswahl und die technische Umsetzung bis zum fertigen Abzug dienten nur dazu, die "außerordentliche Schönheit der Welt" dazustellen und die "Bindung des Menschen an die Natur" zu bejahen.

In seinem "Persönlichen Credo" (1943, kurz vor der amerikanischen Invasion in Italien) schreibt Ansel Adams u. a.:
"Mein Zugang zur Fotografie basiert auf dem Glauben an die Kräfte und Werte der Natur in ihrer Erhabenheit und Erscheinungsvielfalt. Ich glaube an die Dinge, die wachsen und gewachsen sind und großartig sterben. […] Und ich glaube an die Fotografie als ein Mittel, das diese Bejahung Gestalt werden lässt und zu endgültigem Glück und Vertrauen führt."

Die handwerklich perfekte Reproduktion einer Vorlage ist eine Sache, die Umsetzung einer Idee aber eine ganz andere.

Freitag, 26. September 2008

Im Vorübergehen / En passant / Passing by - Edward Weston



Edward Weston schreibt an Ansel Adams:
"Fotografie muss Extrasehen sein; bloßes Sehen würde die Wiederholung von Tatsachen bedeuten - der Illustrator von Katalogen macht das.
Aber Fotografie ist durchaus nicht Sehen in dem Sinne, dass die Augen sehen.

Unser Gesichtssinn, das Sehen mit beiden Augen, befindet sich in einem ununterbrochenen Zustand der Veränderung, während die Kamera einen einzigen isolierten Augenblickszustand für immer und ewig (wenn die verdammten Abzüge nicht verblassen!) einfängt und festhält.

Wir benutzen dazu noch Linsen mit verschiedenen Brennweiten, um das Sehen absichtlich hervorzuheben und "korrigieren" oftmals aus demselben Grund die Tönungen übertrieben. Beim Kopieren treiben wir unsere vorsätzliche Tatsachenverdrehung noch weiter, indem wir kontrastreiches Papier benutzen, das ganz unterschiedliche Resultate von der Ansicht oder dem Gegenstand, wie er in natura war, ergibt.

Wir müssen uns einig werden, dass dies ein ganz legitimes Vorgehen ist; es ist nicht im buchstäblichen Sinne "Sehen", es geschieht aus gutem Grund, mit schöpferischer Fantasie."
EDWARD WESTON, 1908-1958


Edward Weston berührt in diesem kleinen Briefauszug zwei wichtige Aspekte der Fotografie: den des "natürlichen" menschlichen Sehens und den der kreativen Interpretation des Gesehenen.

Weston gehört - wie Adams - zu den Vertretern der "pure photography", auch "straight photography", die in Europa ihre Entsprechung in der "Neuen Sachlichkeit" fand.

Trotzdem - oder eben deshalb? - unterscheidet er deutlich zwischen "Sehen" und "Wiedergeben".

Interpretation, schöpferische Fantasie steht für ihn offensichtlich in keinem Wiederspruch zur "straight photography", die vielleicht wegen des Wortes "straight" oder "pure" oft missverstanden wird als eine Richtung in der Fotografie, die verlangt, das Bild unverändert so zu belassen, wie es aus der Kamera kommt.

Wer an Edward Weston denkt, denkt vielleicht an seine "nudes", an die Landschaften von Point Lobos, aber auch an Muscheln, Seetang - und Paprika.

Aber an ein WC?


Edward Weston, Excusado, 1925
"Ich fotografiere gerade unsere Toilette, dieses glänzende, porzellanene Gefäß von außerordentlicher Schönheit.
Man mag meinen, dass ich in einer zynischen Stimmung bin, wenn ich ein solches Sujet wähle, […].
Ich war aufs äußerste erregt! - hier stand jede Kurve der "göttlichen Form des Menschen" sinnlich vor mir, abzüglich aller Fehler. […]
Es bleibt ein Problem. […] Der hölzerne Deckel erscheint am oberen Rand gerade noch, […]
Auf eine so einfache Abhilfe wie den Deckel abzuschrauben kam ich nicht.
Als Entschuldigung kann ich nur anführen, dass ich alle diese [4] Negative unter gr0ßem Zeitdruck gemacht habe, jeden Moment fürchtend, jemand könne einem natürlichen Bedürfnis folgend die Toilette zu anderen Zwecken als den meinen benutzen."
EDWARD WESTON, Tagebucheintragungen 1924-1932



nicht verpassen!

Edward Weston auf ARTE: Sonntag, 28. September, 20:15 bis 20:45



Wer ein Buch - oder etwas anderes - über einen der Amazon-Links auf der Seite kauft, verschafft dem Public Eye Blog eine kleine Provision bzw. es werden die Mühen des Blogautors mit einem kleinen Espresso belohnt ;-)

Montag, 7. Januar 2008

Ein Motiv - eine Wiederholung?

Ricoh GRD II, Bl. 2,4, 1/35 sec., 100 ISO




Es ist tatsächlich Zufall, dass ich heute wieder - wie gestern - ein Motiv fotografiert habe, das vor ca. 1 Jahr bereits im Blog zu sehen war.

Wenn Robert Adams bei vielen Fotografen eine "… alltäglich Verbindung zu ihren Themen" beobachtet, dann vielleicht auch deshalb, weil es spannend sein kann, immer wieder an einem bereits entdeckten, vertrauten und deshalb alltäglichen "Motiv" vorbeizukommen.

Spannend, weil sich ein Sujet im Lauf der Zeit verändert.
Spannend aber auch, weil man selbst feststellen kann, wie sich das eigenen Sehen verändert.

Jeder, der nur lange genug in der Nachrichtenfotografie zugange ist, hat irgend wann einmal "déjà-vu"-Erlebnisse: es wiederholen sich Ereignisse, die selben Personen sitzen immer wieder vor der Kamera, man kann Vergangenes und Gegenwart kaum mehr unterscheiden.

Trotzdem, man gibt sich alle Mühe, nicht einfach zu kopieren, sondern ein ganz neues Bild zu schaffen.

Ich glaube nicht, dass man eines Tages das ultimative Bild eines Motivs macht und es danach nicht mehr fotografieren kann.

Ganz im Gegenteil entwickelt sich womöglich aus den "Variationen über ein Motiv" etwas ganz Eigenständiges, das über einen reinen Aha- oder Lehrneffekt hinausgeht?

Ich werde jedenfalls die Idee der Doublette für den Blog im Auge behalten.

Samstag, 8. September 2007

Im Vorübergehen / En passant / Passing by



"Ever since the beginning, camera has pointed at myself."

"Von Anfang an hat die Kamera auf mich gezeigt."


MINOR WHITE, 1908-1976, Fotograf, Dichter, Mystiker, ja Schamane




Empfehlenswert sein Buch "mirrors messages manifestations: photographs and writings", aperture 1969.

White steht am Ende einer Tradition von Henry David Thoreau, Alfred Stieglitz, Edward Weston und Ansel Adams.

Wer sich dafür interessiert, kann die Gründe für die besonderen Stellung der amerikanischen Landschaftsfotografie anhand dieser Namen nachvollziehen.

Nicht ohne Grund heißt die bekannteste amerikanische Foto-Website THE LUMINOUS LANDSCAPE.

Samstag, 21. Juli 2007

Um beim Thema zu bleiben…

Bald nach der Erfindung der Fotografie gründeten sich zahlreiche Fotografische Gesellschaften in allen Herren Länder.

Und damit beginnt auch eine Diskussion, die nicht nur die nächsten Jahrzehnte dominiert, sondern auch heute, nach dem Aufkommen des Digitalen Zeitalters, wieder an Bedeutung gewonnen hat:

Fotografie - Zweck oder Mittel, das Problem der Manipulation und das Problem von Schärfe (pixel peeper!) und Unschärfe (Fotoimpressionisten!).

Spannend, dass die Vetreter der straight photographie (der reinen Fotografie) wie Ansel Adams, Albert Renger-Patsch, Alfred Stieglitz, Paul Strand, Edward Weston u. a. bereits ihre Vorläufer in der Mitte des 19. Jahrhunderts hatten.

So sagt William John Newton auf einer Sitzung der "Photographic Society of London" (er spricht offensichtlich gegen die frühen Vertreter der straight photographie):

"Dabei halte ich es nicht für wünschenswert, dass der Künstler [Fotograf] die Wiedergabe winzigster Details anstrebt. […] Ich tue das um so entschiedener, als in diesem Raum vor kurzem festgestellt wurde, dass Fotografie immer so bleiben soll, wie sie die Kamera hervorgebracht hat, und dass kein Versuch unternommen werden darf, sie mit dem Mitteln der Kunst zu verbessern. Damit stimme ich ganz und gar nicht überein, […]."


Ca. 20 Jahre später, mitten in einer Epoche der ausufernden Retusche, der künstlichen Hintergründe, der technischen Tricks, der Komposit-Fotografie, schreibt W. Neilson in den "Kunstkritischen Stichworten":
"Die Fotografie muss […] ihren eigenen Gesetzen gehorchen. […] Die Fotografie, die so verschieden von den anderen Darstellungsmitteln (der bildenden Kunst) ist, sollte sich selbst treu sein […].

Er argumentiert dann gegen das Retuschieren und endet mit einem schönen Satz und einer sehr realistischen Erkenntnis:
"Die vom Gefallen leben, müssen gefallen, um zu leben."

Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen?

Und damit wird es Zeit für neue Themen!

Samstag, 15. September 2007

Im Vorübergehen / En passant / Passing by


Die Arbeit vieler bedeutenden Fotografen ist üblicherweise durch einen sparsamen Einsatz von Mitteln, und eine offensichtlich alltägliche Verbindung zu ihren Themen gekennzeichnet.

frei nach ROBERT ADAMS