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Donnerstag, 11. Oktober 2007

Kleine Anekdote …

… aus einer Zeit vor der Digitalen Götterdämmerung.




"Ein Fotograf ohne Film, ist wie ein Scheißer ohne Klopapier." sagt eine alte DPA-Weisheit.

Heutzutage müsste man wohl eher sagen: "Ein Fotograf ohne Speicherkarte ist …"

Oder auch: "Ein Fotograf ohne einen vollen Akku ist …"



In Zeiten proprietärer Lithium-Ionen-Akkus ist es ja nicht mehr möglich, im Notfall an der nächsten Straßenecke einfach ein paar Akkus nachzukaufen.

Im Zweifelsfall steht (hockt) man dann leider "ohne" da.



Völlig vergessen ist, dass das vor ein paar Jährchen noch anders war.

Die Kameras hatten nicht nur elektronische Belichtungsmesser, sondern bereits auch elektronisch gesteuerte Verschlüsse.

Aber es gab eine Lösung für den Fall aller Fälle: die Blitzsynchronisationszeit war (in der Regel) batterieunabhängig mechanisch gesteuert.

Man konnte also, völlig ohne Strom, mit 1/60 sec., bei den flotten Modellen sogar mit 1/90 sec., gar bis zu 1/250 sec.! fotografieren.

Mit "Blende 8, die Sonne lacht!" war zwar allein noch nicht geholfen.
Aber mit der Faustregel im Kopf: "Mittags in der Sonne 1/ISO bei Blende 16 ", ein bisschen Erfahrung und Rechenarbeit, war alles möglich.

Die mechanische Synchronisationszeit war eine echte Notfallversicherung.

Im Internet finden sich noch heute ausgetüftelste Tabellen, die ausgedruckt in der Jackentasche, das Belichtungsmessen völlig überflüssig machen.

Auch in Zeiten der Digitalen Götterdämmerung!

Ausprobieren - staunen!

Donnerstag, 30. August 2007

Kleine Anekdote…

… aus einer Zeit vor der Digitalen Götterdämmerung





Ich beschäftige mich gerade mit GARRY WINOGRAND.
(ein schöner Bildband ist "Figments From the Real World", Szarkowski, MOMA, New York, 1988, gefunden bei Lindemanns)

Winogrand, ein großer Fotograf, der sich nicht gerne in eine Schublade stecken lassen wollte, auch nicht in die Schublade der “street photography”.

Trotzdem, er hat von den 50er bis in die 80er Jahre hinein auch das gemacht, was man nicht zu Unrecht als “Straßenfotografie” bezeichnet.

Das nebenbei.

In einem Interview, das Barbara Diamonstein mit ihm führte, antwortet er auf die Frage, ob er jemals Probleme mit Aufträgen oder dem Fotografieren hatte:
"No, the only thing that's difficult is reloading when things are happening. Can you get it done fast enough?"
"Wino" hat mit der LEICA fotografiert!

Diese Antwort löste in mir blitzartig eine Erinnerung aus.

Ich erinnerte mich an ein Schlüsselerlebnis, das ich am 3. 10 1997 - dem Tag der Deutschen Einheit - hatte.

Der ehemalige US-Präsident George Bush sen. war zu diesem Anlass mit Bundeskanzler Helmut Kohl in Stuttgart, um diesen Anlass würdig zu begehen.

Die beiden Staatsmänner gingen, vom freundlichen Beifall der Stuttgarter begleitet, zu Fuß von der Stiftskirche hinüber zum Stuttgarter Staatstheater in den Schlossgarten.



Vor ihnen filmend und fotografierend, dabei rückwärts gehend und von den Sicherheitsleuten bedrängt, wir Fotografen und Kameraleute.

Ich habe damals mit einer Leica M6 fotografiert.

Und während dieses Rückwärtsgangs war mein Film plötzlich zu Ende, mußte gewechselt werden!

Versuch mal bedrängt und rückwärtsgehend, mit einer M-Leica den Film zu wechseln!
"… the only thing that's difficult is reloading [a LEICA] when things are happening. Can you get it done fast enough?"
Nein!
Ich konnte es nicht schnell genug.

Und damals habe ich mich entschieden.
Das sollte mir nie wieder passieren!

Ich habe die Leica-Ausrüstung gegen eine Contax G2 eingetauscht.

Wie gesagt, in einer Zeit, lange vor der Digitalen Götterdämmerung!

Sonntag, 24. Juni 2012

Koinzidenz – Coincidence – Coïncidence


Diese kleine Geschichte habe ich heute zufällig in Popular Photography gefunden.

Und weil sich die Erfahrungen von David Burnett mit einer analogen Leica so verblüffend mit meinen (und denen von Gary Winogrand) decken, erlaube ich mir, die angehängte Anekdote vom 30.08.2007 noch einmal nach vorne zu heben:


Kleine Anekdote…
… aus einer Zeit vor der Digitalen Götterdämmerung

Hier geht's nicht um Fußball…
Ich beschäftige mich gerade mit GARRY WINOGRAND.
(ein schöner Bildband ist "Figments From the Real World", Szarkowski, MOMA, New York, 1988, gefunden bei Lindemanns)

Winogrand, ein großer Fotograf, der sich nicht gerne in eine Schublade stecken lassen wollte, auch nicht in die Schublade der “street photography”.

Trotzdem, er hat von den 50er bis in die 80er Jahre hinein auch das gemacht, was man nicht zu Unrecht als “Straßenfotografie” bezeichnet.

Das nebenbei.

In einem Interview, das Barbara Diamonstein mit ihm führte, antwortet er auf die Frage, ob er jemals Probleme mit Aufträgen oder dem Fotografieren hatte:
"No, the only thing that's difficult is reloading when things are happening. Can you get it done fast enough?"
"Wino" hat mit der LEICA fotografiert!

Diese Antwort löste in mir blitzartig eine Erinnerung aus.

Ich erinnerte mich an ein Schlüsselerlebnis, das ich am 3. 10 1997 - dem Tag der Deutschen Einheit - hatte.

Der ehemalige US-Präsident George Bush senior war zu diesem Anlass mit Bundeskanzler Helmut Kohl in Stuttgart, um den Tag würdig zu begehen.

Die beiden Staatsmänner gingen, vom freundlichen Beifall der Stuttgarter begleitet, zu Fuß von der Stiftskirche hinüber zum Stuttgarter Staatstheater in den Schlossgarten.


…hier geht's um Deutschland!

Vor ihnen filmend und fotografierend, dabei rückwärts gehend und von Sicherheitsleuten bedrängt, wir Fotografen und Kameraleute.

Ich habe damals mit einer Leica M6 fotografiert.

Und während dieses Rückwärtsgangs war mein Film plötzlich zu Ende, mußte gewechselt werden!

Versuch mal bedrängt und rückwärtsgehend, mit einer M-Leica den Film zu wechseln!
"… the only thing that's difficult is reloading [a LEICA] when things are happening. Can you get it done fast enough?"
Nein!
Ich konnte es nicht schnell genug.

Und damals habe ich mich entschieden.
Das sollte mir nie wieder passieren!

Ich habe die Leica-Ausrüstung gegen eine Contax G2 eingetauscht.

Wie gesagt, in einer Zeit, lange vor der Digitalen Götterdämmerung!

Samstag, 2. Februar 2008

Kleine Anekdote …

… aus einer Zeit vor der Digitalen Götterdämmerung
oder
This Could Be The Last Time
oder
Warum ist Schwarz/Weiß manchmal farbiger als Farbe?



Naturkundliche Betrachtungen im Wald, fotografiert mit der Leica M6 auf Ilford XP1



Well this could be the last time
This could be the last time
Maybe the last time
I dont know. Oh no, oh no.

Manchmal kommen halt so Dinge zusammen: ein altes Bild wird ausgegraben, ein alter Song wird gespielt, Erinnerungen kommen zurück.

Im Winter 1996 habe ich einen kleine Reportage über einen Waldkindergarten fotografiert.

Waldkindergärten waren en vogue: die Kinder streunten einen halben Tag lang zusammen mit ihren Betreuerinnen und einem Bollerwagen durch den Wald.
Bei Wind und Wetter! Sommers wie Winters!
Eine tolle Sache!

Jetzt musste ich (es freue mich natürlich!) eines der Bilder wieder ausgraben und in höherer Auflösung neu scannen.

Ich würde jedem, der bisher nur digital fotografiert hat, einen Blick auf so einen Rohscan empfehlen: man ist mit allen Schwächen der digitalen Fotografie schlagartig versöhnt!

Mal abegesehen davon, dass ich den Eindruck habe, dass sich dieser C-41 S/W-Film im Laufe von mehr als 11 Jahren nicht gerade zu seinem Vorteil verändert hat.

Aber zurück zur Geschichte.

Nicht nur in der Liebe gibt es ein letztes Mal, wie die Stones voller Lebensweisheit singen.
Auch beim Fotografieren!

Und die kleine Bildergeschichte vom Winter 96 war die letzte S/W-Reportage, die ich fotografiert habe.

Aber trotzdem, ich will es nicht verheimlichen, habe ich sicherheitshalber parallel dazu noch auf Farbnegativfilm fotografiert.

Die Farbfilme liegen immer noch unberührt im Archiv.
Die wollte niemand sehen.




PS.:

Heut ist Lichtmess!
An Lichtmess bei Licht ich zu Abend ess!
oder auch:
Ist’s an Lichtmess hell und rein,
wird ein langer Winter sein.
Wenn es aber stürmt und schneit,

ist der Frühling nicht mehr weit.“

Donnerstag, 26. Januar 2012

Analoge Morgenröte?


21.01.2012, Demonstration gegen Stuttgart 21 • beide Fotos mit Canon RT, EF 1.8/50mm auf Fuji Neopan 400

Dieser Versuchung konnte ich einfach nicht widerstehen: eine Canon RT, eine "Vitrinenkamera"war zu ersteigern.
Mit der Kamera wurde nie ein Film belichtet, nur ab und an eine Batterie eingelegt um den Verschluß zu betätigen.
Ich hatte Glück…

Die Canon RT war für mich vor der "digitalen Götterdämmerung" die Brücke vom Olympus OM-System zu Canon.
Von einem System, das zwar hervorragend war, aber leider nicht mehr weiter entwickelt wurde (tut sich da wieder was?), zu einer modernen Autofokus-Kamera mit (digitaler) Zukunft.

Ich erinnere mich noch sehr gut an den ersten "Erstfall", bei dem ich mir getraute, die Kamera (mit einem EF 35-80mm) einzusetzen – bei Gelegenheit wird das eine kleine Anekdote.

Nun habe ich also wieder eine analoge Kamera.
Schön, der Sucher ohne "Auszeit", die rekordverdächtige Reaktionsschnelligkeit.

Erstaunlich wie gewohnt sich alles anfühlt, Filmeinlegen, zum Belichtungsmesser der Kamera gelegentlich als Referenz einen Handbelichtungsmesser zu Rate ziehen.
Erstaunlich, wie wenig ich das "Mäusekino" zur Bildkontrolle vermisse, mich schon darauf freue, die Filme aus dem Labor zu holen.

Soll ich nach einer alten Jobo-Dose suchen, die Filme wieder selbst entwickeln…?


Ob und wie ich die Kamera in Zukunft einsetzen werde, wird sich noch weisen – schaun mer mal…


Donnerstag, 25. März 2010

Demnächst in diesem Theater …

… sitze gerade an einem kleinen Erfahrungsbericht über die HoodLoupe 3.0






… und zum Ehrentag unseres Altkanzlers Helmut "Birne" Kohl am 3. April werde ich womöglich mal wieder eine klitzekleine Anekdote aus einer Zeit vor dem Digitalen Götterdämmerung zum Besten geben.


Schaun mer mal …

Montag, 10. Oktober 2011

"Dear Leica M9…" – Ein Abschiedsbrief



Paul Lanigan schreibt einen Abschiedsbrief an seine Leica M9.
Und was für einen!

Einen Abschiedsbrief an die Leica M6 – aus der Zeit vor der digitalen Götterdämmerung – gibt es hier.

Freitag, 7. September 2007

Kleine Anekdote …

… aus einer Zeit vor der Digitalen Götterdämmerung
oder
Wie Spiegel und Stern die Wahrheit über Glasnost verfälschten


Am 14.06.1989 besucht der russische Präsident Michail Gorbatschow Stuttgart.
Der Gast aus Moskau will das Musterländle und den Baden-Württembergischen Ministerpräsidenten Lothar Späth* besuchen.
Zehntausende säumen die Straßen in Stuttgart, stehen auf den Plätzen.


Für uns Fotografen gab es das übliche Programm: Fotopool am Flughafen, am Neuen Schloß, in der Universität.

Am Nachmittag besuchte seine Frau Raissa Gorbatschowa eine schwäbische Vorzeige-Familie in Stuttgart-Gaisburg. Mit dabei der gesamte Pressetross.

Was Gorbatschow wohl während dieser Zeit machte?

Er machte auch einen Besuch!
Aber einen, der weder seinen Gastgebern, noch der Presse politisch genehm war.
Und hier war auch nur ein einziger Pressevertreter zugelassen - ich!

Während der russische Staatsbesuch in der Bundesrepublik offiziell als Annäherung an den Westen gedeutet wurde, suchte “Gorbi” heimlich eine Keimzelle des Sozialismus im deutschen Musterländle auf.

Eine konspirative Wohngemeinschaft, die sich in Stuttgart-Heslach eingenistet hatte.
In Sichtweite des Alten Schützenhauses, in dem 1907 der Internationale Sozialistenkongress stattfand.
August Bebel, Rosa Luxemburg, Clara Zetkin,
Jean Jaurès - alle waren sie damals dabei.

Während der Gespräche über die Zukunft des Sozialismus in Deutschland, wurde “Gorbi” durstig und bekam ein Glas selbstgemachten Most angeboten.


Obwohl der Most so sauer war, dass “Gorbi” anfänglich den Mund verzog, war er von diesem Getränk so begeistert. dass er danach bei jeder sich bietenden Gelegenheit von dem guten "Glas Most" schwärmte.

Niemand konnte oder wollte (?) ihn verstehen!
Ein findiger Spiegel-Journalist deutet seine Worte- Glas Most - in “Glasnost” um, einem Begriff, der wegen seiner Bedeutung (die offene und umfassende Information über gesellschaftlich bedeutsame Aktivitäten und die Möglichkeit ihrer freien und eingehenden Erörterung) dem Westen zu dieser Zeit sehr gelegen kam.

Das einzige Bilddokument dieses Besuches in der Heslacher WG wurde nie veröffentlicht!

Aber das Gesicht Gorbatschows (der erste Schluck Most!) wurde immer wieder aus meinem Foto herauskopiert und häufig- hier ein Beispiel vom Stern - in Bildmontagen eingesetzt.





* Solms hat angerufen und sich über die erste LEICA-Anekdote mokiert.
Ob ich nicht auch eine Geschichte auf Lager hätte, in der die M6 besser wegkommt?
Hab ich! Mit Lothar Späth!
Comming soon!

Freitag, 25. Januar 2008

Für einen handvoll Dollar?

Beruf Fotograf - Nur ein Traum ?
titelt Martin Gommel in seinem Blog Kwerfeldein.

Und schreibt weiter:
"Der Beruf als Fotograf scheint ein sehr begehrter aber auch umstrittener zu sein. In manchen Kreisen besteht die Meinung, dass das Fotografenleben nur etwas für Reiche und besonders begabte ist - und da stellt sich zumindest mir die Frage, ob es auch der normale Bürger zum Fotografen schaffen kann. Dieses Thema ist ein sehr heikles, dessen bin ich mir bewusst. Denn hierzu gehen die Meinungen gewaltig auseinander wie Nord- und Südpol."

Wie gerne würde ich mich zu den "Reichen und Begabten" zählen - aber ach.

Ich erinnere mich an eine unter Kollegen kolportierte Geschichte:
Ein Freelancer sucht die Sportredaktion einer Tageszeitung auf um einen Auswahl von regionalen Sportereignissen des Wochendendes anzubieten (richtig, in einer Zeit vor der Digitalen Götterdämmerung!).

Die Fotos gefallen!
Der zuständige Redakteur greift erfreut zu, die Bilder sollen in die Montagsausgabe.

Ermutigt über die positive Reaktion fragt der Kollege etwas verschämt nach, was er denn dafür an Honorar bekommen würde?

Darauf die lapidare Antwort des "Kollegen" Sportredakteurs: "Des soll dein Schada net sein."

Schon sind wir mittendrin in der rauen Wirklichkeit des Traumberufs, wie ihn die übergroße Zahl von KollegInnen tagtäglich erlebt.

Sie sind nicht die Stars in Hollywood, sondern die, die an den städtischen oder den Landestheatern kleine Sprechrollen haben, oder gelegentlich als Statisten gebraucht werden.

Die Crux ist, die Berufbezeichnug "Fotojournalist" ist nicht geschützt. Jeder ist Fotojournlist, wenn er dazu lustig ist.
Die praktischen Auswirkungen auf die Verdienstmöglichkeiten, kann man sich an den Fingern abzählen.

Schreibe ich auf Nachfrage ein Angebot für einen Fototermin auf der Grundlage der mfm-Liste, lautet die lapidare Antwort (Originalzitat):
"Haben Sie vielen Dank für die rasche Übermittlung eines Angebots auf unsere Anfrage zur fotografischen Dokumentation […]. Leider muss ich Ihnen mitteilen, dass unsere Wahl auf einen anderen Kollegen gefallen ist, dessen Konditionen für uns günstiger waren."
Günstiger?

War da jemand günstiger, der nebenher studiert, vielleicht ein alleinstehnder junger Mann, der bei den Eltern lebt, gerne mal fotografiert und auf ein neues Gehäuse, oder eine USA-Reise spart?

Was ist günstiger? Wo endet günstiger?

Wieviele Tagessätze à ±350 Euronen bekommt ein durchschnittlicher Freelancer in der Woche? Drei?
Wieviel Prozent des Honorars kann er später noch durch Zweitverwertung dazuverdienen? 10 Prozent? 25 Prozent?

Ergibt, wenn alles gut geht 30-40.000 Euronen.
Je nach individueller Fähigkeit wirtschaftlich zu handeln, gehen davon X% Betriebsausgaben weg. Nicht zu vergessen: Steuern, Krankenversicherung, Altersvorsorge.

Wer also das Bundesdeutsche Durchschnittseinkommen (vor Steuern!) von ca. 29.000 Euro erreichen will, muss sich ganz schön nach der Decke strecken.

Die Süddeutsche Zeitung schreibt:
Ein freiberuflicher Werbefotograf kommt im Schnitt auf brutto 1.400 Euro monatlich.
Die Situation hat sich in den vergangenen Jahren in Folge der Medienkrise verschlechtert.
Für ein abgedrucktes Foto in einer größeren Tageszeitung bekommt ein freier Fotograf etwa 70 Euro, Zeitschriften zahlen meist besser.

Beruf Fotograf - Ein Traum ?


Freitag, 2. April 2010

Helmut Kohl wird 80 - Kleine Anekdote …

 … aus einer Zeit vor der "digitalen Götterdämmerung".

Helmut Kohl trauert um Schlesien …

Helmut Kohl wird morgen 80 Jahre alt.
Wir gratulieren!

Und wir erinnern uns:

"40 Jahre nach Kriegsende und Vertreibung und ein Jahrzehnt nach Abschluss der Ostverträge beehrt ein CDU-Kanzler wieder ein Vertriebenentreffen. Der Schaden ist größer als ein vermeintlicher Nutzen: Entweder muss Helmut Kohl die Ostpolitik der letzten Jahre mitsamt der bestehenden Grenzen bestätigen und damit seine Gastgeber verärgern - oder die Grenzen und damit seine Außenpolitik in Frage stellen."

Donnerstag, 20. September 2007

Kleine Anekdote …

… aus einer Zeit vor der Digitalen Götterdämmerung
oder
Spät(h) verlässt der Kapitän das sinkende (Traum)schiff
oder
Versprechen muss man halten


Unter der Regentschaft von Ministerpräsident Lothar Späth war aus Baden-Württemberg das "Musterländle" geworden.

Und die Königsmacher vom Spiegel dachten gar daran, den amtierenden Bundeskanzler Helmut Kohl zu stürzen und das schwäbische "Cleverle" auf seinen Thron zu hieven.

Aber "Tiger Lothar" landete auf dem entscheidenden Bundesparteitag der CDU als Bettvorleger.

Der “Pate” war bitter enttäuscht und sann auf Rache.

Was bald darauf folgte, wurde unter dem Begriff “Traumschiff-Affäre” bekannt.

07.01.1991, Stuttgart, Staatsministerium: Späth versucht sich zu rechtfertigen"Der Späth ist kein Playboy, der Späth ist nicht käuflich, der Späth ist nicht bestechlich."
… aus einer Zeit, als man die Caption noch aufklebte und die Fotos per Hell-Sender verschickte.

"Wer zu Späth kommt, der bezahlt die Spesen." spottete die TAZ.
Das "Brutusle vom Neckar" war der Sonne zu nahe gekommen.

Und als die Zahl seiner Unterstützer dahin schmolz wie Wachs in der Sonne, gab es bald kein Halten mehr.

13.01.1991, Stuttgart, Staatsministerium: Späth's Rücktritt

So begann der Absturz eines Ministerpräsidenten, der Baden-Württemberg lange in den bundesweiten Schlagzeilen gehalten hatte.
Auch zum Nutzen von uns Fotojournalisten, profitierten wir doch vom großen Interesse der Medien an der hiesigen Landespolitik.

Einer der ihn nie gemocht hatte, ja dessen Vorbehalte gegen den "shooting-star" der Union in dem Ausruf mündete: “Der Lothar isch koin Chrischt!” machte sich daran ihn zu beerben.

In einer Nacht-und-Nebel-Aktion bootet Erwin Teufel mögliche Konkurrenten um das Amt des Ministerpräsidenten aus, um dann triumphierend zusammen mit dem waidwunden Parteifeind den Fraktionssaal der CDU zu betreten.

Ich wusste um Teufel's Vorbehalte gegen Späth und wollte deshalb ein Symbolfoto - die beiden unter dem Kreuz, das über der Tür zur Fraktion hing.

So stand ich mit der Leica M6 - Belichtung und Fokus eingestellt - in günstiger Position und wartete.

… aus einer Zeit, als Der Spiegel noch Urheberangaben an Fotos verweigerte.

Die beiden kamen.
Alles hat gestimmt.
Ich hatte mein Bild!

Und Erwin Teufel sein langersehntes Amt!

Der Triumphator

Und - aufgemerkt - ohne die Leica wäre das natürlich nichts geworden!