Montag, 22. Juni 2009

Mehr Licht …!

Goethe in der Campagna, Johann Heinrich Wilhelm Tischbein


Mehr Licht …! das waren angeblich die letzten Worte unseres großen Dichterfürsten Johann Wolfgang von Goethe.

Dass der große Hesse sich in dem ihm eigenen Dialekt in Wahrheit über die Qualität der Matratze seines Sterbebettes beschweren wollte - "Mer liecht … [ so schlecht]!" lässt sich nicht wirklich ausschließen.

Aber große Männer (und Frauen!) sollten sich auch noch im Tode durch das Streben nach Erkenntnis ihrer Bedeutung würdig erweisen.

Lassen wir es deshalb dabei: "Mehr Licht!"

Mehr Licht könnte man sich auch in diesen Tagen wünschen.
Und weil ich die kürzeste Nacht des Jahres an einem gottverlassenen Ort, wenig gewärmt durch eine dünne Decke und mehr schlecht (sic!) als recht auf einem Autositz verbringen musste, hatte ich alle Zeit, um mir Gedanken über einen kleinen Blogeintrag zu machen.

Ausgerechnet der längste Tag des Jahres, zugleich auch angeblich der Beginn des kalendarischen Sommers, zeigt sich kühl und regenverhangen.

Dem zum Trotz möchte ich, auch weil ich selbst in den letzten Wochen sehr häufig und mit guten Ergebnissen so verfahren bin, auf eine goldene Fotografenfaustregel hinweisen, die nirgends besser hinpasst, als in den Sommer: wenn die Sonne lacht, ist die korrekte Belichtungszeit 1/ISO bei Blende 16.
Bei 100 ISO wären das also 1/100 (1/125) sec. bei Blende 16 (bzw. folgerichtig 1/400 (1/500) bei f 8 oder 1/800 (1/1000) bei f 5.6).

Nach dem Belichten zeigt ein kurzer Blick auf das Histogramm in der Regel - stimmt genau!
Wichtig bei Kameras mit kleinem Sensor ist ein kritischer Blick auf die Lichter. Oft ist das Histogramm klein oder ungenau (ein Luminanzhistogramm zeigt in der Regel nur die Werte des Grünkanals an, aber gerade Rot und Blau neigen sehr schnell zum clippen).
Wer sich in der Rückschau ausgefressene Lichter durch ein blinkendes Zebra-Muster im Bild anzeigen lassen kann, ist auf der sicheren Seite.
Kleine blinkende Stellen in Wolken, Reflexe auf Wasser oder sehr hellen Gegenständen sind als Spitzlichter tolerierbar.

Bleiben die Lichtverhältnisse gleich, erzielt man mit fest eingestellten Werten und einem ebenfalls fest auf Tageslicht eingestellten Weißabgleich sehr konstante Ergebnisse, die sich rasch und ohne Aufwand aufs Versandfertigste weiterverarbeiten lassen.

Jetzt warten wir nur noch auf die Sonne.
Mehr Licht! - aber subito!

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