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Samstag, 18. Oktober 2008

Im Vorübergehen / En passant / Passing by - William Eggleston


"Ich hasse das Offensichtliche."

Der aus wohlhabenden Verhältnissen stammende Fotograf William Eggleston, Jahrgang 39, kannte viele der großen Fotografen des 20. Jahrhunderts persönlich.

Eggelston war wegen seiner finanziellen Unabhängigkeit als Fotograf durchaus privilegiert: er musste mit der Fotografie nicht seinen Lebensunterhalt verdienen, konnte sich auf die "künstlerische" Farbfotografie konzentrieren und darauf warten, entdeckt zu werden.

Tatsächlich bekam er 1976 im Museum Of Modern Art unter Szarkowski eine Einzelausstellung.

Bildtitel, Angaben zum Ort, sonstige Daten oder Angaben zum Foto, das alles hat nach Meinung von Eggleston nichts mit Fotografieren zu tun.
Und er ist der Ansicht, dass es nur ein "richtiges" Foto geben kann, deshalb muss auch eine Aufnahme ausreichen, denn, so sagt er, "… eine Bildauswahl verwirrt nur."


Ob er wohl das nachstehende Foto gemacht hätte?

Canon 1D MKII, EF 1.8/28mm

Ich glaube eher nicht, obwohl ein gewisser Zusammenhang mit seinem oben stehenden Ausspruch nicht zu übersehen ist.

Genaugenommen gehört das Foto nicht hierher.
Es ist nämlich mein bescheidener Beitrag zum Projekt "Aus meinem Fenster … /From My Window …


So viel für heute - ein schönes Wochenende!

Sonntag, 28. Juni 2009

Samstag, 31. März 2007

Ist die Straße tabu?

Nach der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofs Baden-Württemberg
stellt “stilles Betteln” keine Störung der öffentlichen Sicherheit oder Ordnung dar.
Das generelle Verbot des Bettelns ist deshalb nicht mehr zulässig.
Gegen Ordnungsstörungen durch Bettler (aggressives Betteln, “Demutsbetteln” usw.)
wird auf der Grundlage des allgemeinen Polizeirechts
durch Verbote, Platzverweise und lagebezogene Kontrollen vorgegangen.


Ist die Straße ein öffentlicher oder ein privater Raum?
Haben Fotografen das Recht zu fotografieren wann und wo es ihnen beliebt?

Es ist erfreulich, dass "Straßenfotografie" immer wieder ein Thema in den verschiedensten Blogs ist.

Sei es im Magnum Blog, Ball-Saal Blog, oder aktuell in The Online Photographer, überall geht es um die Frage, ist es überhaupt legitim, Menschen in der Öffentlichkeit unbemerkt und ohne deren ausdrückliche Einwilligung zu fotografieren?

Ich meine ja!
Der unverstellte Blick auf unsere heutige Gesellschaft ist von so großer Bedeutung, dass ich in Kauf nehme, mich in einem rechtlich unsicheren Raum zu bewegen.

Wieviel Einblicke in das öffentliche, gesellschaftliche Leben unterschiedlicher Länder und Kulturen ermöglichen uns heute die Fotos unserer "altvorderen" Straßenfotografen wie Henri Cartier-Bresson, Willy Ronis, Robert Frank, Alfred Eisenstaedt, W. Eugene Smith, William Eggleston, Brassaї, Garry Winogrand uvm.?


Denn der Lohn der Sünde ist der Tod: Straßenprediger


Problematisch finde ich andere Aspekte der Straßenfotografie.

Selbstverständlich ist für mich die kommerzielle Nutzung solcher Fotos ausgeschlossen.

Und ich finde es ebenso selbstverständlich, dass ich die Würde der Menschen zu respektieren habe, und sie nicht durch meine Fotos der Lächerlichkeit, dem Gespött der Betrachter preisgeben darf.

Wie sagt der Fotograf Gilbert Duclos in einem Interview:
"I tell people, take the risk. Because it's so ridiculous that if you follow the ruling literally, they will no longer be able to do street photography."



Ich bin gespannt auf Kommentare.

Samstag, 21. Juli 2007

Um beim Thema zu bleiben…

Bald nach der Erfindung der Fotografie gründeten sich zahlreiche Fotografische Gesellschaften in allen Herren Länder.

Und damit beginnt auch eine Diskussion, die nicht nur die nächsten Jahrzehnte dominiert, sondern auch heute, nach dem Aufkommen des Digitalen Zeitalters, wieder an Bedeutung gewonnen hat:

Fotografie - Zweck oder Mittel, das Problem der Manipulation und das Problem von Schärfe (pixel peeper!) und Unschärfe (Fotoimpressionisten!).

Spannend, dass die Vetreter der straight photographie (der reinen Fotografie) wie Ansel Adams, Albert Renger-Patsch, Alfred Stieglitz, Paul Strand, Edward Weston u. a. bereits ihre Vorläufer in der Mitte des 19. Jahrhunderts hatten.

So sagt William John Newton auf einer Sitzung der "Photographic Society of London" (er spricht offensichtlich gegen die frühen Vertreter der straight photographie):

"Dabei halte ich es nicht für wünschenswert, dass der Künstler [Fotograf] die Wiedergabe winzigster Details anstrebt. […] Ich tue das um so entschiedener, als in diesem Raum vor kurzem festgestellt wurde, dass Fotografie immer so bleiben soll, wie sie die Kamera hervorgebracht hat, und dass kein Versuch unternommen werden darf, sie mit dem Mitteln der Kunst zu verbessern. Damit stimme ich ganz und gar nicht überein, […]."


Ca. 20 Jahre später, mitten in einer Epoche der ausufernden Retusche, der künstlichen Hintergründe, der technischen Tricks, der Komposit-Fotografie, schreibt W. Neilson in den "Kunstkritischen Stichworten":
"Die Fotografie muss […] ihren eigenen Gesetzen gehorchen. […] Die Fotografie, die so verschieden von den anderen Darstellungsmitteln (der bildenden Kunst) ist, sollte sich selbst treu sein […].

Er argumentiert dann gegen das Retuschieren und endet mit einem schönen Satz und einer sehr realistischen Erkenntnis:
"Die vom Gefallen leben, müssen gefallen, um zu leben."

Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen?

Und damit wird es Zeit für neue Themen!

Freitag, 25. Juni 2010

Eggleston’s Trike in Istanbul

Panasonic G1 mit Lumix 14-45mm

Nicht nur auf Krk, auch in Istanbul kommt einem sofort William Egglestone's "Trike" in den Sinn, findet man - so wie hier in einer Trödelgasse im Stadtteil Beyoglu - ein schnittiges Gefährt, einen chromblitzenden Traum an Eleganz und Geschwindigkeit.

Meines war einfacher: keine Speichenräder, keine Schutzbleche, kein Chrombügel, kein Lenkerkörbchen.
Trotzdem war es damals das Größte für mich!

Gibt es heute überhaupt noch Dreiräder?