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Donnerstag, 4. Oktober 2007

3 Farben + Luminanz = Histogramm?

Die LCD-Monitore der Kameras werden immer größer (und immer bruchgefährdeter)!

Worin liegt der Nutzen? Ist größer auch informativer?

Nicht unbedingt.
Für eine vernünftige Prüfung der Bilder ist das Mäusekino nicht geeignet.

Ist das Bild, das wir darauf sehen auch tatsächlich das, was wir später auf unserem (kalibrierten) Monitor vor uns haben?

Ich meine nein!

Aber eine wichtige Information finden wir doch, egal wie klein unser Mäusekino auch ist - das Histogramm.

"Expose to the Right": wo soviel Spielraum im Dynamikumfang der Kamera vorhanden ist …


Eine Rückschauzeit von 4 Sekunden sollte genügen, um gelegentlich einen kurzen Blick auf das Histogramm zu werfen.

… kann man ruhig "nach rechts" belichten. Den Schatten tut's gut, die Lichter sind nicht in Gefahr.
Aber Achtung: wie sieht das RGB-Histogramm aus?


Wenn auch die Regel "Expose (to the) Right" ihre Berechtigung hat - sie kann helfen, das digitale Rauschen in den Schatten zu reduzieren - so muss man doch bei ihrer Anwendung größte Vorsicht walten lassen.

Bei vielen Kameras bekommen wir nämlich leider nur ein Luminanz-Histogramm zu sehen, und das basiert ausschließlich auf dem Grün-Kanal.


Bild wurde durch Bearbeitung "verschlimmbessert".


Motive am Morgen, am Abend, im offenen Schatten, also Motive mit hoher Farbdominanz, können ein ganz vernünftiges Luminanz-Histogramm darstellen.

Und wie man sieht, Luminanz- und Grünkanal sind praktisch identisch.


Aber sobald man in die einzelnen Farbkanäle blickt, sieht man den Salat.


Die Übersättigung im Rot (Abendsonne!) ist noch nicht so tragisch.


Die Übersättigung im Blau (Himmel wirkt wie ein offener Schatten!) ist aber schon heftiger


Hier das gleiche Bild mit noch akzeptablem Histogramm.

So kam das Bild aus der Kamera, Blichtung nahe am Ideal.


Wer in RAW fotografiert, hat damit keine Probleme.
Belichtung und Farbtemperatur können bei der Konvertierung perfekt eingestellt werden.

Wer mit JPEG' s arbeitet muss besondere Vorsicht walten lassen.
RGB-Histogramm, soweit vorhanden, genau anschauen.

Beim Luminanz-Histogramm bei auffallenden Farbdominanzen "rechts" lieber etwas Sicherheitsreserve lassen.

Und möglichst mit dem Weißabgleich arbeiten (Tag 5400K, Kunstlicht 3400K), den man nachher im Bild auch sehen will.
Er wird in das JPEG eingewirkt, und ist nicht mehr vernünftig zu korrigieren.

Und immer bedenken: Werte von 255 (rechte Begrenzung des Histogramms) enthalten keine! reproduzierbaren Daten mehr!

© Foto: Volker Türck - Danke für den Informationsaustausch!


Für Anregungen oder Wünsche zum Thema "Grundlagen der digitalen Fotografie" bin ich immer offen.
Wer (Problem-)Bilder schicken möchte, bitte möglichst direkt aus der Kamera.

Mittwoch, 9. Juli 2008

Alles Einstellungssache?


Ich fotografiere nur JPEG's und will die Bilder nicht bearbeiten:

in diesem Fall bieten sich die Voreinstellungen der Kamera an.
  • "Landschaft" hebt blau und grün an, kräftigt Kontrast und Detailzeichnung
  • "Portrait" schmeichelt den Hauttönen bei etwas reduzierter (schmeichelnder) Schärfe
  • "Standard" meint sich in der Regel eine Einstellung mit lebhafter, gesättigter Wiedergabe
  • "Neutral" heißt, keine Farbpräferenzen, moderater Kontrast und Schärfe
Auch wenn die Weißabgleichautomatik (AWB) verlockend ist,gleichmäßigere Ergebnisse erhält man mit Voreinstellungen wie Sonne=Tag=5200K, Wolke=6000K, Schatten=7000K, Glühbirne=2800K.
Achtung: Blitz meint Blitzanlage und nicht eingebaute oder aufgesteckte Blitze, da besser AWB benutzen.

Im Zweifelsfall auf "Tageslicht" stellen, die Ergebnisse sind dann denen eines normalen Farbfilms ähnlich, warmgelb am Morgen, warmrot am Abend, blauer Grundton im Schatten, orange übergossen bei Kunstlicht, senfgelb bei Leuchtstoffröhren - warum eigentlich nicht?

Alle Kameraeinstellungen einschließlich des Weißabgleichs sind unlösbar mit der JPEG-Datei verbacken.
Kleine Korrekturen sind zwar möglich, bleiben unvollkommen und mindern die Dateiqualität.

JPEG's erfahren eine Bildbearbeitung durch die Kamerasoftware, werden auf 8-Bit Datentiefe verringert und komprimiert, indem eine "Bildbeschreibung" abgelegt wird, die bei Wiederherstellung "interpretiert" und rekonstruiert werden muss.
Ursprung und Ergebnis sind nicht mehr identisch. Veränderungen durch diese Einwirkung nennt man Artefakte.

JPEG's sind "digitale Dias".


Ich fotografiere JPEG's, die ich in einem Bildbearbeitungsprogramm nachbearbeite:

Schärfe und Kontrast auf den niedrigsten Wert einstellen, Farbsättigung ebenfalls, oder wenigstens reduzieren. So bleiben Reserven für notwendige Korrekturen wie Tonwert-, Gradationssteuerung und Kontrastanhebung (local contrast enhancement).

Immer mit einem Auge beim Histogramm bleiben: tritt ein Kamm-Effekt nach Tonwertspreizung auf (weiße Zahnzwischenräume) haben wir im Bild Tonwerwertabrisse, d. h. abrupte, stufige Übergänge zwischen den Tonwerten. Ganz hässlich z. B. bei Portraits.

Beim Nachschärfen (Thema Schärfe hier) mit Unscharf Maskieren (USM) mit kritischem Auge auf Natürlichkeit achten (z. B. Stärke 150 bis 300, Radius 0,3, Schwellwert 0)
Weißabgleich, wie oben.

Alle Kameraeinstellungen einschließlich des Weißabgleichs sind unlösbar mit der JPEG-Datei verbunden.
Kleine Korrekturen sind möglich, bleiben aber unvollkommen und mindern die Datenqualität.

JPEG's erfahren eine Bildbearbeitung durch die Kamerasoftware, werden auf 8-Bit Datentiefe (256 Abstufungen pro Farbkanal) verringert und komprimiert.

JPEG's sind "digitale Dias".



Ich fotografiere in RAW (bzw. RAW+JPEG):


Kamera, wenn vorhanden auf "Standard" einstellen, als Farbraum sRGB wählen!
Warum?
Einzig wegen der Darstellung des Histogramms auf dem Kameradisplay.
Nicht das RAW wird dort angezeigt, sondern ein extrahiertes JPEG-Vorschaubild.

Das Histogramm wird auf Grundlage dieses JPEG's erstellt und wir können beruhigt davon ausgehen, dass unser RAW auch dort noch etwas Reserven hat, wo im JPEG die Tonwerte schon abreißen.

Auch der Weißabgleich hat ausschließlich eine Funktion für ein Histogramm, das die RGB-Farbkanäle darstellen kann.
In diesem Fall ruhig die Vorgaben - siehe oben - einstellen.

Luminanzhistogramme beruhen auf dem Grünkanal.
Vorsicht: ein Luminanzhistogramm kann noch ganz passabel aussehen, wenn im Rot- oder Blaukanal bereits erste Übersättigungen auftreten.

Letztendlich sind die Kameraeinstellungen (incl. Farbraum!) für die RAW-Verarbeitung nicht verbindlich. Sie stehen nur auf einem an die Datei gehefteten "Post-It"-Zettel.
Der lässt sich durch die Bearbeitung einfach "abreisen".
Die Einstellungen werden durch neue ersetzt, ohne dass die Qualität des Bildes beeinträchtigt wird.

Bei RAW-Dateien bleibt die Farbtiefe des Sensors - 12 oder 14-Bit (4.096 bis 16.384 Tonwerte pro Farbkanal) - erhalten.
Die Datenmengen sind erheblich größer. Bildlich gesprochen ist mehr "Spielmaterial" vorhanden.

RAW-Daten werden "eins zu eins" aus dem Sensor ausgelesen, (fast) ohne Veränderungen durch die Kamerasoftware.

RAW's bzw. DNG's sind "digitale Negative".

Mittwoch, 5. September 2007

Digital Workflow_1

Vor Monaten großmundig angekündigt - jetzt wird es endlich wahr: eine kleine Artikelserie über (m)einen “Digitalen Workflow”.
Stichwortartig- es muss ja nicht die allerfeinste Prosa sein.
Und ich hoffe, ich bekomme auch alles auf die Reihe.
Dazu passende Artikel aus dem Blog sind per link eingebunden.



Am Abend (wenn sich's machen lässt) vor dem Termin:

Fototasche(n) packen, mit allem was wir brauchen.

Ein zweites Kameragehäuse als Rückversicherung ist Pflicht.
Alle elektrischen Geräte anschalten, auch Blitzanlage. Kleingeräte wie Transmitter, Belichtungsmesser etc. nicht vergessen. Akkus checken.

CF-Karten zählen, Inhalt prüfen! wenn OK formatieren!
Frische und gebrauchte Akkus, leere und volle CF-Karten haben eindeutig unterscheidbare Plätze in der Tasche.

Adressen und Telefonnummern nicht vergessen.


Während und nach dem Termin:

in der Kamera wird grundsätzlich! nicht ediert bzw. es werden niemals Fotos gelöscht!

Das Edieren scheint auf dem Mäusekino zwar möglich, das täuscht aber.
Die Fotos werden mit den angetaggten Voreinstellungen der Kamera dargestellt.
Da die Fotos aber im Rechner konvertiert werden, ist die Darstellung auf dem Kameramonitor keine Reverenz, weder für Belichtung noch für Schärfe.

Potential und Plausibilität der gemachten Bilder erkennt man erst auf dem Bildschirm.
(Wer es sich - wie Garry Winogrand - erlauben kann, wartet mindestens ein Jahr ;-) mit dem edieren.)

Der Kameramonitor ist wichtig für die Darstellung des Histogramms.
Wenn möglich kein Luminanz-, sonder ein RGB-Histogramm anzeigen lassen.
Luminanz-Histogramme basieren in der Regel auf dem Grün-Kanal und können deshalb das häufig vorkommende clippen eines einzelne Farbkanals nicht darstellen!
Durch übersättigte Farbkanäle wird die Bildbearbeitung unnötig erschwert.

Das ist auch der Grund, warum eine festeingestellte Farbtemperatur (z.B. Kunstlicht 3400K, Tag 5200K) Sinn macht.
Nur so lassen sich aus dem RGB-Histogramm zuverlässig Schlüsse ziehen.

Gleichbleibende Situationen mit konstanter Einstellung von Belichtung und Farbtemperatur durchzufotografieren, macht Batch-Verarbeitung (DXO) wirklich sinnvoll und beschleunigt die Arbeit ganz enorm.


Nach dem Termin:

Fotos (z.B. via Expression Media/ex-iView) auf eine (Sicherheitsfanatiker, gebrannte Kinder etc sichern dreifach) externe Archiv-Festplatte kopieren.
CF-Karten neben den Rechner legen und erst wieder neu (in der Kamera!) formatieren, wenn der Auftrag in trockenen Tüchern, d. h. abgeliefert ist.

Die neu importierten Daten auswählen und umbenennen (Batch umbenennen…).
Bewährt hat sich z.B.: “Namenskürzel_JJMMTT_BildnummerAusDerKamera.CRW”
Die Kamera ist natürlich so eingestellt, dass Bilder auch mit frischer Karte fortlaufend weiter nummeriert werden.

Doppelte Dateinamen dürften so (fast) unmöglich sein.


So, der Termin ist erfolgreich erledigt, die Dateien sind doppelt - auf Rechner und CF-Karte - gesichert.
Jetzt kann es an's edieren gehen!

Montag, 22. Juni 2009

Mehr Licht …!

Goethe in der Campagna, Johann Heinrich Wilhelm Tischbein


Mehr Licht …! das waren angeblich die letzten Worte unseres großen Dichterfürsten Johann Wolfgang von Goethe.

Dass der große Hesse sich in dem ihm eigenen Dialekt in Wahrheit über die Qualität der Matratze seines Sterbebettes beschweren wollte - "Mer liecht … [ so schlecht]!" lässt sich nicht wirklich ausschließen.

Aber große Männer (und Frauen!) sollten sich auch noch im Tode durch das Streben nach Erkenntnis ihrer Bedeutung würdig erweisen.

Lassen wir es deshalb dabei: "Mehr Licht!"

Mehr Licht könnte man sich auch in diesen Tagen wünschen.
Und weil ich die kürzeste Nacht des Jahres an einem gottverlassenen Ort, wenig gewärmt durch eine dünne Decke und mehr schlecht (sic!) als recht auf einem Autositz verbringen musste, hatte ich alle Zeit, um mir Gedanken über einen kleinen Blogeintrag zu machen.

Ausgerechnet der längste Tag des Jahres, zugleich auch angeblich der Beginn des kalendarischen Sommers, zeigt sich kühl und regenverhangen.

Dem zum Trotz möchte ich, auch weil ich selbst in den letzten Wochen sehr häufig und mit guten Ergebnissen so verfahren bin, auf eine goldene Fotografenfaustregel hinweisen, die nirgends besser hinpasst, als in den Sommer: wenn die Sonne lacht, ist die korrekte Belichtungszeit 1/ISO bei Blende 16.
Bei 100 ISO wären das also 1/100 (1/125) sec. bei Blende 16 (bzw. folgerichtig 1/400 (1/500) bei f 8 oder 1/800 (1/1000) bei f 5.6).

Nach dem Belichten zeigt ein kurzer Blick auf das Histogramm in der Regel - stimmt genau!
Wichtig bei Kameras mit kleinem Sensor ist ein kritischer Blick auf die Lichter. Oft ist das Histogramm klein oder ungenau (ein Luminanzhistogramm zeigt in der Regel nur die Werte des Grünkanals an, aber gerade Rot und Blau neigen sehr schnell zum clippen).
Wer sich in der Rückschau ausgefressene Lichter durch ein blinkendes Zebra-Muster im Bild anzeigen lassen kann, ist auf der sicheren Seite.
Kleine blinkende Stellen in Wolken, Reflexe auf Wasser oder sehr hellen Gegenständen sind als Spitzlichter tolerierbar.

Bleiben die Lichtverhältnisse gleich, erzielt man mit fest eingestellten Werten und einem ebenfalls fest auf Tageslicht eingestellten Weißabgleich sehr konstante Ergebnisse, die sich rasch und ohne Aufwand aufs Versandfertigste weiterverarbeiten lassen.

Jetzt warten wir nur noch auf die Sonne.
Mehr Licht! - aber subito!

Sonntag, 11. November 2007

Show!Fenster!

Zwei Städte, Berlin und Stuttgart, zwei Fotografen, ein Motiv: Show!Fenster!


© Detlev Schilke






Weitere Bilder zu dem Thema sind schwer erwünscht!
Fotos an: thepubliceyeblogATgmail.com





Ursprünglich wollte ich aus der Ausbeute meines sonntäglichen Flanierens auch ein kleines Tutorial "Bildoptimierung" machen.

Jetzt ist alles etwas anders geworden.

Trotzdem ein paar kurze Erklärungen.

Das ursprüngliche Foto, aufgenommen mit einer Canon Powershot S3 IS mit folgenden Einstellungen:
Belichtungskorrektur -1/3 oder -2/3
WB: wolkig Custom
Farbe: Kontrast -2, Schärfe -2, Farbsättigung -1, Hautton -1
ISO: 400
fotgrafiert mit Programmautomatik



Man sieht am Histogramm, hier ist (fast) alles möglich.

Das Bild wurde beim importieren in Photoshop mit Capture Sharpener geschärft.
Danach in verschiedenen Schritten den lokale Kontrast angehoben und der dreidimensionale Eindruck verstärkt.
Leichte Vignette (weiche Auswahlkante 222px) zur Abrundung.

Hier das Histogramm des endgültigen Fotos (ganz oben).
Es gibt jetzt im Bereich Kellerfenster ein paar Pixel mit Tonwert 0. Stört aber nicht weiter.

Lichter sind OK, und auch in den (oft kritischen) Farbkanälen gibt es kein clippen.

Danach
Output Sharpener für web, sichern für web, fertig.

Dienstag, 19. Februar 2008

Lokale Tonsteuerung - neu gedacht

Die Anregung für diese interessante Technik zur lokalen Tonwertsteuerung kommt von Charles Cramer, dem wir zu danken haben.
Ich habe seine Anregung schon mehrfach mit Erfolg angewandt.
Wer Nachfragen hat, bekommt eine Antwort - versprochen.
Hier ein Beispiel:


Es ist ohne weiteres zu sehen, dass der Tonwertumfang des Bildes zu flach abgestuft ist, das Bild wirkt flau und zweidimensional.


Das Histogramm bestätigt diesen Eindruck. Die Anzahl der Pixel nimmt bereits ab den Mitteltönen und zu den Lichtern hin drastisch ab.

In einer neuen Einstellungsebene "Tonwertkorrektur"(Luminanz) legen wir den Weißpunkt von 255 auf 220 und erzeugen so in den helleren Tönen kräftigere Tonwertstufen.
(Wird während des Verschieben des Weiß-Reglers die "alt"-Taste gedrückt, kann man exakt erkennen, wann die ersten Spitzlichter aufreißen. Dasselbe gilt auch für den Schwarz-Regler.)

Allerdings wirkt die Korrektur global, also auf das ganze Bild und lässt sich so nicht auf ausgewählte Bereiche anwenden.

Es gibt immer noch Raum für Verbesserungen.
Schön wäre eine deutlichere Trennung des Lampions von den dunklen Brauntönen des Wassers.
Dafür brauchen wir eine Technik, die nicht alle Tonwerte des Bildes gleichmäßig anhebt, sondern in unserem Fall die dunklen Töne auch dunkel erhält.

Wir treffen mit dem Lassowerkzeug (L) eine grobe Auswahl des Objekts (Lampion), das wir bearbeiten wollen. Wir wählen eine weiche Auswahlkante von z. B. 15 Pixeln und beziehen ausdrücklich auch Tonwerte in die Auswahl mit ein, die wir nicht(!) verändern wollen.

Hier ist die Auwahllinie zu sehen

Dann öffnen wir eine neue Einstellungsebene "Gradationskurven" (Luminanz).

Wir bewegen die Maus in den dunklen Bereichen des Bildes, die nicht verändert werden sollen. Mit "Befehlstaste + Mausklick" nageln wir die Tonwerte in der Kurve fest, die unverändert bleiben sollen (in unserm Fall ergibt das die unteren vier Punkte).

Nun können wir in dem noch beweglichen Bereich die Kurve verändern und so schieben, dass die reinweißen Partien des Lampions gerade noch zu Spitzlichtern werden.

Die dunklen Bereiche bleiben - wie gewünscht - unverändert.


Zu guter Letzt kann durch "Unscharf maskieren" (in diesem Fall: Stärke 20, Radius 50, Schwellwert 0) noch der "lokale Kontrast" im Bild verstärkt werden.
Das bringt zusätzlich einiges an Leben und Dreidimensionalität ins Bild.

An Histogramm sieht man, dass es nun in den Schatten einige Tonwerte 0 und in den Lichtern einige mit Tonwert 255 gibt.
Das ist so tolerierbar, mehr wäre sicherlich schlecht.
(Grundsätzlich empfiehlt es sich, vor Beginn der Bearbeitung die Sättigung des Bildes (Neue Einstellungsebene "Farbton/Sättigung") etwas (z. B. -10) zu reduzieren.
Dadurch wird verhindert, dass die Lichter vorschnell aufreißen.
Und, wenn alles gut ist, nicht vergessen: mit "shift+Befehl+E" die erzeugten Ebenen wieder zusammenzubacken.)


Hier noch mal Ergebnis (oben) und Ursprung (unten) im Vergleich.



"Alle Wege führen nach Rom".
Für Photoshop, das mächtige Bildbearbeitungsprogramm, gilt: es führen oft mehrere Wege zum selben Ziel.

Diese Technik zur lokalen Tonsteuerung lässt sich überall dort hervorragend einsetzen, wo es nicht, oder nur mit großem Aufwand möglich wäre, die zu verändernden Bildpartien exakt auszuwählen bzw. zu maskieren.

Charles Cramer hat in seiner Beschreibung der Technik noch weitere augenfällige Beispiele parat.

Mit etwas Phantasie und Kombinationsgabe lassen sich sicher auch noch andere Wege zum selben Ziel finden.



Uff!

Freitag, 19. Oktober 2007

Der Fotograf im Winter

Klamme Finger, abfallende Ohren und eine weiße Haube über unserem Lieblingsplätzchen sollten uns allen eine Warnung sein: der Winter kommt!

Fotografieren wird jetzt sehr schwer bis unmöglich.
Die Ergebnisse sprechen für sich!

Deshalb: Schönwetterfotografen und Ofenhocker wie ich einer bin, sollten jetzt ihre Akkus noch mal aufladen und dann zusammen mit der ganzen Kamera-Ausrüstung staubdicht und feuchtigkeitsgeschützt verpacken.

Nicht vergessen: noch etwas Kaminholz holen und viel heißen Kräutertee trinken.
Ich empfehle den Guten-Abend-Tee von Alnatura.

Der Winterschlaf kommt dann wie von selbst.

In ganz hartnäckigen Fällen: einen Löffel Honig in eine große Tasse stelle, mit 2-4cl Whisky, Cognac, Grappa etc. übergießen, mit heißer Milch auffüllen, umrühren - und GUT is!

Wer es trotzdem nicht lassen kann:

Vorsicht! im Schnee nicht zu kapp belichten! auf das Histogramm achten! Weißabgleich auf 5200K (Tageslicht), sonst kommt das fahle, eisblaue Winterlicht nicht zur Geltung!


Bilder werden in der Kälte zwar nicht schärfer, dafür rauscht ein eiskalter Sensor um bis zu 2! Blenden weniger.






Und die 2 Blenden werdet ihr brauchen!



Die ersten 2 Fotos mit der Canon Powershot Pro 1, Gott hab sie selig.
Das letzte Foto aus dem Artikel: Das Geheimnis des whow!-Faktors

Freitag, 9. Oktober 2009

Klein und fein - Erfahrungen mit der Panasonic GF1






Panasonic GF1 mit Lumix 1.7/20mm, Bl. 4, 1/2500 sec., 100 ISO, JPG





Angeblich ist oft der erste Eindruck von ganz besonderer Bedeutung bei der Begegnung zweier Menschen und kann schnell zu einer "sich selbst erfüllenden Prophezeiung" werden.

Genau so ist es mir mit der Panasonic GF1 ergangen: schon das erste Foto war so überzeugend, hat mich so mit positiven "Vorurteilen" geimpft, dass es mir jetzt schwer fällt, völlig "gefühllos" und unvoreingenommen über die Kamera zu schreiben.

Aber bei aller Begeisterung über die exzellente Bildqualität (auch in technischen Reviews bestätigt), die sicher auch zu großen Teilen dem 1.7/20er Pancake geschuldet ist: nicht alles ist Gold was glänzt …

Donnerstag, 28. Februar 2008

Straight photography?

Canon 1D MK II, EF 1.8/28mm, Bl. 8, 1/500 sec., 320 ISO, JPG small
Einstellung an der Kamera: JPG small, Schärfe 0, Kontrast -2



Es sollte nur ein Test mit der Unendlichkeitseinstellung der Optik werden.

Dann wollte ich aber doch sehen, wie sehr das Bild optimierbar ist, ohne die Datei zu beschädigen, Tonwertabrisse oder sichtbare Artefakte zu produzieren.

Man sieht sogar noch in der Web-Auflösung (die Bilder haben 800 px an der langen Kante), was für ein erstaunliches Potenzial in einem kleinen JPG steckt.

Das Bild wurde mit "CaptureSharpener" nachgeschärft, eine Tonwertkorrektur vorgenommen, der "lokale Kontrast" angehoben.

An der optimierten Bilddatei sind gegenüber der Originaldatei keine destruktiven Veränderungen zu erkennen.

Farbkorrekturen (JPG!) habe ich keine vorgenommen.
Das Histogramm bleibt "im Rahmen".




Aber wahrscheinlich liegt die Wahrheit - wie so oft - aber eher in der Mitte?

Freitag, 31. Oktober 2008

DxO 5.3 vs. Adobe Camera Raw 3.7

Vorausschicken möchte ich, dass sich die von mir beschriebenen Probleme von DxO mit der aktuellen Version 5.3 erledigt haben.

Die Bugs sind beseitigt, das Programm läuft stabil ohne Abstürze auf einem G4 Powerbook unter OS X 10.4.11.

Hausaufgaben gemacht! Prima!

Nachdem DxO also voller Stolz die neue RAW-Engine präsentiert hat und u. a. ein Beispiel mit einem um 3 Blenden unterbelichteten Bild zeigt, versuche ich noch einmal einen Vergleich von DxO und ACR.

Fotografiert habe ich mit einer Canon 5D, EF 16-35 L, ISO 12.800 (zuerst mit 1600 ISO nach Histogramm korrekt belichtet, dann um 3 Blenden knapper belichtet mit 1/160 sec., Bl. 4.

Die Bilder sind nicht nachbearbeitet.

Hier die Ergebnisse (zur besseren Ansicht die Bilder in neuen Tabs öffnen):


Adobe Camera Raw

DxO, kein Rauschminderung

DxO mit Rauschminderung wie unten angegeben



ACR (100%)


DxO (100%) 0hne Rauschminderung

DxO (100%) mit Rauschminderung wie unten angegeben


Die Entwicklung der Bilder war so identisch wie eben mit zwei unterschiedlichen Programmen möglich.
Farbtemperatur 3400K, Rauschminderung bei beiden Programmen gleich eingestellt: Luminanzrauschen 25, Farbrauschen 50.


Bei DxO habe ich "Lighting" und "Randabschattung" abgeschaltet, da diese Funktionen hochempfindliche Bilder mit "Bühnencharakteristik" eher kaputtentwickeln, weil Schattenbereiche zu stark angehoben werden und dadurch Rauschen dort auch extrem verstärkt wird bzw. "Banding-Effekte" verstärkt sichtbar werden.

Bei einem Versuch habe ich bei DxO zudem "Noise", also die Rauschminderung, ganz abgeschaltet.

Entwicklungszeit auf meinem Rechner: bei DxO 165 sec., bei ACR ca. 10 sec.
Man darf aber nicht vergessen, dass DxO via Lensmodul die optischen Fehler der Kamera/Linsenkombination herausrechnet.


Die Ergebnisse können beurteilt und gerne diskutiert werden.

Nachtrag vom 03.11.: siehe auch hier


Freue mich, dass sich jemand aus der Deckung getraut: ein bemerkenswerter Kommentar von Thomas Geiger
"Und wenn man dann noch gleich die Grübelfalten weggemacht bekommt...
Ich weiß nicht, was mir besser gefällt? Das DxO wirkt irgendwie künstlich. Das ist aber natürlich subjektiv. Doch für mich schaut das ACR einfach "echter" aus. Trotz Rauschen. So wie man halt bei 1600 ASA (oder 33 DIN - falls noch jemand den Begriff kennt) gerne auch eine entsprechende Kornstruktur hingenommen hatte. Aber heute muss alles einfach clean sein: 12000 ISO und die Haut des Models - das Glühlampenlicht haut der Weißabgleich raus, die Pickel und auch gleich noch die Objektivfehler das DxO. Und dann am besten noch ein HDR. Software sei Dank.
Irgendwann hol ich meinen alten Tri-X wieder raus - oder gibt es gar den HP5 noch?
Ich glaube ich werde alt."




Donnerstag, 1. Februar 2007

Was wir brauchen

Ein Termin steht an, man macht sich so seine Gedanken.

Was erwartet mich? Was muss mit, damit ich vor Ort keine unangenehmen Überraschungen erlebe?
Ich prüfe Akkus, Blitzanlage, Belichtungsmesser; sind Kabel und Stative komplett, Aufheller eingepackt?

Angekommen sieht alles plötzlich ganz anders aus.
Erst verschiebt sich der Termin. Dann muss alles sehr schnell gehen, so schnell, dass ich nicht mehr zum Denken komme.

Keine Zeit, um mich in Ruhe umzuschauen, geschweige denn um Licht aufzubauen.
Keine Zeit um das vorhandene Licht zu bestimmen, keine Zeit für einen Weißabgleich.

Reden, reden, Posen durchprobieren, Histogramm prüfen. Ist die Verschlusszeit kurz genug, sitzt der Fokus exakt? Fertig!

Erst im Auto wird der Kopf wieder freier. Was für ein Aufwand! Und was hat es gebracht?

Klar, niemand ist so cool und packt nur ein Gehäuse mit einer "walkaround"-Optik oder gar nur einer Festbrennweite ein. Reserveakku und eine Speicherkarte in die Hosentasche und los.

Aber fragen kann man sich schon. Will ich einen Fototermin mit Technik bezwingen? Oder lasse ich mich auf eine Auseinandersetzung mit dem Sujet und den gegebenen Umständen ein?

Und wenn es dann mit einer Niederlage endet?
Hätte ich mit einem noch größeren Koffer die Lage wirklich entscheidend verändern können?

Wer will es leugnen, natürlich ist die richtige Kamera, die richtige Optik wichtig. Aber es gibt einen Punkt, wo die Menge an Ausrüstung nicht mehr in Qualität umschlägt, sondern eher ein Hindernis wird.

Statt mich damit auseinanderzusetzen, mein Bild zu machen, setze ich mich mit dem Inhalt meines Koffers auseinander. Und immer die Frage, ob nicht doch das andere Objektiv besser wäre.

Was brauchen wir?

Für Menschen und ihre Umgebung ist ein Weitwinkel mit 24 bis 35 mm ideal.
Wollen wir etwas aus dem Umfeld heben, oder suchen wir eine Perspektive, die dem menschlichen Sehen entspricht, sind die viel geschmähten 50 mm gut zu gebrauchen.
Für das Portrait kann es etwas länger sein, so 70 bis 135 mm.

Wer sich auf drei Brennweiten einlassen kann, noch dazu mit hoher Lichtstärke, wird selten in Verlegenheit kommen.
Wer draußen bei gutem Licht fotografiert, nimmt ein kleines Zoom, das ohne Objektivwechsel diesen Brennweitenbereich abdeckt.

In meinem Archivprogramm steht unter jedem Thumbnail nicht nur das Datum, sondern auch die benutzte Brennweite. So lässt sich leicht prüfen, trotz extremer Weitwinkel, trotz "langer Tüten": 90% der Fotos sind im "klassischen" Brennweitenbereich fotografiert.

Mittwoch, 9. Mai 2007

Think? while you shoot?

Mal ganz abgesehen davon, dass ich diese Formulierung nicht mag …

Der Satz von MARTIN MUNKACSI ging mir heute auch durch den Kopf.
Und dann kam überraschend der Kommentar von 8mt.
Und jetzt muss ich doch auch noch was dazu sagen.

Denken beim Fotografieren?
Ich gehöre auch zu dem Menschen (Männern?), die nicht multi-tasking-fähig sind. Ich fotografiere erst und denke dann.
Das hat sich häufig als ein Fehler herausgestellt!

In der Zwischenzeit habe ich gelernt, gelegentlich auf die Anzeigen unter und neben dem Sucherbild zu schauen. Ich nutze kleine Pausen um das Histogramm zu prüfen (siehe "Das Wunder von RAW"). Und um auf meiner virtuellen To-Do-Liste ein Häckchen zu machen.

Ich überlege, ob sich hier vor Ort mehr oder andere Möglichkeiten ergeben, als vorhergesehen. Ich sage nach dem Fotografieren nicht einfach Danke und Tschüss, sondern gebe mir eine Karenzzeit, in der ich prüfen kann, ob ich an alles gedacht habe.

Kurz, ich versuche beim Fotografieren zu denken.

Nur, hat das MUNKACSI auch so gemeint?

Ich glaube eigentlich nicht.
Ich glaube auch nicht, dass er sich beim "Durch-den-Sucher-schauen" so lange Gedanken gemacht hat, bis durch die mentale Auslöseverzögerung das Motiv Geschichte wurde.
Dazu sind seine Aufnahme viel zu lebendig, bewegt, treffen den entscheidenden Moment.

Wahrscheinlich hat CARTIER-BRESSON in den Fotos MUNKACSI's etwas gesehen, was er mit seinem oft zitierten Satz von "Kopf, Auge und Herz" einfach viel besser und sinnhafter formulieren konnte.

Und so interpretiert, kann ich auch MUNKACSI's kurze und knappe Formulierung verstehen.


P.S.:
Think while you cook!
Fast hätte ich heute abend vergessen, in die Salatsoße etwas Erdbeermarmelade zu tun.

Freitag, 26. März 2010

Kein Sucher, ein Finder! - HoodLoupe 3.0

Der Mond hat auch schon mal besser ausgesehen!
Canon 7D mit EF 4/24-105 L (!), HoodLoupe 3.0, 100% Ausschnitt (800 px), handheld
Wer meint, unendlich sei einfach einzustellen, weil markiert, der irrt.
Was mit der HoodLoupe kein Problem war, habe ich beim letzten Versuch nur so hinbekommen.
Wer wünscht sich nicht einen guten Sucher, hell und brillant, der möglichst genau dasselbe sieht, wie der Sensor in der Kamera?
Wie lange schon haben wir unter mickrigen und mangelhaften Durchsichtssuchern, spiegelnden Displays und unter einer entwürdigenden Körperhaltung beim Fotografieren gelitten?
Doch wenn die Not am Größten, ist oft die Rettung nah!

Donnerstag, 13. September 2007

Workflow_2

So, der Termin ist erfolgreich erledigt, die Dateien sind doppelt - auf Rechner und CF-Karte - gesichert.
Jetzt kann es an's edieren gehen!


Wir haben einen Stapel auf's Höchste gesicherter Daten auf unserer externen Archiv-Festplatte.

Wenn es sich um einen größeren Termin gehandelt hat, womöglich mit unterschiedlichen Situationen, Personen, etc. müssen wir die Daten jetzt edieren.

Edieren heißt nicht, die guten ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen.
Edieren heißt, eine gute Auswahl für die Auftraggeber zu treffen.

Ein einmaliges Durchschauen der Fotos reicht in der Regel nicht aus.
Wenn wir schon mehrfach über die Bilder gehen müssen, können wir das gleich mit notwendigen Arbeiten verbinden.

Wir öffnen unseren Archivkatalog, suchen das Foto, mit dem unser Auftrag beginnt, wechseln dann in die Bildschirmpräsentation.

Bei Expression Media lässt sich zum Einzelbild ein Histogramm und eine Lupenansicht einblenden.
Wir schauen alle Bilder durch, lassen sie auf uns wirken.

(Übrigens: ich kann ich mit der Möglichkeit Bildern durch Bewertung (Sternchen etc.) in eine Rangfolge zu bringen nichts anfangen.)

Nur wenn ein Bild absolut(!) keinen(!) technischen oder inhaltlichen Ansprüchen genügt, löschen wir es.

Wir hätten - damals - niemals ein Negativ aus einem Streifen geschnitten, auch wenn es vollkommen schwarz oder weiß war - deshalb auf 100% Sicherheit gehen - im Zweifel für den Angeklagten!

Jetzt wird es speziell, softwarespezifisch.
Es ist eben ein individueller Arbeitsablauf.

Ich fotografiere in der Regel RAW-Dateien und “entwickle” sie in DxO.

Gründe: es gibt für meine Kameras und die meisten meiner Objektive spezielle Module in diesem Programm.
Sei auch der RAW-Konverter nicht besser (aber auch nicht schlechter!) als ein Adobe ACR, Capture One u. a., so bewirken doch die Optikmodule wahre Wunder.

Unschärfen durch Kontrastarmut, Farbfehler, purple fringing, Verzeichnung, geometrisch Korrekturen bei WW-Zooms, Vignettierung werden herausgerechnet. Es gibt highlight-recovery und lighting, das lokal Kontraste ausgleicht.

In RAW-Dateien sind keine Kameraeinstellungen eingebunden. Sie sind nur angeheftet, nicht wie bei JPEG ins Bild eingearbeitet.

Somit sind nachträgliche Einstellungen möglich:

  • An vorderster Stelle: Weißabgleich und Belichtung.
  • Bei der Belichtung sind bis zu ± 3 Blenden drin!
  • Wer mit mehreren unterschiedlichen Gehäusen (20D, 1D MKII, 5D) arbeitet kann allen Bildern die Farbcharakteristik eines einzigen Gehäuses (5D) zuordnen.
  • Zusammen mit einem konstanten Weißabgleich und dem Belichtungsausgleich sind situationsbezogene konsistente Ergebnisse zu erreichen.
  • Ich bekomme JPEG's die entweder keine, oder nur marginale Nachbearbeitung brauchen

Ich öffne den Archivordner also in DxO und wähle in der Regel alle(!) noch darin vorhandenen Bilder zur Weiterverarbeitung aus.

(Übrigens: ich kann mit den bei einigen Programmen in Mode gekommenen "Projekten" nichts anfangen. Auch das Edieren muss nicht in die Verarbeitung. Allerdings kann das All-In-One-Prinzip für Mobilarbeiter Sinn machen.)

Da die Konvertierung von größeren Datenmengen in der Regel über Nacht erfolgt (habe ein G4 PB!), ist es unwichtig, wie viele Bilder verarbeitet werden.
Ich möchte beim nächsten Edieren - nach der Konvertierung zu JPEG's - auf jeden Fall noch einmal alle Bilder zur Verfügung haben.

Zusammenhängende Bildserien (Belichtungscharakteristik) werden mit den gleichen Einstellungen (copy and paste) versehen.

Dann werden die Ausgabeparameter eingestellt: tiff, jpg oder dng, oder alles zusammen. Bildgrößen (z.B. volle Größe + 10/15 + Webauflösung, Kompressionsfaktor bei JPG, Auflösung, Ordername und Ort an dem die verarbeiteten Bilder abgelegt werden sollen.

You press the button …

Am nächsten Tag in Expression Media einen neuen Katalog öffnen, den Ordner mit den verarbeiteten Bildern auf das Fenster ziehen, als Thumbnail-Größe z. B 640 px einstellen und die Bilder mit frischen Augen durchgehen.
Natürlich geht das auch im Präsentationsmodus.

Jetzt kann man Entscheidungen treffen, kann -überlegt - löschen.
Die Fotos sind ja alle noch im Archiv vorhanden.

Schlussredaktion, vielleicht schaut ein Kollege drüber.

Bilder korrekt beschriften (z. B. in iptc-Batch), CD/DVD brennen (Toast), senden (mit Expression media per Email; mit itcp-Batch, Cyperduck oder filezilla per ft.

(siehe auch: kleine Helferlein)

Noch ein Wort zu den EXIF-Dateien: ich bin der Meinung, dass Informationen über Kameras, Optiken, benutze Software, Uhrzeit und bald auch GPS-Koordinaten niemanden etwas angehen.
Bilddateien ohne angehängte EXIF-Dateien werden außerdem etwas kleiner.

Um diese Anhänge vor dem Versand/Brennen zu Entfernen, gibt es einige Programme, u. a. SnapsCleaner.
Wird aus iptc-Batch versandt, werden die EXIF-Daten auch gelöscht.

Alles in trockenen Tüchern?

Ab und an auch mal einen Print machen, einfach so.
"The proof of the pudding is in the eating!"

CF-Karten neu formatieren!

Fertig!

Jetzt könne wir nur noch warten!

Donnerstag, 15. Januar 2009

Präsidiale Weihen für die Canon 5D MK II - das offizielle Portrait von Barack Obama


Der offizielle White House Fotograf Pete Souza fotografiert das offizielle Präsidentenportrait mit der 5D MK II.
Es ist das erste Mal, dass ein offizielles Präsidentenportrait mit einer digitalen Kamera gemacht wurde.

Das Foto, ein klassisches Standardportrait, ist sehr unprätentiös mit einfacher Lichtführung (Hauptlicht und Aufheller) fotografiert. Die Regel des Goldenen Schnitts ist perfekt umgesetzt.

Wir schauen einem wachen und präsenten Präsidenten Obama in die Augen. 
So soll es sein.


Nachtrag
Ich war neugierig: Brennweite 105mm (Objektiv nicht idendifizierbar, kein Canon?), Bl. 10 bei 1/125 sec., 100 ISO.
Den Augen nach zu urteilen stand ein Schirm links und eine Lichtwanne rechts, die zur Aufhellung des Hintergrunds leicht nach hinten gedreht war.                  
Bearbeitet wurde das Bild in Photoshop CS3, das Histogramm ist in allen Kanälen perfekt.
Interessant, dass man im Gesicht keinerlei "Verschlimmbesserung" findet. Glanzlichter, Hautunreinheiten, alles da.
Auch im Anzug finde ich auf Anhieb mindestens sieben Flusen bzw. Staubflecken.

Scheint ein sehr "ehrliches" Bild zu sein.
Annie Leibovitz hätte ihn so wahrscheinlich nicht fotografiert.
                   

Donnerstag, 27. Dezember 2007

Ricoh GR Digital II - ein Erfahrungsbericht

Wer die Testberichte der einschlägigen Websites liest, sucht und findet hoffentlich Fakten und Kriterien um z. B. eine bestimmte Kamera im Feld ihrer Mitbewerber einordnen zu können.
Da ich keine Kameras vergleichen kann, keine Versuchsaufbauten zur Objektivierung von Messdaten etc. habe, ist es wichtig zu wissen, nach welchen Kriterien ich urteile.

Ich habe nur ein Kriterium: ist die Kamera ein geeignetes Instrument für die sog. "street photography"?

Ganz klar, die Ricoh GRD II gehört zu der Kategorie von Kameras, die man den Herstellern am liebsten wutentbrannt vor die Füße werfen möchte.

Ein fingernagelgroßer Sensor (1/1,75" CCD) wird vollgestopft mit Transistoren bis zum sprichwörtlichen "geht nicht mehr" (10MP).
Und dieses"Chiple" produziert dann riesige Dateien (RAW-Datei hat 14,4MB) mit denen kaum jemand etwas anfangen kann, die aber viele Rechner zu lahmen Mähren werden lassen.

Den riesigen Datenmengen, die jeder professionellen DSLR zur Ehre gereichen, steht eine miserable Datenqualität gegenüber, aus der man dann bitte - wir können auch RAW! - sich selbst einen Edelstein schleifen soll.

Das schaffen sie schon! Dafür gibt's doch tolle Software!

Soviel zum Ersten.

Zum Zweiten bemerkt man sofort den Zwittercharakter der Kamera.
Mattschwarz, eine anerkannt feine Optik (f2.4/5,9mm equiv. 28mm) und eine ausgesprochen wertige Haptik signalisieren, das ist eine Profikamera.

Bemerkenswert, dass das Ricoh-Benutzerhandbuch 240! Seiten dick ist.
Eine Canon EOS 1D MK II erklärt sich auf 50 Seiten weniger bei gleichen Heftformat!

Der Grund dafür ist, dass die GRD II, wie alle Konsumerkameras, eigentlich ein fertiges Endprodukt liefern soll.
Man geht davon aus, dass die meisten Nutzer die Dateien nicht mehr bearbeiten wollen oder Mangels geeigneter Hard- und Software nicht bearbeiten können.

Deshalb hat allein schon der Menüpunkt "Bildqualtät/Größe" 14 Unterpunkte: 3 RAW-Formate (die leider immer mit einem JPG zwangsverbunden sind) und 11 JPG-Formate!
Wer braucht da noch das Crop-Werkzeug einer Bildbearbeitung?

Gut, zugeben, hat man einmal seine Grundeinstellungen gefunden, ist das Schlimmste überstanden.

Man kann anfangen zu fotografieren.
Und da zeigen sich dann die Stärken der Kamera: sie ist klein, unauffällig, absolut geräuschlos und dank manueller Belichtungs- und "Schnappschusseinstellung" auch ziemlich reaktionsschnell.

Ich fotografiere mit manuell eingestellter Belichtung, vorfokussiert (sehr schön die blendenabhängige Tiefenschärfeanzeige auf der Entfernungsskala!), auf RAW (DNG!) im größten Format (3:4), Schärfe und Kontrast auf -2, Intensität (Sättigung?) auf -1.

A propos Tiefenschärfe (alle Brennweiten ergeben den identischen Bildwinkel):
Ricoh, Brennweite 5,9mm, bei Bl. 2,4 und Einstellung auf 2,5 m, Tiefenschärfebereich von 1,24 bis unendlich.
Canon 5D, Brennweite 28mm, Bl.8 gleiche Einstellung, von 1,42 bis 10,3m
Canon 20D, Brennweite 17mm, Bl. 5.6, gleiche Einstellung, von 1,3 bis knapp unendlich.
(berechnet mit DOF-Master)

Für die Straßenfotografie ist das nicht ganz unbedeutend.
Brauche ich mit der 5D für Bl. 8 und 1/250 sec. z. B. 800 ISO, kann ich mit sogar etwas mehr Tiefenschärfe die Ricoh mit Bl. 2,8 und 1/250 sec. aber mit 100 ISO einsetzen!
Damit kann sie in diesem Bereich zumindest etwas punkten.

Wer mit "Auto ISO" fotografiert - warum nicht? - kann den ISO-Bereich nach oben begrenzen.
Ich habe 800 ISO als Obergrenze fixiert.

Die DNG-Dateien verarbeite ich in Adobe Camera Raw.
Bei einem Vergleich mit Silkypics sehe ich in ACR etwas weniger Farbstörungen, auch weniger chromatische Aberation (ist auf diesem Ausschnitt nicht zu sehen).
Das hat aber womöglich damit zu tun, dass ich mich mit ACR besser auskenne.

Adobe Camera RAW, 400 ISO, 100% Ausschnitt

Silkypics, 400 ISO, 100% Ausschnitt

Für einen korrekten Eindruck sollte man die beiden Ausschnitte aus einem 64,5 x 48,4 cm großen Bild
aus mindesten 80cm Abstand (Bilddiagonale!) betrachten!
50x60 cm war übrigens das größte fertig konfektionierte Fotopapier!


Luminanzrauschen lasse ich wie es ist, eine Verbesserung führt nur zu Detailverlusten, außerdem habe ich gegen eine "Kornstruktur" nichts einzuwenden.
Häßlich finde ich eher die oft verschmiert wirkenden Artefakte durch zu starke Rauschminderung

Wichtig ist eine sensible Nachschärfung - ich nutze dafür PhotoKit Sharpener.

Wie alle kleinen Point&Shoot-Kameras neigt die Ricoh zu ausgefressenen Lichtern (zu geringer Dynamikumfang).
Je nach Lichtverhältnissen muss deshalb 1/3 bis 1 Blende knapper belichtet werden, was wiederum das Rauschen in den Schatten verstärkt.

Das Kamera(luminanz)histogramm ist leider wenig aussagekräftig.
Deutlicher ist die Rückschaueinstellung "Weißsättigung".

Sinnvoll: eine belegbare Funktionstaste (Fn), mit der man z. B. zwischen AF und Fixfocus umschalten kann.
Dazu kommt ein ADJ-Schalter, mit 4 Funktionen belegbar, z. B. mit ISO, WB oder Belichtungsmessmethode, auf die man so relativ schnell Zugriff hat, aber auswählen und bestätigen muss.

Ein netter Gimmick ist eine "Ausrichtungshilfe", die nicht nur optisch, sondern auf Wunsch auch akustisch z. B. wenn mit externem Sucher fotografiert wird, eine exakte horizontale Ausrichtung ermöglicht.

Nebenbei sei noch eine "Schräg-Korrektur" erwähnt, die stürzende Linien gerade rücken kann und eine "Text-Funktion" mit der Private Eyes und Spione Dokumente kopieren und in einer Software verwalten können.

Erweitert werden kann die GRD II mit einem Weitwinkel- und einem Telekonverter auf 21mm resp. 40mm bezogen auf das KB-Format.
Dazu passende Sonnenblenden und externe Sucher sind ebenfalls vorhanden.

Ist die Ricoh GRD II damit eine "Leica für Arme"?
Ein brauchbares "Street Photography Device" auf jeden Fall!

Betrachtet man die Preisrelation - die Ricoh gib es mit Objektv für ca. €470, die Leica "ohne alles" für das 10fache - dann sieht man mit etwas anderen Augen auf die Leistungen der "kleinen Schwarzen".

So, dabei will ich es für heute belassen.

Fotos, die ich mit der Ricoh mache, werden weiterhin im Blog zu finden sein.
Sie hat also vorläufig einen Platz in meiner Manteltasche gefunden - trotz aller Kritik.

Wenn das keine Empfehlung ist?