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Freitag, 9. November 2007

«Bilder, die lügen»

Irakkrieg, 2003


Wir leben in einer Welt der Bilder.

Bilder – insbesondere Fotografien und Filme – sind in unserem Alltag allgegenwärtig und prägen unsere Wahrnehmung.
Umso erstaunlicher ist unser Umgang mit dieser Bilderflut.

Texte kritisch zu lesen und deren Wahrheitsgehalt und Absicht zu hinterfragen, sind wir uns gewohnt. Bilder hingegen akzeptieren wir oft ohne zu zögern als wahres Abbild der Realität.

Wir zweifeln ihre Objektivität kaum an und glauben an ihren Wahrheitsgehalt. Aber Bilder können lügen, genau so wie Wörter. Noch nie waren die Möglichkeiten der Bildbearbeitung so vielfältig, die Instrumente dazu so weit verbreitet und die Resultate so perfekt wie heute, im Zeitalter des Heimcomputers. Und ein Ende der Entwicklung ist nicht abzusehen.

Die Ausstellung «Bilder, die lügen» fragt nach der Objektivität von Bildern und zeigt die Problematik der Manipulation von und mit Bildern. Anhand von über 300 Bildbeispielen aus den vergangenen rund 100 Jahren werden die drei Grundmuster der Bildlüge offen gelegt:
die Veränderung des Bildmaterials (Manipulation von bestehenden Bildern)
die Verfälschung von Text- und Kontextbezug (Manipulation der Bildinterpretation)
die Lüge mit Hilfe von realen Bildern (gestellte, inszenierte Bilder).
«Bilder, die lügen» liefert keine Patentrezepte zum bewussten Umgang mit Bildern. Aber sie zeigt Wege, wie Bildquellen kritisch hinterfragt und interpretiert werden können. Sie deckt die Machtverhältnisse auf, die hinter Bildern stehen können, entlarvt die Absichten und Ziele der Bildmanipulationen und zeigt die Auswirkungen und Folgen von Bildlügen auf. Die Ausstellung informiert über die ethischen Ansprüche, die im Umgang mit Bildquellen geltend gemacht werden sollten und macht damit klar: Nicht nur diejenigen, die Bilder produzieren und vertreiben, stehen in der Pflicht, sondern auch die Konsumentinnen und Konsumenten.

Eine Ausstellung der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland in Zusammenarbeit mit der Bundeszentrale für politische Bildung präsentiert im Museum für Kommunikation, Bern.

Die Ausstellung ist noch bis zum 6. Juli 2008 zu sehen in Bern, Helvetiastrasse 16, in der Zeit von Di—So von 10Uhr – 17 Uhr.


Detlev Schilke

Dienstag, 11. April 2023

Gestern Film+Entwickler – heute Sensor+Software

fotografiert Henri Cartier-Bresson?

Die Fotografie hat im Laufe ihrer Geschichte eine beeindruckende technische Entwicklung durchgemacht, die die Art und Weise, wie wir die Welt um uns herum festhalten und darstellen, revolutioniert hat. In den Anfängen der Fotografie, war es neben der Optik die Neuerungen bei Filmemulsionen und der Entwicklerchemie, die die Bildqualität voran brachten. So war es möglich, über Jahrzehnte mit einer analogen Kamera uptodate zu sein, es waren ja die Filme und die Chemie, die immer besser wurden.

Seit ungefähr den "Nullerjahren" hat sich das gründlich geändert, übernehmen Sensortechnik und Software diese Rolle. Diese technischen Veränderungen haben die Fotografie in vielerlei Hinsicht transformiert und neue kreative Möglichkeiten geschaffen. Allerdings zu einem hohen Preis: nicht der Film muß gewechselt werden, es ist jetzt die Kamera, die (alle 4 Jahre?) neu gekauft werden muss, die Software braucht regelmäßige updates und das wiederum leistungsfähigere Computer.

 Die softwarebasierten, z.T. schon mit künstlicher Intelligenz ausgestattete Bildbearbeitungsprogramme ermöglichen es Fotograf:innen, Bilder nach der Aufnahme zu verbessern, zu bearbeiten und zu optimieren und künstlerische Effekte und Stile zu kreieren, die zuvor in der Dunkelkammer so einfach und in diesem Ausmaß nicht möglich waren. 

Und da liegen auch die Risiken, die nicht zu unterschätzen sind. Es mag harmlos erscheinen, einen eintönigen Himmel gegen einen belebten auszutauschen oder ein störendes Objekt zu entfernen. Aber aus gutem Grund ist das ein No-Go im seriösen Fotojournalismus. Wenn ein Bild seine Authentizität verliert, verliert es seinen Wert als Dokument. Agenturfotograf:innen, die einen Bildinhalt auch nur geringfügig verändern, gehen ein hohes Risiko ein. Meist von fotografierenden Kolleg:innen umgeben, wird eine Manipulation schnell augenscheinlich, der Urheber entlassen.

Allerdings bietet die aktuelle Software Möglichkeiten, die auch ich gerne nutze: RAW-Dateien, z. T. 20 Jahre alt und nur 3, 6 oder 8 Megapixel groß, gewinnen durch Programme wie z. B. DxO DeepPrime, Radiant, topaz DeNoise AI/ON1 NoNoise oder auch sog. Resize-Programme enorm an Qualität und lassen sich auch heute noch gut vermarkten.

Trotz all dieser technischen Veränderungen in der Fotografie sollten es wir hinter der Kamera sein, die mit Komposition, Lichtführung, Kreativität und dem richtigen Moment eine gute und authentische Fotografie schaffen.


Siehe auch hier!

Mittwoch, 3. März 2010

Bilder die lügen - World Press Photo


World Press Photo hat den ukrainischen Fotografen Stepan Rudnik disqualifiziert.

Rudnik gewann den 3. Preis in der Kategorie Sport für seine Reportage "Steet fighting, Kiev, Ukraine".
Es wurde jetzt festgestellt, dass Rudnik einen Fuß aus einem Motiv herausretuschiert hatte.

World Press Photo hat seit letztem Jahr die Richtlinie, dass der Inhalt eines Bildes nicht verändert werden darf.

Ich erinnere mich an einen ähnlichen Fall in den USA.
Ein Sportfotograf hatte ein am Bildrand sichtbares Bein wegretuschiert, das er offensichtlich als störend empfand.
Der Fotograf war bei einer Tageszeitung fest angestellt und wurde entlassen.


und hier noch einige Gedanken zum Thema "Schein und Wirklichkeit"!

Donnerstag, 27. August 2009

Bilder die lügen - Wer kennt diese Frau?

Dies ist Heidemarie Wieczorek-Zeul

Doch wer ist das?

© D. Butzmann/F. Jaenicke/S. Knoll/B. Kraehahn



bildwerk3 schreibt dazu:
"Mit diesem Foto – oder sollte ich besser sagen: mit diesem Gemälde – wirbt die SPD ernsthaft für ihre Entwicklungspolitikerin Heidemarie Wieczorek-Zeul.

Unfassbar das sich bei dieser Art von fotografischer Entgleisung gleich vier Fotografen ins Copyright drängeln."



Bilder, die lügen … siehe auch hier und hier.

Freitag, 29. August 2008

Die Anfänge des modernen Fotojournalismus in Deutschland

Nach dem Blick über den Ozean wird es Zeit, unsere Aufmerksamkeit auch auf die Anfänge des modernen Fotojournalismus in Deutschland zu richten.

Das Entstehen einer Vielzahl von Massenillustrierten im Deutschland der 20er Jahre schuf eine ungeahnte Nachfrage nach Bildern, Bildgeschichten und Bildreportagen.
„In den Illustrierten sieht das Publikum die Welt, an deren Wahrnehmung es die Illustrierten hindern." kritisierte Siegfried Krakauer schon damals die aufkommende Bilderflut.

Bekannt und auflagenstark wegen ihrer Reportagen und mehrseitigen Bildstrecken in neuem, modernem Layout wurden:
  • die Berliner Illustrirte
  • die Leipziger Illustrirte (beiden verzichteten auf das “e”)
  • die Münchner Illustrierte Presse (eine Nachahmumg der Berliner Illustrirten)
  • die klassenkämpferische Arbeiter Illustrierte Zeitung (AIZ)
  • Die Kölner Illustrierte
  • Hackbeil's Illustrierte
  • Die Hamburger Illustrierte
  • Die Stuttgarter Illustrierte
  • Die Deutsche Illustrierte
  • Das Illustrierte Blatt
  • Die Republikanische Illustrierte
  • aber auch der Illustrierte Beobachter, eine Zeitschrift der Nationalsozialisten

Schon allein diese unvollständige Aufzählung macht staunen.
Dazu kamen aber noch eine Vielzahl illustrierter Wochenendbeilagen, die mit Bildern bedient werden wollten.

Die Technik zur Umsetzung von Fotos in den Druck war mit dem fotomechanischen Reproduktionsverfahren, der Autotypie, bereits vorhanden.

Die Kameratechnik zog mit der Kleinbild-Leica (1924) und der Ermanox (12 Plattemagazin 4½x6) mit ihrem sensationell lichtstarken Ernostar 1:2.0 (später 1:1.8!) nach und ermöglichte ungestellte Aufnahmen ohne “Feuerwerk”.

Jetzt brauchte es noch die Menschen, die in der Lage waren, die neuen Techniken kreativ und produktiv anzuwenden.

Wie aus dem Nichts entstand eine Riege von erstklassigen Self-Made-Fotoreportern - heute würde man sie als Quereinsteiger bezeichnen - deren Sicht- und Erzählweisen prägend für die moderne Fotografie wurden.

*Unvergessen sind:

Ihre Reportagen trugen Titel wie:
  • Wassernot in Frankreich (E. P. Hahn)
  • Nachts auf dem Nürburgring (Man)
  • Araber gegen Juden - das Problem Palästinas (Tim Gidal)
  • Not im Hamburger Hafen (Neudin)
  • In Goethes Haus (Hübschmann)
  • Die Junggesellin von heute (Man)
  • Leihhaus (Wolfgang Weber)
  • Adoptionsstelle (Umbo)
Dazu kamen natürlich Auslandsreportagen z. B. von Bosshard oder Man's unvergessliches “Photointerview” mit Mussolini.

Dann kam das Jahr 1933.
Und mit ihm der von den Nazis erzwungene Niedergang des deutschen Fotojournlismus.

Dieser Bruch einer großartigen Entwicklung, dieses Erdbeben, zog vieles, vielleicht alles, was im Kunst- und Kulturland Deutschland geschaffen war, in einen braunen Abgrund.

Das Fehlen einer Kontinuität - auch in der Fotografie - ist bis heute zu spüren.

Eine Konsequenz dieser fürchterlichen Entwicklung war die Emigration vieler Fotografen und Verleger.
So entstand die zweite Generation von Fotoreportern im Ausland.

Capa, Chim, Cartier-Bresson, Bischof, Lange, Mydans, um nur einige Namen zu nennen, prägten zukünftig das Gesicht der Fotoreportage und ihrer visuellen Gestaltung bis weit in die 70er Jahre hinein und sind uns in vielem Vorbilder geworden.

Erst nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und der Nazi-Herrschaft, kehrte unter der "Schirmherrschaft" der Allierten die Tradition des Fotojournalismus wieder nach Deutschland zurück.
Die Zeitschriftengestaltung begann in Europa 1947 wieder da, wo die Deutschen Anfang der 30er Jahre aufgehört hatten.

Trotz allem, der Ursprung des modernen Fotojournalismus, der modernen Massenkommunikation hat seine Wurzeln - auch - im Deutschland der Weimarer Republik.

Darauf könne wir doch ein bisschen stolz sein?


*Für die oben genannten Fotoreporter wird es in der nächsten Zeit immer wieder einen Platz im Blog geben.

Mittwoch, 28. Dezember 2011

Kontext:Wochenzeitung – Misstraue der Oberfläche




Wir leben in einer visuellen Welt.

Unzählige bunte Bilder buhlen um unser Hinschauen, versuchen, wie Animateure auf der Reeperbahn, unsere Aufmerksamkeit zu erregen, uns auf eine Seite, in einen Text zu ziehen. Auch wir, die Redakteurinnen und Redakteure der Kontext:Wochenzeitung, wollen nicht auf Fotografie als Türöffner und visuelle Ergänzung zu unseren Artikeln verzichten.

Bilder sollen nicht nur Appetit auf den dazugehörigen Text machen, sie sollen auch Glaubwürdigkeit und Authentizität von Inhalten untermauern. Idealerweise gehen Bild und Text Hand in Hand,
werden Termine gemeinsam von Fotografen und Redakteuren wahrgenommen, wie in unserer Serie "Gipfelgespräche". Aber auch bei Reportagen aus dem Land, wie z. B. "Im Kretschwald" "Der Stuttgarter D-Day", oder aber bei Porträts wie "Die Unbeugsame".

Wir bemühen uns um aktuelle Fotos. Immer lässt sich das nicht einrichten, es belastet auch ganz erheblich das sehr knappe Redaktionsbudget. Deshalb greifen wir öfter in die Archive, müssen Texte mehr oder weniger passend "nachillustrieren" – ideal ist das nicht.

Trotz des Wissens um die Manipulierbarkeit von Bildinhalten, trotz der Allgegenwart der synthetischen Werbebilder und obwohl Fotografie häufig nur noch die Vorlage für computergenerierte Fantasiewelten liefert, werden Fotos noch immer in hohem Maße als Dokumente der Wahrheit empfunden: "Es ist so gewesen".

Ist es wirklich so gewesen?
So, wie sich die RedakteurInnen der Kontext:Wochenzeitung nicht hinter einer vorgeblichen Objektivität verstecken, die Leser nicht über den eigenen Standpunkt im Unklaren lassen, so können und wollen wir Fotografen unseren kritischen Blick, unseren mitfühlenden Blick oder unseren ganz persönlichen Blick auf die "Wirklichkeit" nicht verbergen.

W. Eugene Smith, einer der großen amerikanischen Fotojournalisten, formulierte seinen Anspruch an Reportagefotografie so: "A true picture, unposed and real" – "ein wahres (Ab)Bild, ungestellt und echt". Und doch überschritt auch er die Grenzen der faktischen Erscheinung, weil er mit vielen anderen davon überzeugt war, dass Fotojournalismus nicht nur dokumentieren, sondern auch einen Zweck erfüllen soll, einer menschlicheren Welt verpflichtet sein muss.

Und nicht zuletzt gestattet ein unverstellter Blick auf unsere heutige Gesellschaft Einblicke in das öffentliche und private Leben, die so nicht jedem möglich wären.


Misstraue der Oberfläche!
Das ist nicht nur ein Leitsatz für uns Fotografen, für dieses Motto steht die gesamte Redaktion der Kontext:Wochenzeitung. Wenn Ihnen der Blick hinter die Kulissen, unter die Oberfläche, auf eine andere "Wirklichkeit" etwas wert ist, dann bitten wir Sie herzlich um Unterstützung unserer redaktionellen Arbeit. Ihr Abo, Ihre Spende ermöglicht, dass die Kontext:Wochenzeitung weiterleben kann. Kontext:ist's mir wert!


*Diesen Text habe ich für die aktuellen Ausgabe der Kontext:Wochenzeitung geschrieben.
Für mich ist die Mitarbeit in einer so qualifiziert besetzten Redaktion ein unerwarteter Glücksfall.
Und es ist ein völlig neue Erfahrung, nicht vermittelt über eine Bildredaktion, sondern direkt und als gleichberechtigtes Redaktionsmitglied eine (Online-)Zeitschrift mitzugestalten.
Ich hoffe sehr, dass wir es schaffen, nach einigen Monaten mit "Anfahrhilfe", auf eigenen Füße zu kommen und diesem unabhängigen Medium eine Zukunft sichern können.


Hier geht's zu den Kontext Fotogalerien.

Freitag, 26. Oktober 2007

Schein und Wirklichkeit



Ich stehe auf Sinnsprüche.
Und Sinnsprüche werden hier immer mal wieder zu finden sein!

Zum Beispiel auch der wichtigste Sinnspruch für uns Fotografen:
"Die beste Kamera ist die, die man dabei hat."
Je mehr man über diesen - banalen? - Satz nachdenkt, desto bewusster wird einem die abgrundtiefe Weisheit die dahinter steckt.
(Darauf komme ich mit Sicherheit gelegentlich zurück!)

Mao-Tse-Tung war auch für manchen Spruch gut: " Dem Volke dienen", das klingt nicht schlecht.

Spaßvögel lesen "Dem Volker dienen"! Das würde dem so passen!

Die revolutionären Italiener sagen: "Servire il popolo" und hast Du's nicht gesehen wurde daraus: "Servire il pollo".
Wer mag nicht gerne ein mit Rosmarin und Thymian gebratenes Hühnchen?

Mao sagte auch, der Revolutionär solle im Volke "schwimmen wie ein Fisch im Wasser".
Nach dem "langen Marsch" schwamm er gern im Yangtse.
Allerdings, wenn ich mir dieses Foto"dokument" von 1966 anschaue, habe ich so meinen Zweifel, ob Mao tatsächlich mit den Fischen schwimmt.
Ob sein Kopf (und die der Anderen) einfach nur etwas schlampig aufs unscharfe Foto geklebt wurde?


Roland Barthes, Literaturkritiker, Schriftsteller und Philosoph, schrieb in seinem Buch Die helle Kammer. Bemerkungen zur Fotografie:
"Das Noema (Sinn-, Erkenntnisgehalt) der PHOTOGRAPHIE ist schlicht, banal, hat keine Tiefe: "Es ist so gewesen."
Ist es tatsächlich so gewesen?

Der große Kollege und Straßenfotograf Robert Doisneau, musste ausgerechnet bei seinem bekanntesten Bild "Le baiser de l'Hotel de Ville" eingestehen, dass das Foto kein "candid-shot", kein
Schnappschuss, sondern eine nachgestellte Szene war.

Und wer in seinen Bildbänden blättert, dem fällt auf,
dass er für Kuss-Szenen ein auffallendes Faible hatte. Gab es da noch mehr "staged photography"?


Oder erinnern wir uns an das berühmte Foto des Magnum-Mitbegründers Robert Capa: "Dead of a loyalist soldier".

Dieses Foto war und ist der Auslöser für heiße Debatten darüber, ob es nun gestellt war oder "echt" ist.

Tatsache ist, ob gestellt oder nicht, dieses Foto war im Spanischen Bürgerkrieg von großer Bedeutung für den Kampf gegen die Faschisten.

Und gehört heute, wie Doisneau's Foto auch, zu den Bild-Ikonen unseres Jahrhunderts.


Erwarten wir wirklich von der Fotografie, dass sie uns ein objektives, unverfälschtes, naturgetreues Abbild von der Wirklichkeit liefert?

Vergessen wir nicht einfach, eine ganz wichtige Frage zu stellen?

Eine Frage, die Kurt Tucholsky 1930 (unter seinem Pseudonym Peter Phanter in seinem Aufsatz "Neues Licht") knapp und treffend formuliert hat:
"Wer fotografiert?"
Und hinter dieser Frage steht eine ganze Reihe weiterer W-Fragen, die wir uns beim Betrachten von Fotos stellen sollten.

Vielleicht öffnet uns ein nachdenklicher Blick auf ein Bild von René Magritte die Augen.
"Dies ist keine Pfeife!"

„Ein Bild ist nicht zu verwechseln mit einer Sache, die man berühren kann. Können Sie meine Pfeife stopfen? Natürlich nicht! Sie ist nur eine Darstellung. Hätte ich auf mein Bild geschrieben, dies ist eine Pfeife, so hätte ich gelogen. Das Abbild einer Marmeladenschnitte ist ganz gewiss nichts Essbares."

Gilt das nur für die Malerei?

Und ist unser Auge das passende Werkzeug, ist das Sehen der richtige Sinn, um Schein und Wirklichkeit auseinanderzuhalten?

"Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar."
schrieb Antoine de Saint-Exupéry hellsichtig.

Sollen wir - Liebhaber der Fotografie - unseren Gefühlen mehr trauen, als unseren Augen?

Riskieren wir einen frischen, unverstellten Blick auf die Wirklichkeit mit Gefühl und Verstand!


Ein schönes Wochenende mit Zeit zum Sehen, Fühlen, Fotografieren und Denken.


Thanks to Lars K. Christensen for an inspiring exchange of ideas.

Sonntag, 21. Juni 2009

Samstag, 21. Juli 2007

Um beim Thema zu bleiben…

Bald nach der Erfindung der Fotografie gründeten sich zahlreiche Fotografische Gesellschaften in allen Herren Länder.

Und damit beginnt auch eine Diskussion, die nicht nur die nächsten Jahrzehnte dominiert, sondern auch heute, nach dem Aufkommen des Digitalen Zeitalters, wieder an Bedeutung gewonnen hat:

Fotografie - Zweck oder Mittel, das Problem der Manipulation und das Problem von Schärfe (pixel peeper!) und Unschärfe (Fotoimpressionisten!).

Spannend, dass die Vetreter der straight photographie (der reinen Fotografie) wie Ansel Adams, Albert Renger-Patsch, Alfred Stieglitz, Paul Strand, Edward Weston u. a. bereits ihre Vorläufer in der Mitte des 19. Jahrhunderts hatten.

So sagt William John Newton auf einer Sitzung der "Photographic Society of London" (er spricht offensichtlich gegen die frühen Vertreter der straight photographie):

"Dabei halte ich es nicht für wünschenswert, dass der Künstler [Fotograf] die Wiedergabe winzigster Details anstrebt. […] Ich tue das um so entschiedener, als in diesem Raum vor kurzem festgestellt wurde, dass Fotografie immer so bleiben soll, wie sie die Kamera hervorgebracht hat, und dass kein Versuch unternommen werden darf, sie mit dem Mitteln der Kunst zu verbessern. Damit stimme ich ganz und gar nicht überein, […]."


Ca. 20 Jahre später, mitten in einer Epoche der ausufernden Retusche, der künstlichen Hintergründe, der technischen Tricks, der Komposit-Fotografie, schreibt W. Neilson in den "Kunstkritischen Stichworten":
"Die Fotografie muss […] ihren eigenen Gesetzen gehorchen. […] Die Fotografie, die so verschieden von den anderen Darstellungsmitteln (der bildenden Kunst) ist, sollte sich selbst treu sein […].

Er argumentiert dann gegen das Retuschieren und endet mit einem schönen Satz und einer sehr realistischen Erkenntnis:
"Die vom Gefallen leben, müssen gefallen, um zu leben."

Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen?

Und damit wird es Zeit für neue Themen!

Freitag, 13. Februar 2009

Dr. Photo's Wort zum Sonntag - Canon Buzz

Bekannt geworden ist ein Patent vom August 2008, dass das leidige und langsame Scharfstellen im Live-View-Modus der Canon DSLR's deutlich verbessern soll.

Man könnte vermuten, dass in einer 500D, die zur PMA mit hoher Wahrscheinlichkeit erwartet wird, diese Verbesserung bereits eingesetzt wird.


Canon USA hat im Moment eine Rabattaktion laufen.
Davon können wir in Deutschland zwar im Moment nicht profitieren, aber es ist trotzdem interessant, die Produktliste in Hinblick auf zukünftige Modelle anzuschauen.

Die folgende Produkte sind in die Aktion einbezogen:
  • EOS-1Ds Mark III (muss Canon etwas wg. 5D MK II und Sony A900 tun?)
  • EOS-1D Mark III (nach der AF-Blamage steht eine Nachfolgemodell schon lange aus)
  • EOS 5D Mark II (kanibalisiert die 1Ds, ist für Fotojournalismus zu langsam (und mit 21MP überdimensioniert?), soll - vor allem mit Batteriegriff - sehr "wasserscheu" und problembehaftet sein. Eine 7D könnte mit FF-Sensor und 50D-Techik gegen die Nikon D700 bestehen)
  • EOS 50D (wird vermutlich durch 7D ersetzt)
  • EOS 40D (ausgemustert, liegt bei DxOMark vor der 50D)
  • EF 24-70mm f/2.8L USM (wird vermutlich mit IS neu aufgelegt)
  • EF 24-105mm f/4L IS USM (wird vermutlich durch verbesserte Version ersetzt)
  • EF 70-200mm f/2.8L IS USM (?)
  • EF 85mm f/1.2L II USM (?)
  • Speedlite 580EX II (wird vermutlich durch ein 700 EX ersetzt)

Ich verstehe mit Sicherheit nichts vom "Markt".
Trotzdem erscheint mir Nikon mit seinen Produkten im Moment attraktiver und besser aufgestellt: mit der D300/D700 gibt es professionelle UND preiswerte Modelle (die D700 wird mit Batteriegriff MB-D10 für 1999 € im Laden verkauft).
Vor allem fehlt (mir!) ein Canon-Gegenstück zur Nikon D700.

Um Video in professionellen DSLR's, um die sog. Konvergenz- oder Combokameras wie die 5D MK II eine ist, ist es - wie vorhergesagt - ziemlich ruhig geworden.
Wahrscheinlich braucht das kein Mensch - und will es auch nicht mitbezahlen!


Samstag, 9. Mai 2009

Dr. Photo: vom Raunen und Klagen - ein Gespräch unter Kollegen

Keine Hybridkamera hat es beobachtet, kein Mikrofon hat gelauscht, als sich die drei "großen alten Männer" des deutschen Fotojournalismus zufällig auf der PCP-Tour in der Alten Kelter in Fellbach getroffen haben.

Thomas Klink, Wolfram Scheible und meine Wenigkeit unterhielten sich
  • über Glanz und Elend der Digitalen Fotografie,
  • über den derzeitigen Stand und die absehbare Zukunft der Digitalen Technik,
  • über die Generationenunterschiede bei der Bewertung von journalistischer Fotografie wie z. B., was halten wir "Älteren" für grenzwertig, was ist "normal" für die junge FotografInnen (Fotoillustration!),
  • über Bildverwertung und micro-stocks und über die zukünftige Verschmelzung von Fotografie und Video
  • und die drohende Degradierung von uns Fotografen/Fotojournalisten zu footage-Lieferanten für Video-Stocks.
Wie gesagt, niemand kann Zeugnis ablegen über diesen historischen Diskurs, während um uns herum Shootings mit spargeldünnen Models stattfanden, die neuen Leica S2-Boliden angegrapscht wurden und die Canon 5D MK II auf gefährlich aussehenden Stütz- und Haltegestellen - Hybrid Support Rigs - ihr Debut als Videokamera gab.

Was für eine Kamera sie sich kaufen würden, wenn sie etwas Klimpergeld in ihren Hosentaschen hätten, frug ich die beiden Kollegen.

Kamera? Kamera?
Keiner wollte eine Kamera!

Wolfram entschied sich für einen Großformatdrucker, weg von der virtuellen Flüchtigkeit und zurück zum realen, "begreifbaren" Bild.

Thomas würde sich eher für einen 1A -Monitor entscheiden: wer täglich Stunden seines Lebens vor so einem digitalen Bilderrahmen verbringen muss, möchte wenigsten dort keine Kompromisse machen.


abziehendes Gewitter über Stuttgart • Canon 1D MK II, EF 2.8/28-70 L

Jetzt geht über Stuttgart das erste Gewitter nach einem schönen, warmen Tag nieder und der Widerhall unseres Raunens und Klagens wird von der Natur übertönt mit Donner und Regengeprassel.

Nichts ist wie es war und nichts wird so bleiben wie es ist.

Schluß und Amen!
Ein schönes Wochenende wünscht

euer Doktor Photo.

Mittwoch, 15. April 2009

Appell.

Wir protestieren gegen die aktuellen Verträge für Fotoproduktionen des Jahreszeiten Verlages. Sie sind ein eklatantes Beispiel für den Versuch, die Rechte der Fotografen, Journalisten und Autoren zu beschneiden.

Wir wehren uns grundsätzlich gegen Rahmenbedingungen, die

  • die journalistische Freiheit und die Rechte von Autoren bedrohen
  • die Urheberrechte untergraben und die Übertragung von Nutzungsrechten nicht angemessen entlohnen
  • die wirtschaftliche Existenz von Fotografinnen und Fotografen gefährden
  • einen Angriff auf den Markt der Bild- und Fotoagenturen darstellen

Das Ergebnis kreativer Arbeit muss weiterhin den Urhebern gehören!


Freitag, 17. April 2009

The Times They Are A-Changin' - 30 Jahre TAZ

Mein erstes(?) Foto in der TAZ, Franz Steinkühler, legendärer IG Metall Bezirksleiter in Baden-Württemberg


Die TAZ feiert ihren 30. Geburtstag und Freund wie Feind der siebtgrößten überregionalen deutschen Tageszeitung gratulieren aufs Heftigste.

Für mich war die Gründung einer selbstverwalteten Tageszeitung auch mit ein erster Schritt zum Fotojournalismus.
Es mussten allerdings noch 4 Jahre gefüllt mit Reisen und Orientierungssuche vergehen, bevor ich den Schritt in den hauptberuflichen Fotojournalismus wagte.

Heute bin ich erstaunt darüber, wie viele - heute vergilbte - Belegeexemplare der TAZ, von gewerkschaftlichen und alternativen Publikationen aus den Jahren 79-83 ich noch in meinem Archiv finde.

Schwerpunkte der TAZ - auch meines Interesses - waren Anfang der 80er Jahre soziale und politische Bewegungen:
wir erinneren uns an sehr aktive Friedens- (Nachrüstung) und Anti-Atom-Bewegungnen (Wackersdorf), an das Interesse an Befreiungsbewegungen der "Dritten Welt" (Nicaragua), den Kampf um die 35-Stunden-Woche, Arbeitskämpfe in der französischen Stahlindustrie (Longwy) aber auch Belegschaftskämpfe in Deutschland (Videocolor) und die Bewegungen gegen das wiedererstarken des Rechtsradikalismus (Aktion Nationaler Sozialisten ANS etc.).

The Times They Are A-Changin' - wir haben uns verändert, die TAZ hat sich gewandelt, ist heute eine Institution, eine "unabhängige Qualitätszeitung" geworden.

Wir gratulieren mit einem Song von Bob Dylan, der 1964 weitsichtig das Lebensgefühl der sogenannten 68er wiedergibt und uns auch heute zu denken geben sollte:

Come gather round people
Wherever you roam
And admit that the waters
Around you have grown
And accept it that soon
Youll be drenched to the bone.
If your time to you
Is worth savin
Then you better start swimmin
Or youll sink like a stone
For the times they are a-changin.

Come writers and critics
Who prophesize with your pen
And keep your eyes wide
The chance wont come again
And dont speak too soon
For the wheels still in spin
And theres no tellin who
That its namin.
For the loser now
Will be later to win
For the times they are a-changin.

Come senators, congressmen
Please heed the call
Dont stand in the doorway
Dont block up the hall
For he that gets hurt
Will be he who has stalled
Theres a battle outside
And it is ragin.
Itll soon shake your windows
And rattle your walls
For the times they are a-changin.

Come mothers and fathers
Throughout the land
And dont criticize
What you cant understand
Your sons and your daughters
Are beyond your command
Your old road is
Rapidly agin.
Please get out of the new one
If you cant lend your hand
For the times they are a-changin.

The line it is drawn
The curse it is cast
The slow one now
Will later be fast
As the present now
Will later be past
The order is
Rapidly fadin.
And the first one now
Will later be last
For the times they are a-changin.

Donnerstag, 20. Dezember 2007

Top tools?

Alle Jahre wieder stellen die Leute von Digital Outback ihre Top Tools des Jahres vor.

Neben Adobe Lightroom fällt mir in der Liste keine Software auf, die im Fotojournalismus sinnvoll einzusetzen wäre.

Allerdings möchte ich auf ein Bildbearbeitungsprogramm hinweisen: LightZone sollte sich jeder mal anschauen, der nicht unbedingt eine große Anzahl von Bildern hochproduktiv verarbeiten muss, sondern sich Zeit und Muse für ein Bild nehmen kann.

Ich selbst habe das Programm eine zeitlang mit großer Freude ausprobiert. Es intuitiv zu bedienen und vielleicht die einzige "digitale Dunkelkammer" auf dem großen Markt der RAW-Verabeitung.

Sich die Testversion zu laden, lohnt allemal, vor allem, wenn man jetzt über die Feiertage etwas Zeit hat.

Mein Top Tool bleibt immer noch DxO.

Produktive RAW-Datenverarbeitung, häufig bis zum versandfertigen JPG. Und das als Batch-Verarbeitung über Nacht. Was will man mehr?

Reicht DxO nicht aus, benutze ich Photoshop für die Bearbeitung von Auswahlen, lokale Kontraststeigerung, Feinjustierung von Tonwerten etc.pp.

Wichtig sind mir die Photoshop-PlugIns PhotoKit Sharpener, Noise Ninja (immer seltener) und - gelegentlich für Portaits - der KODAK PROFESSIONAL GEM Airbrush.


Eine Liste der Top Tools 2007 unter den Blog-Lesern fände ich nicht uninteressant!

Wer immer Lust hat seine Top Tools vorzustellen - jeder Kommentar wird sicherlich mit großem Interesse gelesen.!

Donnerstag, 20. November 2008

Escalator to PEACE

Canon 20, EF 24-105 L

Stand auf der Rolltreppe mit der Kamera in der Hand, als die Schrift vor mit auftauchte.
Ich musste einfach fotografieren …


By the way:
Michael Johnston schreibt auf photo.net einen lesenswerten Beitrag über die Lebensspanne von digitalen Kameras: The Digital Camera Clock.
Lesenswert, weil jeder von uns diese verfluchte Uhr ticken hört, wenn er sich für eine neue Kamera entscheidet.

Wie lange werde ich mit der Kamera fotografieren können bis sie überholt ist? Hätte ich nicht doch lieber auf das nächste Modell gewartet? Wird sich der Kauf tatsächlich auszahlen?

Warum ich mir darüber keine Sorgen mehr machen werde, beweist mir immer wieder von Neuem ein echter Oldie, die Canon 20D, gut vier Jahre alt, so zuverlässig wie am ersten Tag, für den Einsatz im Fotojournalismus nicht nur ausreichend, sondern gut geeignet und auf dem DxOMark-Ranking trotz ihres Alters immer noch im Mittelfeld (Rang 23) unterwegs (Leica M8 ist auf Rang 33!).

Wer mehr als 8MP für seine Kunden braucht, sollte wissen warum.
Wer Zweifel hat, ob seine Kamera innerhalb von 4 Jahren ihren "Return of Investment" einspielen kann, sollte einfach mal in sich gehen.

Keine Frage, die Anforderungen an die Kamera unterscheiden sich: Studio, Werbung braucht viele Megapixel, Sport braucht schnelle, extrem robuste Kameras.

Aber auch hier gilt: eine Kamera muss sich verdienen - und - lieber mehr Geld in die Linsen investieren (die hat man L wie lange;- ) und dafür bei den Gehäusen etwas zurückhaltend sein.

Freitag, 18. Juli 2008

Im Vorübergehen / En passant / Passing by - W. Eugene Smith

 W.Eugene Smith 1918-1978 • Selbstportrait, 1968

"My station in life is to capture the action of life, the life of the world, its humor, its tragedies, in other words, life as it is.
A true picture, unposed and real."

"Meine Rolle im Leben ist, den Lauf des Lebens einzufangen, das Leben der Welt, seine Launen, seine Tragödien, mit anderen Worten, das Leben wie es ist.
Ein wahres Abbild, ungestellt und echt. "
W. EUGENE SMITH


Nun habe ich mir selbst eines meiner angepriesenen "Favoriten"-Bücher gekauft: W. Eugen Smith in der Aperture-Reihe Masters of Photography.

Das Buch zeigt einen Querschnitt der wichtigsten Arbeiten von Smith.
Zudem sind drei seiner Fotoessays "Country Doctor", "Spanish Village" und "Minamata", zwar in kleinerem Format, aber dafür komplett zu sehen.

Der kleine Band ist - wen wundert es - handwerklich erste Sahne, exzellent ediert und mit einem informativen Essay seines Biografen Jim Hughes versehen.

Hughes beleuchtet nicht nur Smith's von vielen Schicksalsschlägen durchwirktes Leben, er weiß auch zu berichten, dass das zentrale Bild der Reportage über "Dr. Albert Schweitzer: A Men of Mercy" ein Composing zweier Negative ist.

Smith überschreitet damit die Grenzen der faktischen Erscheinung, um sein Bild eines autoritären, ja durchaus auch rassistischen "Helden" Schweitzer mit dem Geheimnis seiner Religiosität und Humanität zu vereinen.
Ein Widerspruch zu seinem selbst formulierten Anspruch: "A true picture, unposed and real"?

Wenige haben, wie Smith, so viel an vorbereitender Recherche, an begleitender Dokumentation geleistet.
Und wenige waren wie er, der "mitleidende Zyniker", davon überzeugt, dass Fotojournalismus nicht nur dokumentiert, sondern auch einen Zweck erfüllen sollte: denen eine Stimme zu geben, die keine haben.

Während Henri Cartier-Bresson, dem passionierten Flaneur, viele seiner Motive "en passant" begegneten, entwickelte "Gene" Smith eine Vorstellung, ein Drehbuch.
Ja er wusste dank seiner akribischen Vorarbeiten genau was er wollte und konnte es auch beeindruckend umsetzen.

Er sagte in einem Interview, ein Jahr vor seinem frühen Tod:
"Das Geheimnis meiner Fotografie ist, dass ich die Fähigkeit besitze, vorauszusehen, wie eine Sache sich entwickeln wird, bevor ich es tatsächlich erlebe."
Das Ergebnis seiner - ihn im wahrsten Sinn des Wortes - verzehrenden Arbeit sind bewegende Reportagen von einer unglaublichen Dichte, bei denen in jedem einzelnen Bild die ganze Geschichte angelegt scheint.

Der Fotoband ist Empfehlung für alle, die sich mit Fotografie auseinandersetzen.

Wird das Buch - oder etwas anderes - über einen der Amazon-Links auf der Seite kauft, bekommt der Public Eye Blog eine kleine Provision bzw. werden die Mühen des Autors mit einem Espresso belohnt ;-)

Sonntag, 3. August 2008

Im Vorübergehen / En passant / Passing by - Farm Security Administration

Farm Security Administration (FSA): unter dieser Hilfsorganisation für die in Not geratene Landbevölkerung entstand die große nationale Sozialdokumentation (1935-1944) der USA, eine fotografische Bestandsaufnahme der Lage der verarmten amerikanischen Landbevölkerung.

In der Fotografie wird das Wort "dokumentarisch" erst ab Mitte der dreißiger Jahre verwendet, eben im Zusammenhang mit jenen FotografInnen, die für die FSA gearbeitet haben. Hier finden wir auch eine der Quellen des modernen Fotojournalismus.

Roy E. Stryker, der Direktor des FSA-Projekts definierte die "Dokumentarfotografie" so: "Dokumentieren heisst Tatsachen festhalten, ohne Stellungnahme".
(Andern Fotografen, wie z. B. W.Eugen Smith, ging das aber nicht weit genug.)

Mit dabei waren: Charlotte Brooks, Esther Bubley, Marjory Collins, Harold Corsini, Jack Delano, Arnold Eagle, Walker Evans, Theodor Jung, Dorothea Lange, Russell Lee, Sol Libsohn, Carl Mydans, Gordon Parks, Martha McMillan Roberts, Edwin Rosskam, Louise Rosskam, Arthur Rothstein, Richard Saunders, Ben Shahn, John Vachon, Todd Webb, Mary Post Wolcott

Vielleicht ist heute etwas Zeit, sich etwas in dieses Thema zu versenken?













John Vachon



Nachtrag:

"Anbei zwei schöne digitale Seiten aus analogen Zeiten als Tipp für Ihren
tollen Blog".

http://www.shorpy.com/node/199?size=_original

http://www.shorpy.com/node/2434

oder auch

http://www.flickr.com/commons



Herzlichen Dank an R. Meinke

Montag, 9. November 2009

Der 9. November 1989…

… gesehen von Magnum-Fotografen.

Viele waren vor 20 Jahren in Berlin, u.a. Guy le Querrec, Thomas Höpker, Josef Koudelka und Raymond Depardon.

Unprätentiöser Fotojournalismus, überwiegend in Schwarzweiß.
Auch wenn die Bilder klein sind, aufmerksam anschauen lohnt.

Dienstag, 17. April 2007

How Photojournalism Is

Erfreulich, dass sich die Beiträge zum Thema "Ethik und Fotojournalismus" häufen.

Hier ein Beitrag von MIKE JOHNSTON in seinem immer lesenswerten Blog "The Online Photographer".

Davor findet sich noch ein Post von RANDY DOTING mit dem Titel "Adobe Tackles Photo Forgeries", mit einem hundsmiserablen Beispielfoto (Adnan Hajj's infamous "cloned smoke" photograph that got him fired from Reuters News Service in 2006) und einem Link auf weitere manipulierte Bilder.