Posts mit dem Label Artikel/Articles werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Artikel/Articles werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 11. April 2023

Gestern Film+Entwickler – heute Sensor+Software

fotografiert Henri Cartier-Bresson?

Die Fotografie hat im Laufe ihrer Geschichte eine beeindruckende technische Entwicklung durchgemacht, die die Art und Weise, wie wir die Welt um uns herum festhalten und darstellen, revolutioniert hat. In den Anfängen der Fotografie, war es neben der Optik die Neuerungen bei Filmemulsionen und der Entwicklerchemie, die die Bildqualität voran brachten. So war es möglich, über Jahrzehnte mit einer analogen Kamera uptodate zu sein, es waren ja die Filme und die Chemie, die immer besser wurden.

Seit ungefähr den "Nullerjahren" hat sich das gründlich geändert, übernehmen Sensortechnik und Software diese Rolle. Diese technischen Veränderungen haben die Fotografie in vielerlei Hinsicht transformiert und neue kreative Möglichkeiten geschaffen. Allerdings zu einem hohen Preis: nicht der Film muß gewechselt werden, es ist jetzt die Kamera, die (alle 4 Jahre?) neu gekauft werden muss, die Software braucht regelmäßige updates und das wiederum leistungsfähigere Computer.

 Die softwarebasierten, z.T. schon mit künstlicher Intelligenz ausgestattete Bildbearbeitungsprogramme ermöglichen es Fotograf:innen, Bilder nach der Aufnahme zu verbessern, zu bearbeiten und zu optimieren und künstlerische Effekte und Stile zu kreieren, die zuvor in der Dunkelkammer so einfach und in diesem Ausmaß nicht möglich waren. 

Und da liegen auch die Risiken, die nicht zu unterschätzen sind. Es mag harmlos erscheinen, einen eintönigen Himmel gegen einen belebten auszutauschen oder ein störendes Objekt zu entfernen. Aber aus gutem Grund ist das ein No-Go im seriösen Fotojournalismus. Wenn ein Bild seine Authentizität verliert, verliert es seinen Wert als Dokument. Agenturfotograf:innen, die einen Bildinhalt auch nur geringfügig verändern, gehen ein hohes Risiko ein. Meist von fotografierenden Kolleg:innen umgeben, wird eine Manipulation schnell augenscheinlich, der Urheber entlassen.

Allerdings bietet die aktuelle Software Möglichkeiten, die auch ich gerne nutze: RAW-Dateien, z. T. 20 Jahre alt und nur 3, 6 oder 8 Megapixel groß, gewinnen durch Programme wie z. B. DxO DeepPrime, Radiant, topaz DeNoise AI/ON1 NoNoise oder auch sog. Resize-Programme enorm an Qualität und lassen sich auch heute noch gut vermarkten.

Trotz all dieser technischen Veränderungen in der Fotografie sollten es wir hinter der Kamera sein, die mit Komposition, Lichtführung, Kreativität und dem richtigen Moment eine gute und authentische Fotografie schaffen.


Siehe auch hier!

Dienstag, 8. Juni 2021

Il a été ainsi.It was like that. Es ist so gewesen. IST ES SO GEWESEN?


Wir wissen, ein Unwetter hat stattgefunden.

Ein Bild ist eine Konstruktion einer Wirklichkeit. Wir können nicht mehr zwischen Sein und Schein unterscheiden, wenn eine Technologie die eigenen Wahrnehmungen und Empfindungen mit einer Simulation in Einklang bringt. So lässt sich unser Unterscheidungsvermögen für reale und imaginierte Räume und Zeiten täuschen. Es war nicht so, aber es könnte so gewesen sein.

Das Bild vom Gewitter ist eine Montage, das Gewitter war echt.

Roland Barthes schreibt: Le Noema de la PHOTOGRAPHIE est simple, banal, n'a pas de profondeur: « Il a été ainsi. »Roland Barthes , La chambre claire, Éditions de l'Etoile, 1980

Trifft das heute noch zu?

siehe auch Roland Barthes

Sonntag, 5. August 2018

Sommer – Hut



siehe auch hier

Ich kann im Sommer absolut nicht fotografieren.

Zwischen 10 Uhr am Morgen und 17 am Abend geht eh nichts - das sagen dir alle Profis.

Vor 10 Uhr kann ich nicht fotografieren, ich brauche morgens einfach meine Zeit. Wie jeder Kreative.

Nachmittags werden häufig Radrennen übertragen.
Du kannst bei der Hitze echt nichts besseres machen, als denen beim Strampeln zuzuschauen - dazu kalten Kamillentee trinken, der ist astringierend.

Nach 17 Uhr kommen die Kinder heim, ich bin oft erschöpft von der Hitze und möchte gerne ein kaltes Bier.


Im Herbst wird es leider nicht besser.

Die Farben sind zu kitschig, der Himmel ist zu blau.
Ich bekomme Depressionen, weil der Sommer vorbei ist und die kalte Jahreszeit vor der Tür steht.

Ich hab oft schon im Oktober die erste Erkältung. Mit einer Erkältung ist nicht zu spaßen.
Wie leicht entwickelt sich eine Lungenentzündung.


Den Winter kannst Du voll vergessen!

Es wird nicht hell, die Finger frieren dir ans Gehäuse, die Akkus tun nicht, alles ist grau in grau.

Außerdem kann ich es nicht leiden, wenn meine Kamera nass wird.

Daheim ist es echt gemütlicher.


Mit dem Frühling habe ich so meine Probleme.

Erstens verpasse ich ihn regelmäßig.

Zweitens kann ich schlecht gegen diesen Frühjahrsoptimismus anfotografieren.
Die scheißfrischen Farben konterkarieren meinen sozialkritischen Ansatz in der Fotografie völlig.
Alles zu bunt, alles zu fröhlich.

Und dazu ist es oft gar nicht so warm und trocken, wie man es gerne hätte!

Übrigens muss man höllisch aufpassen, dass man sich nicht aus Leichtsinn noch eine Erkältung holt!



Am liebsten fotografiere ich bei Nebel.

Echt tolles Licht!
Echt tolle Atmo!


Leider gibt es bei uns nie Nebel.


Donnerstag, 5. Februar 2015

Ein Augenblick für die Panasonic LX 100

Panasonic LX 100, Bl. 2.3, 1/50 sec., 1600 ISO, Gesichtserkennung, RAW-Entwicklung in DxO

Ich muss mich erst in die Kamera reinfinden, noch zeigt sich die LX 100 widerborstig.
Erster Eindruck: JPG's werden in den Standardeinstellungen sehr aggressiv entrauscht, es empfiehlt sich eine eigene Einstellung zu finden oder in RAW zu fotografieren.
Der Autofocus ist sehr schnell und sitzt.
Belichtung und Weißabgleich sind prima.
Sucher ist gut, lässt sich zur bessern Scharfeinstellung auf monochrom umschalten.
Zebra zur Überbelichtungskontrolle lässt schnelle Korrekturen zu, es lassen sich verschiedene Empfindlichkeiten einstellen.
Akkukapazität ist gering, Zweitakku ist obligatorisch.
Steuerung via Smartphone funktioniert problemlos.

Ein kleiner Erfahrungsbericht folgt.

siehe auch hier, hier und hier

Samstag, 31. Mai 2014

Fotografie und Kulturtechnik



In einer Zigarrenkiste fanden sich – neben diesem Portrait – auch eine ganze Menge auf Reisen von Ateliers gekauften Fotografien aus Venedig und Florenz.
Stadtansichten, Palazzi, Plätze, Kulturdenkmäler, alle im selben Format (ca. 11x16,5 cm) auf schwerem Karton aufgezogen und mit prächtig bedruckten Rückseiten.
Die Fotos sind Kontaktkopien von Glasplatten mit orthochromatischer Beschichtung, wegen der hohen UV-Empfindlichkeit an der fehlenden Himmelszeichnung zu erkennen.
Alle Fotos sind in hervorragendem Zustand.
(allerdings ist der Scan nicht hervorragend und gibt nicht annähert Schärfe und subtile Tonwerte wieder)

siehe auch hier

Samstag, 21. Dezember 2013

Fuji Finepix X20 – Night Scene

Bl. 2.2, 1/30 sec., 800 ISO, zum Vergrößern anklicken

Meinen Versuch die Fuji RAW-Dateien mit unterschiedlichen Konvertern (PhotoNinja, Silkypix RAW File Converter, Aperture) zu entwickeln und zu vergleichen, habe ich schnell beendet: die sog. In-Camera-RAW-Conversion ergibt meiner Ansicht nach den besten Kompromiss zwischen Rauschen und Detailauflösung.
Die wegen des Verzichts auf einen AA-Filters feine Auflösung und die hohe Lichtstärke und Qualität des Objektivs können einige Nachteile des kleinen Sensors auffangen.
Eine – wie die Fuji X100 –  rundum erfreuliche und dazu jackentaschentaugliche "immerdabei" Kamera.

Mittwoch, 10. Oktober 2012

BULLETS4PEACE & Erfahrungen mit Eye-Fi

Canon 5D MK III mit EF 4/24-105 L

Diese "exquisiten" Schmuckstücke habe ich vor einigen Tagen in einem Schaufenster in Baden-Baden gesehen.
Was soll man sagen…

Zumindest passt das Foto in dieses Projekt.

By the way:
schon seit einiger Zeit experimentiere ich mit einer Eye-Fi-Karte im SD-Slot der 5D MK III.

Mit der Einstellung JPG small für die SD-Karte (RAW auf CF) lassen sich die Fotos adhoc und im Sekundentakt auf ein Smartphone übertragen, dort, wenn man Zeit dafür hat, schnell editieren und z. B. an die Dropbox eines Kunden verschicken, der zeitnah Fotos für seinen Internetauftritt braucht.

Natürlich lassen sich so auch soziale Netzwerke wie Twitter oder Facebook aktuell füttern.
Auch das nutze ich gelegentlich,  z. B. bei interessanten Veranstaltungen, für den Auftritt der KONTEXT:Wochenzeitung bei Twitter (@KontextWZ).

Das funktioniert alles erstaunlich gut.
Wichtig ist nur, dass die Fotos auf den Punkt belichtet sind und der Bildausschnitt stimmt.
Was auf dem Bildschirm eines Smartphones gut aussieht, kann auch auf einer Website bestehen und den JPGs von aktuellen Kameras sieht man nicht mehr an, dass sie direkt "out of the box" kommen.

Mittwoch, 19. September 2012

Wolkig – mit Aufheiterungen?

Canon 5D MK III mit EF 2/100, f2, 1/160 sec., 3200 ISO 

Ich schäme mich…
Seit drei Wochen kein Blogeintrag.
Und – ich weiß – wer nicht mehr bloggt, den löscht man aus dem Reader, der fällt dem Vergessen anheim…

Gerade jetzt, vor und seit Beginn der Photokina, bleibe ich von den Neuigkeiten rund um die Fotografie seltsam unberührt.
Mehr denn je habe ich das Gefühl, dass alles, was noch mit qualitativen Verbesserungen am Bild zu tun hat, so ziemlich ausgereizt ist.

Wenn 12800 ISO heute besser aussehen, als 1600 ISO vor vier Jahren, wenn Bilddateien eine Größe erreicht haben, die niemand mehr braucht, wenn Fokusgenauigkeit, Farbwiedergabe, Kontrastumfänge, wenn Suchergröße, Auslöseverzögerung und Bildfolgen, wenn Bedienbarkeit und Funktionsumfang der Bildverarbeitung in der Kamera keine Wünsche mehr offen lassen, tja, was hat uns die Kameraindustrie dann noch zu bieten?

Ich fürchte, genau das führt zu völlig unsinnigen Marketingstrategien: Leica lässt nun die Typenziffer weg, aus M9, M10 wird – M!
Und eine schwarz/weiß Digitalkamera ist auch schon in der Pipeline. Früher hat man halt den Film gewechselt, heute muss es die ganze Kamera sein.

Hasselblad entwirft ein Gehäusedesign für Sony NEX-Kameras und überzieht die Handgriffe mit der Haut von Straußenhoden. Der Preis…?

Sony baut ein spiegellose Vollformatkamera mit festeingebauter Zeisslinse und will für das Riesenteil auch noch einen Riesenpreis erzielen.

Man könnte die Reihe fortsetzen, aber lassen wir das.
Widerstehen wir der Hyperitis, hängen uns unsere vertraute Kamera um und gehen – fotografieren.

Donnerstag, 5. Juli 2012

Drei Augenblicke für die Canon 5D Mark III





Die "Augenblicke" sind nur erste subjektive Impressionen, keine Tests.

Drei Brennweiten, von oben nach unten:
EF 1.8/28mm, f2.5, 1/60 sec.
EF 2.8/40mm, f2.8, 1/60 sec.
EF 1.4/50mm. f3.5, 1/60 sec.
Aufnahmen JPG Standard, Programmautomatik, ISO Auto, "out of the box", Bildausschnitt 600x600px (100%)

Die Blendenschwankungen sind den unterschiedlichen Ausschnitten bzw. Lichtwechseln geschuldet.

Eigentlich kann man zu diesen Bildern nicht viel sagen: man ahnt (obwohl aus der Hand fotografiert) die enorme Auflösung des Kamerasensors und man sieht in den fast identischen Ausschnitten von drei unterschiedliche Brennweiten wie nahe sie sich in ihrer optischen Leistung sind.
Hervorheben möchte ich dabei das für mich überraschende Ergebnis des EF 1.8/28mm: die hohe Lichtstärke ging bisher immer zu Lasten von Kontrast und Schärfeeindruck. Hier steht das Weitwinkel den zwei Normalbrennweiten nicht nach.
Ich kann mir das im Moment nur mit dem verbesserten AF-System der 5D MK III erklären, das womöglich mit dieser besonderen Linse besser zurecht kommt.



Hier noch als Referenz die Fuji X100 1/150sec., f2.5, 200 ISO


Für eine handvoll Dollar…



… so hieß ein Artikel, in dem ich die wirtschaftliche Seite dieses Traumberufs beleuchtete und mir dadurch etwas von meinem Frust von der Seele schreiben konnte.
Wie man sieht, das Thema ist ein Dauerbrenner.

Dienstag, 15. Mai 2012

Rainbow + Fuji X100 goes on and on and on…

15.05.2012 • Fuji X100

Fuji beweist sich als eine der wenigen wirklich engagierte Firmen, die auf ihre Kunden hört:
obwohl die Fuji X100 nun schon eine lange Weile auf dem Markt ist und wahrscheinlich "ihr Geld schon verdient hat", gibt es wieder eine neue Firmwareversion 1.3 mit weiteren praktische Verbesserungen.
So kann u. a. jetzt auch der RAW-Knopf mit verschiedenen Funktionen belegt werden.

Interessant die Ankündigung eines WW-Konverters, der aus dem 35er (equiv. KB) ein 28er macht.
Dafür werden dann im Sucher neue Bildrahmen eingeblendet, alle Funktionen der Kamera bleiben erhalten.
Bin gespannt, ob da noch ein Telekonverter in der Pipeline ist…

Allerdings: attraktiv an der X100 ist gerade die Beschränkung auf einen Bildwinkel.
Das Fotografieren mit der Kamera wird dadurch zu einer Schule des Sehens und es verwundert immer wieder, wie universell doch eine Festbrennweite sein kann.

Das macht nicht zuletzt den "Sexappeal" dieser hervorragenden Kamera aus.

Samstag, 14. April 2012

Zum 100. Geburtstag von Robert Doisneau

Robert Doisneau • © Bracha L. Ettinger


Einer unserer "Großen" wäre heute 100 Jahre geworden.
Robert Doisneau war gerne als Flaneur, als Straßenfotograf vor allem in Paris unterwegs.


Von den zig tausenden Fotos, die Doisneau im Laufe seines Lebens aufnahm, waren nach seiner Meinung nur 300 gut.

Wenn er jedes von diesen Fotos in einer 1/100 einer Sekunde aufgenommen hat, hieße das, so Doisneau, "dass er in nur 3 Sekunden die erfolgreiche Arbeit eines 50 jährigen Berufsleben erledigt habe".


Auch er überschritt – wie W. Eugene Smith – die Grenzen der faktischen Erscheinung, um "sein Bild" zu verwirklichen.



Donnerstag, 26. Januar 2012

Analoge Morgenröte?


21.01.2012, Demonstration gegen Stuttgart 21 • beide Fotos mit Canon RT, EF 1.8/50mm auf Fuji Neopan 400

Dieser Versuchung konnte ich einfach nicht widerstehen: eine Canon RT, eine "Vitrinenkamera"war zu ersteigern.
Mit der Kamera wurde nie ein Film belichtet, nur ab und an eine Batterie eingelegt um den Verschluß zu betätigen.
Ich hatte Glück…

Die Canon RT war für mich vor der "digitalen Götterdämmerung" die Brücke vom Olympus OM-System zu Canon.
Von einem System, das zwar hervorragend war, aber leider nicht mehr weiter entwickelt wurde (tut sich da wieder was?), zu einer modernen Autofokus-Kamera mit (digitaler) Zukunft.

Ich erinnere mich noch sehr gut an den ersten "Erstfall", bei dem ich mir getraute, die Kamera (mit einem EF 35-80mm) einzusetzen – bei Gelegenheit wird das eine kleine Anekdote.

Nun habe ich also wieder eine analoge Kamera.
Schön, der Sucher ohne "Auszeit", die rekordverdächtige Reaktionsschnelligkeit.

Erstaunlich wie gewohnt sich alles anfühlt, Filmeinlegen, zum Belichtungsmesser der Kamera gelegentlich als Referenz einen Handbelichtungsmesser zu Rate ziehen.
Erstaunlich, wie wenig ich das "Mäusekino" zur Bildkontrolle vermisse, mich schon darauf freue, die Filme aus dem Labor zu holen.

Soll ich nach einer alten Jobo-Dose suchen, die Filme wieder selbst entwickeln…?


Ob und wie ich die Kamera in Zukunft einsetzen werde, wird sich noch weisen – schaun mer mal…


Mittwoch, 28. Dezember 2011

Kontext:Wochenzeitung – Misstraue der Oberfläche




Wir leben in einer visuellen Welt.

Unzählige bunte Bilder buhlen um unser Hinschauen, versuchen, wie Animateure auf der Reeperbahn, unsere Aufmerksamkeit zu erregen, uns auf eine Seite, in einen Text zu ziehen. Auch wir, die Redakteurinnen und Redakteure der Kontext:Wochenzeitung, wollen nicht auf Fotografie als Türöffner und visuelle Ergänzung zu unseren Artikeln verzichten.

Bilder sollen nicht nur Appetit auf den dazugehörigen Text machen, sie sollen auch Glaubwürdigkeit und Authentizität von Inhalten untermauern. Idealerweise gehen Bild und Text Hand in Hand,
werden Termine gemeinsam von Fotografen und Redakteuren wahrgenommen, wie in unserer Serie "Gipfelgespräche". Aber auch bei Reportagen aus dem Land, wie z. B. "Im Kretschwald" "Der Stuttgarter D-Day", oder aber bei Porträts wie "Die Unbeugsame".

Wir bemühen uns um aktuelle Fotos. Immer lässt sich das nicht einrichten, es belastet auch ganz erheblich das sehr knappe Redaktionsbudget. Deshalb greifen wir öfter in die Archive, müssen Texte mehr oder weniger passend "nachillustrieren" – ideal ist das nicht.

Trotz des Wissens um die Manipulierbarkeit von Bildinhalten, trotz der Allgegenwart der synthetischen Werbebilder und obwohl Fotografie häufig nur noch die Vorlage für computergenerierte Fantasiewelten liefert, werden Fotos noch immer in hohem Maße als Dokumente der Wahrheit empfunden: "Es ist so gewesen".

Ist es wirklich so gewesen?
So, wie sich die RedakteurInnen der Kontext:Wochenzeitung nicht hinter einer vorgeblichen Objektivität verstecken, die Leser nicht über den eigenen Standpunkt im Unklaren lassen, so können und wollen wir Fotografen unseren kritischen Blick, unseren mitfühlenden Blick oder unseren ganz persönlichen Blick auf die "Wirklichkeit" nicht verbergen.

W. Eugene Smith, einer der großen amerikanischen Fotojournalisten, formulierte seinen Anspruch an Reportagefotografie so: "A true picture, unposed and real" – "ein wahres (Ab)Bild, ungestellt und echt". Und doch überschritt auch er die Grenzen der faktischen Erscheinung, weil er mit vielen anderen davon überzeugt war, dass Fotojournalismus nicht nur dokumentieren, sondern auch einen Zweck erfüllen soll, einer menschlicheren Welt verpflichtet sein muss.

Und nicht zuletzt gestattet ein unverstellter Blick auf unsere heutige Gesellschaft Einblicke in das öffentliche und private Leben, die so nicht jedem möglich wären.


Misstraue der Oberfläche!
Das ist nicht nur ein Leitsatz für uns Fotografen, für dieses Motto steht die gesamte Redaktion der Kontext:Wochenzeitung. Wenn Ihnen der Blick hinter die Kulissen, unter die Oberfläche, auf eine andere "Wirklichkeit" etwas wert ist, dann bitten wir Sie herzlich um Unterstützung unserer redaktionellen Arbeit. Ihr Abo, Ihre Spende ermöglicht, dass die Kontext:Wochenzeitung weiterleben kann. Kontext:ist's mir wert!


*Diesen Text habe ich für die aktuellen Ausgabe der Kontext:Wochenzeitung geschrieben.
Für mich ist die Mitarbeit in einer so qualifiziert besetzten Redaktion ein unerwarteter Glücksfall.
Und es ist ein völlig neue Erfahrung, nicht vermittelt über eine Bildredaktion, sondern direkt und als gleichberechtigtes Redaktionsmitglied eine (Online-)Zeitschrift mitzugestalten.
Ich hoffe sehr, dass wir es schaffen, nach einigen Monaten mit "Anfahrhilfe", auf eigenen Füße zu kommen und diesem unabhängigen Medium eine Zukunft sichern können.


Hier geht's zu den Kontext Fotogalerien.

Dienstag, 18. Oktober 2011

Wut? Zorn!

Fuji X100

Gestern auf der 95. (!) Montagsdemo vor dem Stuttgarter Hauptbahnhof.

Die Bürgerinnen und Bürger sind nicht nur wütend.
Sie sind auch zornig: zornig auf eine Lobbyisten- und Cliquenwirtschaft die besoffen den Tango Korrupti tanzt, die nur eine Vernunft kennen: die Vernunft des Geldes.
"Die Vernunft kann sich mit größerer Wucht dem Bösen entgegenstellen, wenn der Zorn ihr dienstbar zur Hand geht"
zitiert Georg Schramm Papst Gregor den Großen.

Warum soll nicht auch ein Papst einen großartigen Satz sagen können?

Dienstag, 12. April 2011

Ein Augenblick für das iPad

GH2 mit Lumix 2.5-14mm




Keine Sorge, das wird nicht das x-te iPad Review!
Aber manche Kollegin, mancher Kollege wird sich fragen, lohnt sich die Ausgabe, ist das iPad ein sinnvolles Werkzeug für FotografInnen?

Kurz gesagt: es ist in erster Linie ein Gerät, das zum bequemen Lesen, Film und Fernsehschauen, zum Surfen und Emailschreiben einlädt, aber nicht unbedingt zum produktiven arbeiten.
Irgendwo zwischen Smartphone und Laptop angesiedelt, von allem was, von allem aber nicht das Beste, nicht Fisch, nicht Fleisch.

Aber es ist ein "must have" und wer lange genug drum herum schleicht, wird sich eines kaufen und wenns – wie in meinem Fall - das letzte "alte", nur Wifi, nur 16GB ist – aber dafür günstig.

A propos günstig: statt UMTS macht man unterwegs seinen WLAN-Hotspot am besten mit dem Smartphone und Speicher gibt es in der "Cloud" (Dropbox, Amazon Cloud Drive, MobileMe etc.) genug und für "umme".

Dafür sollte man nicht vergessen, dass zum Gerät noch einiges dazu kommt: Taschen, Aufsteller, Bluetooth-Tastatur, Anschluß für Foto/SD-Karte, ein "Capacitive Stylus", damit man nicht immer mit fettigen Fingern auf dem Bildschirm rumschmieren muss, ein DVB-T-Tuner fürs Fernsehen und nicht zuletzt einige Apps (99% Kruscht!).
Das kostet ordentlich, da kommt noch so einiges zusammen!

Also, Freitag gekauft, Samstag ernüchtert, Sonntag gemerkt: da geht doch was.

Mit "Air Display" lässt sich das iPad als Zweitmonitor z. B. für die Photoshop-Paletten am Laptop einsetzen (siehe oben).
Mit "DSLRemote" kann man Kameras fernsteuern, sogar das Live-View-Bild kommt auf den iPad- Monitor.
"Filterstorm" ist eine ganz passable Bildbearbeitungssoftware, sofern man sich das auf dem iPad antun möchte (man kann nur JPG's importieren/bearbeiten).

Und dann - für mich das Highlight – "Desktop Connect", eine Software, mit der ich, wo ich steh und geh (WLAN vorausgesetzt), auf meinen Rechner im Büro zugreifen kann (der Desktop erscheint wie im Original auf dem iPad!) und z. B. Bilder aus der Datenbank holen kann um sie per Email oder ftp zu verschicken etc. pp.
Vorausgesetzt beide Rechner sind im Internet (und man hat einen Google-Account) läuft jedes Programm auf dem iPad, sogar Flash kann es verstehen!

Und das funktioniert!
Das Foto oben habe ich aufs iPad importiert, bearbeitet, konnte es aber nicht (das ist halt der abgespeckte Browser) via Safari in meinen Blog laden.
Also habe ich es per Email an mich verschickt, habe mich im Bürorechner eingeloggt und das Bild von dort aus hochgeladen - voilà.

Theoretisch hätte ich es vorher sogar in CS5 öffnen und das Bild vor dem upload auf meinem Rechner bearbeiten können - und das von zuhause aus.

So bin ich wieder etwas versöhnlicher gestimmt, schau mal was so wird und werde gegebenenfalls noch mal berichten.

Sicher ist aber eines: zum Fotografieren braucht keiner ein iPad!

Mittwoch, 8. Dezember 2010

Ein Augenblick für die Panasonic GH2

GH2 mit Lumix 45-200mm

"Es ist schon alles gesagt - nur noch nicht von mir."

Ich hoffen, Karl Valtentin (FFFaltentin!) entschuldigt, dass ich mich seines berühmten Satzes bemächtigt habe, nur um darauf hinzuweisen, dass ein zusätzlicher Erfahrungsbericht über die neue GH2 eigentlich so unnötig ist wie ein Kropf.

Tatsächlich könnte ich vieles von hier und hier kopieren und in diesen Artikel einsetzen.
Deshalb verzichte ich jetzt einfach mal auf die Beschreibung von Selbstverständlichkeiten und frage: warum habe ich mir diese Kamera gekauft?

Samstag, 4. September 2010

Drahtlos von der Kamera in's iPad fotografieren

Wie sich iPad und Kamera (hier Canon 1Ds MK III) direkt verbinden lassen um Bilder, die gerade fotografiert wurden sofort (d.h. mit ca. 2 sek. Verzögerung) auf dem iPad (oder iPhone geht auch) anzuzeigen…

das erklärt uns im Folgenden der Leipziger Fotograf Martin Jehnichen …