Montag, 11. Februar 2008

"Ich habe Glück, ich habe einfach Glück gehabt" - Jim Rakete

Gestern abend gab es auf arte eine sehenswerte Dokumentation über den Berliner Fotografen Jim Rakete.

Rakete, Jahrgang 51, (der Name ist eine Verballhornung des französischen Raquette) hat den Fotografenberuf von der Pike auf gelernt.

Als Jugendlicher arbeitet er für Tageszeitungen, fotografierte Auftritte von Rockstars in Berlin, wurde dann Manager und Promoter der Neuen Deutsche Welle (Spliff, Nena, Nina Hagen Band, Ärzte) und fand Ende der 80er Jahre zurück in die Portrait- und Werbefotografie.

Wenn auch mit großem Studio und Mitarbeiterstab, so scheint er doch schlicht und auf das Wesentliche reduziert zu fotografieren.

Jim Rakete porträtiert hauptsächlich in Schwarz/Weiß, fotografiert vorwiegend mit Groß-und Mittelformatkameras auf Film.

Er kann gut mit den Leuten, nutzt die unbedachten Momente nicht aus, hebt nicht auf Pointen ab.

Überhaupt: analoge Fotografie ist sein Ding, nur sie kann - sagt er - die Welt anhalten.

"Ich habe Glück, ich habe einfach Glück gehabt, ich glaube, das ganze Geheimnis ist, ich bin einfach den richtigen Leuten begegnet."


"Jim Rakete – Photographien"
Vom 19. Januar bis 1. März 2008 in der Berliner Galerie Camera Work.

Kommentare:

  1. "MAN WEISS IMMER, OB EIN BILD KNARRT"

    ***komme grad aus der jim rakete sw-plattenkamera-fotoausstellung.
    auch net schlecht! mal wieder grosse echte sw fotos zu sehen mit sehr feinem korn, und extrem scharfer optik!*** schrieb ich gestern.
    leider habe ich kein arte-TV (auch zweite nicht), schade... haette gerne den beitrag gesehen! wiederholung gibts auch nicht.

    ***Er kann gut mit den Leuten, nutzt die unbedachten Momente nicht aus, hebt nicht auf Pointen ab.***
    ...neulich las ich ein interview in der osnabruecker zeitung, neue OZ, mit ihm:
    ***[...] "Wie fangen Sie diesen magischen Moment wieder ein?"
    Am einfachsten geht es ganz schnell. Da gucken einem die Leute bei der Arbeit zu, und ehe sie sich versehen, sind wir schon fertig. Das sind Begegnungen so wie mit uns jetzt. Nur ein bisschen kürzer.

    "Wie kurz?"
    Fünf Minuten. Die Jana Pallaske ist nur kurz vom Fahrrad gestiegen, war noch ganz verschwitzt. Setz dich doch mal hin. Klick! Titelfoto fertig.

    "Unglaublich."
    Nee, überhaupt nicht. Ich bin ein ganz Unaufwendiger. Es ist zwar abgedroschen, aber stimmt: Ich suche das Authentische. Es gibt in diesem Buch keine Idee, kein Make-up und kein Styling. Das ist der Grund, warum sich so viele Leute diese Ausstellung anschauen. Es geht mir um etwas, das wir die ganze Zeit verschütten, verschwenden und verschleudern – nämlich unser Tafelsilber, das deutsche Personal. [...]
    © Marcus Tackenberg

    ja, also, koennte von mir sein, find ich gut!
    DET

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  2. Ich habe die Dokumentation gestern auf arte gesehen. Der Mann ist echt klasse.

    Mir hat besonders gut gefallen wie einfach und ohne große Starallüren er die Menschen fotografiert hat.

    Er hat praktisch nebenbei fotografiert und ansonsten die Menschen vor seiner Kamera mit Reden bei Laune gehalten. Großartige Vorgaben hat er auch nicht gemacht.

    Das sind alles Dinge, die ich mir für mein nächstes Portraitshooting auch vornehme!

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  3. ...eine...zwei kleine korrekturen meines obigen kommentars, auf die mich gestern ein netter, studierter, geschaetzter und aufmerksamer blog-leser und kollege hinwies: die fotos in der jim rakete ausstellung sind nur zum teil wirklich echte sw-abzuege aus dem labor... ein grosser teil der neuen fotos sind drucke mit lichtechter tinte... ich hatte es nicht bemerkt... und die in der vitrine gezeige plattenkamera ist eigentlich eine planfilmkamera (also ohne die negativ-glasplatten), darf aber wohl umgangssprachlich noch als plattenkamera bezeichnet werden...

    so weit, so gut...
    DET

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